Rhein-Pfalz-Kreis / Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Auf dem Wertstoffhof gibt’s Tipps zur Abfallentsorgung

Wirft vor den Augen von Bauhofleiter Sven Hosenmann, Ortsbürgermeisterin Claudia Klein und dem Kreisbeigeordneten Volker Knörr (
Wirft vor den Augen von Bauhofleiter Sven Hosenmann, Ortsbürgermeisterin Claudia Klein und dem Kreisbeigeordneten Volker Knörr (von links) Elektroschrott in den Container: der Waldseer Wenzel Katitsch.

Jeder Bürger verursacht Müll, und somit betrifft auch die Entsorgung jeden. Oftmals kommen dabei aber Fragen auf. Deshalb bietet der Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises, Volker Knörr, eine Abfallsprechstunde an. Am Samstag war er auf dem Wertstoffhof in Waldsee. Dabei hat er praktische Hinweise gegeben und Verbesserungsvorschläge mitgenommen.

Trotz Regens ist am Samstagvormittag auf dem Wertstoffhof in Waldsee einiges los. Auto-, Fahrrad- und auch ein Traktorfahrer steuern das Gelände in den Fahrgärten an. Im Kofferraum, im Anhänger oder im Fall des Traktorfahrers auf den Gabelzinken haben sie Grünschnitt, aber auch Elektroschrott und kleine Mengen Bauschutt. „Wenn das Wetter gut war, merken wir das auch auf dem Wertstoffhof“, sagt Sven Hosenmann. Er leitet den örtlichen Bauhof, auf dessen Gelände sich der Wertstoffhof befindet. In der vergangenen Woche war das Wetter schön, sodass offenbar viele Menschen ihren Garten auf Vordermann gebracht haben, denn Grünschnitt ist das, was am Samstag häufig entsorgt wird.

Der Landwirt, der die Behälter mit seinem Traktor transportiert, regt an, den Grünschnitt-Container in den Boden einzulassen, damit Unkraut und Co. besser hineingeworfen werden können. Bislang müssen dafür mehrere Treppenstufen bestiegen werden. Der für die Abfallentsorgung zuständige Kreisbeigeordnete Volker Knörr (CDU) erklärt, dass dies an der Stelle nicht möglich sei. Wenn der Container im Boden eingelassen wäre, müsste für das Entsorgungsunternehmen, das ihn regelmäßig abholt, eine Rampe gebaut werden, was aus Platzgründen dort ausgeschlossen sei. Für ältere oder zierliche Personen, die den Grünschnitt-Behälter nicht mehrere Stufen zum Ausleeren hinauftragen können, zeigt Knörr eine Alternative. In Waldsee gibt es noch einen anderen Container, einen Presscontainer, in dem der Grünschnitt dank Starkstromanschluss gepresst wird. Dort müssen Bürger nur zwei Stufen überwinden.

Volker Knörr findet es wichtig, vor Ort zu sein, „die Fühler auszustrecken und die Augen offenzuhalten“. Deshalb will er pro Quartal zwei Wertstoffhöfe besuchen und in den kommenden zwei Jahren somit auf allen 16 Höfen im Kreis den Bürgern mal Rede und Antwort gestanden haben. Den Auftakt machte er Ende März in Lambsheim, sein zweiter Besuch in Waldsee ist quasi ein Heimspiel. Denn der 45-Jährige kommt aus der Gemeinde und ist dort bekannt wie ein bunter Hund. Deshalb trifft er am Samstag auf viele vertraute Gesichter, wobei auch mal ein lockerer Spruch fällt: „Habt ihr daheim denn keine Arbeit“, ruft Rudi Korn Volker Knörr und Waldsees Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) zu, die Knörr bei dem Termin unterstützt.

Aufreger: Illegale Entsorgung

Korn spricht bei den Politikern an, was viele Menschen bewegt. „Ich hasse es so, wenn die Leute ihren Müll in der Landschaft entsorgen“, sagt er. Gemäß der aktuellsten Abfallmengenbilanz wurden 2020 im Rhein-Pfalz-Kreis 314 Tonnen Müll illegal abgeladen. Die Mitarbeiter der örtlichen Bauhöfe, die sich um die Entsorgung kümmern müssen, können ein Lied davon singen. Sven Hosenmann berichtet für Waldsee von illegal entsorgten Asbestplatten nahe des Restaurants Rheinblick und 160 Kilogramm altem Fleisch, darunter auch eingeschweißte Leberknödel, die in der Nähe des Penny-Markts vor sich hingestunken hätten. Nach Hosenmanns Angaben sind er und seine Kollegen mehrmals im Monat mit illegalen Müllablagerungen beschäftigt. Die Kosten für die Entsorgung müsse die Allgemeinheit über die Gebühren tragen, sagt Beigeordneter Volker Knörr. Er und Claudia Klein können nicht nachvollziehen, warum gerade normaler Müll in der Landschaft entsorgt wird. „Da wird ein Kühlschrank in den Wald gefahren, obwohl die kostenlose Abholung vor der Haustür bei uns, auch online, hätte angemeldet werden können“, sagt Knörr, dem Aufklärungsarbeit daher wichtig ist. Bei Asbest und größeren Bauschuttmengen liegt nahe, dass sich die Personen die Gebühren sparen wollen, wenn sie den Müll in der Landschaft entsorgen, denn diese Abfälle müssen von privaten Firmen gegen ein Entgelt entsorgt werden.

Was wo wie entsorgt werden darf, steht in der Abfallfibel, die Völker Knörr am Samstag immer mal wieder zückt. Reinhard Spindler will seinen Zuckersenor wegschmeißen, der darf in den Elektroschrottcontainer. Der 65-Jährige, der sich selbst als „Hardcore-Mülltrenner“ bezeichnet und das mit seinem Ordnungssinn begründet, sieht im Wertstoffhof noch einen weiteren Vorteil. „Hier trifft sich die Welt“, sagt der Chef des örtlichen Männergesangvereins Concordia.

Mitarbeiter sind Ratgeber

Bauhof-Mitarbeiter Herbert Chilcott hat ein Auge darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger ihren Müll in den richtigen Behälter werfen. Er arbeitet seit fünf Jahren auf dem Wertstoffhof und hat beobachtet, dass immer mehr Batterien abgegeben werden. Bei Volker Knörr regt er an, größere Schilder und diese beidseitig an den Entsorgungsbehältern anzubringen, weil das Fehlwürfe vermeiden könnte.

Der Kreisbeigeordnete hat in den zwei Stunden auf dem Wertstoffhof in Waldsee viel mitgenommen, die Bürger auch. Zum Beispiel, dass Feuerwerkskörper nicht am Schadstoffmobil abgegeben werden dürfen, das immer wieder in den Kreisgemeinden Halt macht. Sie sollen stattdessen drei Tage in einen Eimer Wasser gelegt werden, sind dann unschädlich und können somit in der Restmülltonne entsorgt werden.

Kontakt

Weitere Informationen zum Thema Müllentsorgung sowie die Abfallfibel gibt es auf der Internetseite des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Rhein-Pfalz-Kreises unter www.ebalu.de.

x