St. Martin RHEINPFALZ Plus Artikel Zahlreiche Auszeichnungen für das Herrengut

Florian Schneider vor Bodenprofilen der Lagen Kapellenberg (links) und St. Martiner Baron.
Florian Schneider vor Bodenprofilen der Lagen Kapellenberg (links) und St. Martiner Baron.

Die richtige Rebe in den passenden Boden zu setzen – so beschreibt Christian Schneider seine Arbeitsweise und damit das Erfolgsrezept des Herrenguts in St. Martin. Das hat ihm und seinem Bruder Florian 2022 nicht nur den Bundesehrenpreis beschert.

Das Herrengut St. Martin wurde jüngst auch von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) für die beste Weißwein-Kollektion in der Kategorie trocken ausgezeichnet und belegt aktuell Platz 41 der besten 100 deutschen Weinerzeuger. Seit Beginn des Jahres führen die Brüder Christian (36) und Florian (31) das Weingut in der vierten Generation. Valentin Schneider hatte den 1587 gegründeten Hundt von Saulheimschen Hof in der Maikammerer Straße Ende des 18. Jahrhunderts erworben und damit den Grundstein für das heutige Herrengut gelegt.

Oskar Heinrich Schneider und sein Sohn Albert Valentin sowie Stephan Schneider bauten den Betrieb als Consulat des Weins weiter aus und bescherten dem Nachwuchs neben dem Weingut noch ein Hotel mit Restaurant. „Damit decken wir das Gesamterlebnis Wein ab“, sagt Florian Schneider – im Bewusstsein, mit dem touristischen Pfund St. Martins bewusst zu wuchern. „Gäste unseres Hotels und Besucher des Restaurants lernen dort unsere Weine kennen. Das weckt das Interesse an unserer Arbeit“, so Schneider. „Mit dem Namen Herrengut wollten wir deutlich machen, dass wir als Weingut alle Trauben selbst anbauen und im eigenen Keller vinifizieren“, betonen die Brüder, die mit ihren Erzeugnissen aktuell bei der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer (LWK) neben dem Ehrenpreis mit zwölf Gold-, 14 Silber- und drei Bronzemedaillen und bei der DLG mit einer Gold extra-, neun Gold-, elf Silber- und zwei Bronzemedaillen gelistet sind.

Riesling dominiert

„Staatliche Prämierungen von unabhängigen Fachleuten bedeuten für uns eine externe Kontrolle und die ständige Herausforderung, unseren Platz unter den besten Weingütern Deutschlands zu erhalten und zu verbessern“, betonen die Schneider-Brüder. Gleichzeitig seien die Ergebnisse ein neutraler Qualitätsnachweis für die Kunden, weil ja das gesamte Sortiment begutachtet werde. „Das zeigt unsere Kontinuität über die Jahre hinweg“, ist Schneider überzeugt.

Rund um St. Martin – hauptsächlich in den Lagen St. Martiner Baron und St. Martiner Schloss Ludwigshöhe – bewirtschaftet das Weingut 75 Hektar Rebfläche. An ökologischen Kriterien orientiert werden hälftig Rot- und Weißweine angebaut, für deren Ausbau seit 25 Jahren Kellermeister Wolfgang Renner verantwortlich zeichnet. Rund 600.000 Flaschen produziert das Herrengut im Jahr, vermarktet wird ausschließlich über den Privatverkauf und die eigene Gastronomie am Stammsitz St. Martin. Die gesamte Produktion mit Kelterung, Ausbau, Abfüllung und Lagerung ist im Nachbarort Edenkoben angesiedelt. Der Riesling dominiert den Herrengut’schen Sortenspiegel, gefolgt von den weißen Burgundersorten und Spätburgunder. Neben der Regionalität setzen die Schneiders auf Nachvollziehbarkeit und Transparenz: So wird auf den Etiketten das genaue Flurstück angegeben, auf dem die Trauben gewachsen sind, die analytischen Werte wie Säure und Restzucker finden sich auf dem Rückenetikett.

Drei Weingüteklassen

Alle Wingerte des Herrenguts liegen in den ersten drei von insgesamt fünf Weinbergsgüteklassen, die nach den Kriterien Gestein- und Bodenstruktur, Mikro- und Makroklima und Topographie vergeben werden. Die Gutsweine stammen aus Weinbergen der Güteklassen II und III und sind auf 100 Liter Ertrag pro Hektar gedeckelt, Lagenweine kommen aus den Güteklassen I und II mit einem Hektarertrag von höchstens 80 Litern und die Terroirweine aus abgegrenzten Parzellen hochwertiger Einzellagen der Güteklasse I mit nur 50 Hektolitern pro Hektar.

Die Gutsweine seien dann besonders geeignet, wenn der Wein in erster Linie eine begleitende Funktion habe und das Trinken im Vordergrund stehe, so die Schneiders. Lagenweine passten für den Alltag und besondere Anlässe und Terroirweine seien immer dann zu empfehlen, wenn es um den ausgesprochenen Genuss gehe und der Wein an sich Thema der Kommunikation sei. „Am Ende zählt, dass er schmeckt.“

Im Netz

herrengut.de

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