Pirmasens
Warum der neue Secondhand-Laden keine gebrauchten Kleider von privat kauft
Um den neuen Markt hatte es heftige Diskussionen in politischen Gremien wie dem Hauptausschuss gegeben. Mehrere Ratsmitglieder hätten sich an dieser Stelle ein attraktiveres Geschäft gewünscht und eigentlich hätte der Second-Plus-Markt weiter in die Innenstadt gehen müssen. Das Innenstadtkonzept des Stadtrates sieht Geschäfte dieser Art nur in der Innenstadt vor, zu der dieser Teil der Schäferstraße nicht zählt.
Letztlich machte der Stadtrat doch eine Ausnahme, weshalb Michael Mischon, Marketingleiter von Second Plus am Donnerstag Eröffnung feiern kann. 20 Kategorien biete der Markt von der Abendgarderobe über normale Straßenkleidung und Arbeitskleidung bis zu Schuhe, Accessoires oder Handtaschen. Die in Pirmasens angebotene Ware beziehe das Unternehmen von Textilrecycling-Betrieben, die wiederum die Kleidung von karitativen und städtischen Sammlern haben. Die Ware werde zunächst vom Textilrecycler vorsortiert und von Second Plus noch mal durchgesehen, versichert Mischon. Dreckige oder kaputte Kleidung werde nicht angeboten, betont der Unternehmer. Von Privatleuten kaufe Second Plus nichts.
Firmengeschichte beginnt 1996
Second Plus gab es unter einem anderen Namen schon seit 1996. Damals wurde der erste Laden in Pforzheim eröffnet. Seit 2017 firmiert die Kette mit Hauptsitz in Germersheim unter Second Plus. Inzwischen gibt es zwölf Filialen von Sinsheim bis Bad Kreuznach. Die nächstgelegene Filiale findet sich in Kaiserslautern in der Merkurstraße. 500 Quadratmeter groß ist die Pirmasenser Filiale. Die größte Niederlassung in Germersheim misst 800 Quadratmeter.
Second Plus ist ein Familienunternehmen
In der Pirmasenser Filiale arbeiten zum Start zwei Teilzeitkräfte und drei Aushilfen. Second Plus ist ein Familienunternehmen. Der Vater von Michael Mischon gründete den Betrieb und leitet ihn immer noch. Die Schwester von Michael Mischon kümmert sich um den Upcycling-Bereich. Darunter ist eine eigene Schneiderei zu verstehen, die bestimmte Kleidungsstücke durch kleine Änderungen aufmöbelt oder durch die Kombination mit anderen Textilien, Knöpfen oder auch Reißverschlüssen zu einem neuen Erscheinungsbild verhilft. „Wir schneidern eventuelle Fehler oder Flecken einfach um, versehen die Shirts mit Gummis aus Produktionsresten einer Gummibandfabrik und machen sie damit wieder nachhaltig tragbar“, erklärt Mischon das Prinzip von Upcycling.
Info
Second Plus in der Schäferstraße an der Ecke zur Adam-Müller-Straße ist montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
