Am Rande
Buchstaben umsortiert: So sorgt das Land für Aufschwung in Pirmasens
Die wirtschaftlich schwachen Ecken der Westpfalz werden von der rheinland-pfälzischen Landesregierung von jeher besonders liebevoll umsorgt. Und besonders effizient: Legendär ist jener in Mainz ausgeheckte 25-Punkte-Plan, mit dem die Region 2015 nach dem Ende des Zweibrücker Flughafens aufgepäppelt werden sollte. Kritiker merkten damals zwar an: Das sei nur ein Sammelsurium aus Projekten, von denen die meisten ohnehin verwirklicht worden wären. Aber das war kleinlich.
Planschen fürs Selbstwertgefühl
Contwig im Kreis Südwestpfalz etwa bekam vom Land nicht nur 200.000 Euro für einen neuen Wasserspielplatz, sondern auch aufmunternde Worte des Innenministers Roger Lewentz (SPD): Dieses Plansche-Areal habe das Zeug dazu, das Selbstwertgefühl der Menschen in der Region zu steigern. Nur Pirmasens blieb davon unbeeindruckt: Bis heute verteidigt die Stadt ihre miesen Platzierungen in bundesweiten Armutsrankings. Doch damit ist jetzt Schluss.
Elegant und kostet nichts
Denn die Regierung in Mainz hat wieder eine Lösung gefunden, die sie nichts kostet und trotzdem eine ungeheuere Wirkung verspricht: Im neuesten Papier der Staatskanzlei zu den neuesten Corona-Beschlüssen heißt die Stadt dank eines eleganten Buchstabendrehers nun Primasens. Wenn jetzt trotzdem kein Aufschwung kommt, liegt’s jedenfalls nicht am Land.