Rheinauen
Alarm: Wie 19 Sirenen in den Rheinauen verteilt werden
Es gibt ein erstes Konzept einer Fachfirma. Auf dessen Basis soll Ralf Schnabel, stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rheinauen, die Ausschreibung für ein modernes Sirenenwarnsystem vorbereiten. So stellt es sich der Verbandsgemeinderat vor, der das Thema gerade beraten hat.
Wie das neue Sirenensystem aussehen soll, hat Wehrleiter Michael Jaspers erklärt. Insgesamt sollen 19 elektronische Sirenen, die auch Sprachdurchsagen ermöglichen, in der Verbandsgemeinde installiert werden. Acht für Altrip, je vier für Neuhofen und Waldsee und drei für Otterstadt. Konkret bedeutet das, dass in Otterstadt die drei vorhandenen alten Motorsirenen ersetzt werden. In Waldsee, wo es von ehemals drei aktuell nur noch eine Motorsirene gibt, wird auf vier moderne Anlagen hochgerüstet. In Neuhofen kann durch eine verbesserte Standortwahl und Technik von aktuell fünf Motor- auf vier elektronische Sirenen reduziert werden. In Altrip braucht es mehr Sirenen. Aktuell gibt es nur eine. Künftig soll es fünf Sirenen in Ortslage geben, drei weitere werden in den Bereichen Adria und Riedsiedlung installiert.
Schnell evakuieren, wenn der Damm bricht
„Altrip nimmt eine Sonderrolle ein. Hier müssen schnell alle mit klaren Ansagen erreicht werden können“, sagt Jaspers. Das bedeutet, dass alle Bürger auch im Haus und in der Nacht die Sprachdurchsagen deutlich verstehen können. Denn im Falle eines Deichversagens bleibe nicht viel Zeit, bis der komplette Ort bis zu zwei Meter oder noch höher überflutet sei. Da die Straßen nach Waldsee und Ludwigshafen in diesem Fall auch überflutet würden, wäre Altrip schnell eingekesselt.
In Neuhofen, Otterstadt und Waldsee würde es dagegen länger dauern, bis die Wohngebiete unter Wasser stehen, außerdem gibt es mehr Fluchtmöglichkeiten und hochgelegene Stellen. Dort reicht es, wenn die Bürger mitbekommen, dass Sprachdurchsagen gemacht werden, aus ihren Häusern kommen und vielleicht noch ein paar Meter Richtung Sirene laufen müssen, um zu verstehen, was gesagt wird. Im neuen Konzept gibt es mehr Sirenen als ursprünglich geplant, die dafür aber weniger laut sind. Die Begründung: Eine sehr laute Sirene versteht man zwar in weiterer Entfernung, allerdings ist sie unerträglich laut, wenn man in unmittelbarer Nähe steht. Alle Sirenen bekommen eine Notstromversorgung, sodass sie auch bei Stromausfall viele Tage im Standby sein können und auch eine gewisse Zeit lang Durchsagen möglich sind. In den Camping-Gebieten werden Mast-Sirenen mit Photovoltaik-Elementen eingesetzt, die unabhängig vom Stromnetz sind.
Insgesamt 300.000 Euro hat die Verbandsgemeinde Rheinauen dafür in ihrem Haushalt eingeplant. Über den Rhein-Pfalz-Kreis bekommt die Verbandsgemeinde 28.200 Euro Förderung.