Rückblick 2023
Überall fehlt Personal
Es gibt keine Hinweise darauf, dass es in den Rathäusern, Behörden, Kindergärten und Schulen 2024 sehr viel runder laufen wird als im zu Ende gehenden Jahr. Der Landredaktion der Frankenthaler Lokalausgabe wird als Grund, warum Projekte nicht begonnen oder fertig, Zuschussanträge nicht bewilligt oder Notdienste eingerichtet werden, immer wieder „Personalmangel“ genannt. Was in die Zeitung findet, ist nur die Spitze des Eisbergs. Hier ein paar Beispiele.
Im März sind in der kommunalen Kindertagesstätte in Lambsheim aus unterschiedlichen Gründen 2,85 Stellen nicht besetzt, die Eltern sind nicht erfreut, dass die Betreuungszeit reduziert wird, und suchen deswegen die Öffentlichkeit. Im Mai schütten Erzieherinnen der RHEINPFALZ ihr Herz aus, denn sie haben ja ebenfalls Kinder, die sie unterbringen müssen, wenn in deren Kita Personal ausfällt.
Wann kommt eine richtige Ampel?
In Dirmstein wartet man im Sinne der zu Fuß gehenden Schulkinder seit Jahren auf eine richtige Verkehrsampel auf der Obersülzer Straße, denn die Behelfsampel ist nicht das Gelbe vom Ei. Auf Nachfrage bekennt der Landesbetrieb Mobilität Speyer im März: Das gehe erst, wenn der oder die langzeitkranken Mitarbeiter wieder im Dienst sei oder seien.
Im Juni klagen frustrierte Schwimmer der RHEINPFALZ ihr Leid wegen der stark eingeschränkten Öffnungszeiten des Kreisbads Maxdorf/Lambsheim. Dass dort Bäderfachkräfte und Aufsichtspersonen fehlen, ist nicht neu, aber so langsam fragen sich Bürger und Sportler, ob der Kauf einer Dauerkarte für das Schwimmbad mit dem Namen Heidespaß überhaupt noch Sinn ergibt.
Gefühlt jeden Monat verkündet der Rhein-Pfalz-Kreis außerdem Engpässe bei der Kfz-Zulassung. Im Juli bleibt die Außenstelle in Heßheim sage und schreibe drei Wochen lang geschlossen. Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) rechnet nach und meint verärgert: In der Zulassungsstelle Dudenhofen seien doch genug Leute. Könnte man da nicht ein paar nach Heßheim schicken? Nein, sagt die Kreisverwaltung, das würde das Problem nur verlagern. Es seien nun mal insgesamt nicht genug Mitarbeiter da, um all die online vereinbarten Termine abzuwickeln.
Forstrevier unbesetzt
Weil im Forstamtsbezirk Pfälzer Rheinauen, der sich von Bobenheim-Roxheim bis zur französischen Grenze zieht, das Revier Ludwigshafen trotz mehrfacher Ausschreibung nicht besetzt werden konnte, soll es dem Revier Speyer zugeschlagen werden. So wird es im Juni bekannt. Kommunalpolitiker in der betreffenden Region sind vom Versuch, das Arbeitspensum der Förster anders zu strukturieren, nicht überzeugt.
Hart trifft es im Herbst die Gemeindeverwaltung von Bobenheim-Roxheim, als die Bauabteilung durch lange Krankheit, Vakanz und Kündigung nur noch das Nötigste machen kann. Viele Anträge aus dem Gemeinderat für das hehre Ziel des Klimaschutzes müssen warten oder gar aufgegeben werden. Von Personalproblemen in der Bauverwaltung hört man auch im Rhein-Pfalz-Kreis, in der Verbandsgemeinde Leiningerland und der Stadt Frankenthal.
Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Konkurrenz unter den Kommunen sei zu groß, so manche Stadtverwaltung werbe den Bürgermeistern im ländlichen Raum die Verwaltungsfachkräfte regelrecht ab. Das Schneeballprinzip ist offensichtlich: Je mehr Mitarbeiter wegen des Personalmangels überlastet werden, desto eher werden sie krank oder gehen, desto größer die Sorge, dass die Verwaltung irgendwann nicht mehr arbeitsfähig ist.