Bobenheim-Roxheim Ausstellung „Demokratie stärken“ will auch warnen
Der vor gut einem Jahr ins Leben gerufenen Initiative „Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt“ ist es gelungen, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipierte Ausstellung in die Altrheingemeinde zu holen und für ein höchst brisantes Thema zu sensibilisieren. Als einer der Initiatoren freute sich Altbürgermeister Manfred Gräf (CDU) über das rege Interesse, durfte er doch zur Eröffnung mehr als 50 Besucher begrüßen. Er ermunterte sie, sich für die demokratischen Werte einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Gräf gab mit Blick auf die AfD zu bedenken, dass nicht jeder, der demokratisch gewählt wurde, auch ein Demokrat sei.
„Die Ausstellung vermittelt viel Wissen, um politisch handlungsfähig zu sein“, unterstrichen Daniela Herrmann und Christian Blaul von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Einführung. Übersichtlich, modern und digital aufbereitet ist die Aufmachung, um die Hauptzielgruppe der Jugendlichen ab 14 Jahren anzusprechen. Drei beleuchtete doppelseitige Stelen greifen verschiedene Themen auf. An einem Medientisch können Videos abgerufen werden. Und als interaktives Element und Sitzgelegenheit stehen neun Würfel zur Verfügung. Virtuelle Wegbegleiter sind die beiden fiktiven Schüler Anna und Samir.
Gefahren durch Rechtsextremismus
Das Anliegen der Ausstellung wird überdeutlich herausgestellt: Sie will auf die Gefahren hinweisen, die vom Rechtsextremismus als Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte ausgehen. Der Nährboden für rechtsextreme Einstellungen und Verhaltensweisen wird dargestellt – und gleichzeitig aufgezeigt, welche Formen rechtsextreme Weltbilder und Argumentationsweisen annehmen können.
Gewarnt werden soll vor einer Normalisierung eines demokratiefeindlichen Gedankengutes. Dabei wird der Bogen bis zu rechtsextrem motivierten Straftaten geschlagen. Persönlich Betroffene kommen in kurzen Videoeinspielungen zu Wort. „Seit 1990 wurden 220 Menschen von rechtsradikalen Tätern ermordet“, erklärte Christian Blaul. Einer Studie zufolge sei jeder zehnte Deutsche diskriminierend eingestellt.
Demokratie tagtäglich verteidigen
Thematisiert werden in der Ausstellung auch Jugendkultur, Geschlechterfragen und Gegenstrategien. Ein wichtiger Fokus wird in der Konzeption darauf gerichtet, „nicht nur zu zeigen, wogegen wir sind, sondern vor allem auch, wofür wir kämpfen – nämlich für die Stärkung von Demokratie und Engagement.“ Diesen Gedanken griff der Beigeordnete Georg Zwilling (CDU) auf, indem er von der existenziellen Bedrohung für die Demokratie sprach. Es gelte, sie jeden Tag aufs Neue zu verteidigen.
Zur Macht der Worte und Bilder gesellten sich politische Lieder mit einer eindeutigen Botschaft – passend ausgewählt und professionell vorgetragen von Willi Brausch. „Freiheit ist keine App aus dem World Wide Web“ heißt es in einem von der Berliner Punkrockband „Die Ärzte“ stammenden Song, der in dem Appell gipfelt: „Es geht nicht ohne dich.“ Aufhorchen ließ Brausch mit dem Anti-AfD-Lied von Jennifer Rostock. „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber“, heißt es im Refrain.
Termine
Die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ wird bis zum 24. Juni im Rathaus von Bobenheim-Roxheim während der üblichen Öffnungszeiten gezeigt. Eine Sonderöffnung ist für Sonntag, 22. Juni, von 14 bis 17 Uhr vorgesehen. An diesem Tag gibt Uli Valnion um 19 Uhr bei freiem Eintritt ein Konzert unter dem Motto „Demokratische Volkslieder von 1780 bis 2025“.