Otterstadt
Ansturm zum Boostern bleibt aus
Die Türen des Otterstadter Remigiushauses sollten sich für das Booster-Angebot, das die Gemeinde, die Verbandsgemeinde, der Kreis und das Deutsche Rote Kreuz machen, eigentlich erst um 17 Uhr öffnen. Allerdings standen bereits um kurz vor 16 Uhr Menschen davor, um sich ihre dritte Impfung gegen das Coronavirus abzuholen. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts haben ein Auge darauf, dass die Impfwilligen in der Schlange ihre Schutzmaske tragen. Außerdem behalten sie die Parksituation im Auge. Am Freitagnachmittag stehen rund 50 Menschen, darunter einige Auswärtige in der Schlange, die sich rund um den Glockenturm bis zum Kindergarten gebildet hat. Ein paar Otterstadter sind auch dabei. Dagmar Tremmel konnte zu Fuß kommen, die 70-Jährige wohnt in der Altrheingemeinde und hat bereits ihren gelben Impfpass in der Hand, in den später die dritte Impfung eingetragen wird. „Ich habe meinen dritten Impftermin erst im Januar. Meine Ärztin hat mir geraten, eine frühere Gelegenheit zum Boostern zu nutzen“, sagt die Otterstadterin, die seit 20 Minuten vor dem Remigiushaus steht.
Es geht zügig voran. Ein 66-Jähriger ist mit dem Bus aus Schifferstadt gekommen und hofft, dass er das Vakzin von Biontech gespritzt bekommt. Er habe Vorerkrankungen. Der Impfstoff von Biontech wird für Personen vorgehalten, denen dieser aus medizinischen Gründen empfohlen wird. Dazu zählen zum Beispiel Menschen unter 30 Jahren. Nicole Sattel ist 27 Jahre alt und hat im Amtsblatt von der Sonderimpfaktion gelesen. „Mein Booster-Impftermin wäre eigentlich am 23. Dezember, aber ich möchte an Weihnachten nicht platt sein“, sagt die Otterstadterin und spielt damit auf mögliche Impfreaktionen wie Abgeschlagenheit an.
Koordinator zufrieden
Vier Ärzte klären parallel in einem Nebenraum im Remigiushaus über die Impfung auf. Das geht meistens schnell, weil die Besucher das Prozedere bereits von der Erst- und Zweitimpfung kennen. Der DRK-Kreisverband Rhein-Pfalz-Kreis stellt an diesem Nachmittag zwölf ehrenamtliche Helfer. Diese sitzen unter anderem am Eingang, wo die Daten der Impfwilligen aufgenommen werden.
Die technische Ausrüstung hat die Kreisverwaltung gestellt. Der stellvertretende Kreisimpfkoordinator Tobias Stuhlfauth ist mit dem bisherigen Ablauf zufrieden. Er stand in den vergangenen Tagen immer wieder im Austausch mit Otterstadts Beigeordnetem Jürgen Zimmer (parteilos), der sich gemeinsam mit Hildegard und Günter Gantner, den Bauhofmitarbeitern und der Feuerwehr um den Aufbau kümmerte. Wenn am Samstag der Impfbus des Landes am Remigiushaus Halt macht und Bürger zur Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung kommen können, stellt die Gemeinde die freiwilligen Helfer. Unterstützung erhält sie von der Kreisverwaltung.
DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Riedel lobt die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Das DRK ist seit Beginn der Pandemie im Corona-Einsatz. Es stellte Helfer für das nun geschlossene Impfzentrum in Schifferstadt, unterstützte den Impfbus des Kreises und war laut DRK-Impf- und Test-Koordinator Rainer Knerr auch für Sonderimpfaktionen am Schifferstadter Schulzentrum im Einsatz. „Für uns ist eine solche Impfaktion nichts Neues“, sagt Knerr.
„Große Mehrbelastung“
Laut Kreisgeschäftsführer Riedel hat der DRK-Kreisverband rund 200 Mitglieder, die seit Pandemiebeginn für Hilfseinsätze eingebunden sind. Der Kreisverband betreibt in Mutterstadt und Neuhofen auch ein Corona-Testzentrum. Die vergangenen 22 Monate seien eine große Mehrbelastung. „Wir sind dazu in der Lage. Wir tun, was wir können, aber so langsam macht es mürbe“, sagt Riedel. Er gibt sich gleichzeitig jedoch zuversichtlich: „Wir können mehr Kraft mobilisieren, als wir jemals gedacht haben.“
Das zeigt sich auch am Freitagnachmittag. Rainer Knerr ist wichtig, dass die Stimmung unter den Wartenden angenehm ist. Bisher habe er keine schlechten Erfahrungen gemacht, er komme gerne mit den Menschen ins Gespräch. Matthias Riedel rät Personen, die zur Sonderimpfaktion kommen wollen, sich der Witterung entsprechend zu kleiden. Zusätzlich bieten die Malteser warme Getränke an.
Wie viele Impfdosen am Freitag und am Sonntag, wenn noch mal geboostert wird, zur Verfügung stehen, wollen die DRKler nicht sagen. Nur so viel: „Wir tun, was wir können, und impfen, solange wir Impfstoff haben.“ Ausgehen werde er nicht, prognostiziert Koordinator Knerr. Die DRKler machen aber auch deutlich, dass die Boosterimpfung keinen 100-prozentigen Schutz vor dem Coronavirus biete, sondern nur den Verlauf einer Erkrankung mildere. Mit Blick auf das Weihnachtsfest rät Riedel, „sich vor dem Besuch bei den Lieben zu testen“.
Termine & Info
- Impfbus für Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen am Samstag, 18. Dezember, von 9 bis 17 Uhr im Remigiushaus.
- Boostern am Sonntag, 19. Dezember, von 13.30 bis 20 Uhr im Remigiushaus.
- Weitere Informationen sowie Voraussetzungen unter www.corona.rlp.de.