Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtrat: Welche Ziele für den Wald?

In der Ratssitzung ging es auch um den Stadtwald.
In der Ratssitzung ging es auch um den Stadtwald.

Die Stadtratskoalition aus FWG, CDU und FDP will, dass bei der Bewirtschaftung des Neustadter Stadtwaldes die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Tourismus „zu gleichen Teilen“ berücksichtigt werden.

Der Hauptausschuss hat im September ein externes Büro damit beauftragt, das neue Forsteinrichtungswerk zu erstellen. Dieses legt die Ziele bei der Bewirtschaftung des Stadtwaldes für die nächsten Jahre fest. Mit dem Antrag solle dem Büro mit auf den Weg gegeben werden, dass ökologische, ökonomische und touristische Funktion gleich wichtig seien. Zudem solle bedacht werden, dass der Holzeinschlag in den Vorjahren unter den vorgegebenen Mengen geblieben ist. Ferner, so erläuterte Hans-Christoph Stolleis (CDU) den Antrag, solle auf Maßnahmen zum Schutz vor Waldbränden geachtet werden.

Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne) hielt den Antrag eigentlich für „entbehrlich“. Denn die Arbeit am Forsteinrichtungswerk erfolge nach Landesvorgaben, und die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Tourismus sowie der Waldbrandschutz würden „ausgewogen berücksichtigt“. Man solle der Arbeit der Planer nicht mit einem Beschluss vorgreifen, meinte Blarr. Dass in den Vorjahren weniger als geplant gefällt worden sei, hatte Gründe: etwa zu große Trockenheit oder auch Schäden durch Schneebruch. Da angesichts des Klimawandels ein Waldumbau anstehe, sei ohnehin mit einem entsprechenden Einschlag zu rechnen, so Blarr.

Kritik von Grünen und AfD

Die Koalition bestand trotzdem auf eine Abstimmung. Kurios war das Ergebnis: Außer den Koalitionsfraktionen stimmte noch die SPD für den Antrag. Nein-Stimmen kamen von den Grünen und der AfD. Aus diesen beiden Fraktionen wurde gewarnt, dass zu viele Fällungen dazu führen könnten, dass der Wald seine Funktion als Kohlenstoffspeicher verlieren würde und dies kontraproduktiv für den Klimaschutz sei.

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