Neustadt
Spezialist für minimal-invasive Blasenentfernung am Hetzelstift
Manchmal muss das Gesamtpaket einfach passen: So kann man ganz salopp beschreiben, wie Adrian Forke auf die Oberarzt-Stelle am Neustadter Marienhaus Klinikum Hetzelstift aufmerksam geworden ist und sich letztlich für einen Wechsel in die Pfalz entschieden hat. Forke ist gebürtiger Pforzheimer und war nach dem Medizin-Studium in Ulm Oberarzt am Krankenhaus in Aschaffenburg. Seine Frau ist vor zwei Jahren berufsbedingt in der Vorderpfalz heimisch geworden. „Uns hat die Pfalz gleich sehr gut gefallen“, sagt Forke. Daher habe er sich in der Region umgeschaut. Und als er dann die Anzeige für die Oberarzt-Stelle in der Hetzelstift-Urologie gesehen hatte, musste der 42-Jährige nicht lange überlegen. „Es passt sehr gut, es ist ein nettes Team“, sagt Forke.
Ein entscheidender Faktor bei seiner Wechselentscheidung war die technische Ausstattung am Hetzelstift und konkret der DaVinci-Operationsroboter. Denn Forke lernte das computergestützte System vor einigen Jahren in Aschaffenburg kennen und ist überzeugt, dass die dadurch möglichen minimalinvasiven Eingriffe im urologischen Bereich der richtige Weg sind. Sie seien für Patienten deutlich schonender als Operationen mit großem Schnitt im Bauchbereich. Dass das Hetzelstift offen ist für „Innovationen und neue Methoden ist für mich sehr wichtig“, sagt Forke. Die Medizin müsse sich „stetig weiterentwickeln“.
Blasenkrebs muss operiert werden
Tobias Lingenfelder kann da nur zustimmen. Er ist seit gut einem Jahr Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Der 42-Jährige ist froh über die Verstärkung für sein Team. Er kann ebenfalls mit dem DaVinci operieren. „Und ich wollte zwei DaVinci-Operateure haben.“ Noch dazu sei Forke auf die Entfernung der Blase mit dem DaVinci spezialisiert. „Die nächste Klinik in der Region, die das anbietet, ist die Uniklinik Mannheim. Es ist klasse, dass wir das anbieten können“, betont Lingenfelder. Seine Abteilung decke nun das „gesamte urologisch-onkologische Spektrum“ ab.
Blasenkrebs könne nur operativ behandelt werden, erläutert Forke, der Sektionsleiter urologische Robotik ist. Eingriffe mit dem DaVinci seien für die Patienten besser. „Sie merken weniger, denn es muss nicht alles aufgeschnitten werden. Sie kommen dann schneller wieder auf Beine“, sagt Forke. Von Blasenkrebs betroffen seien vor allem Menschen ab 70 Jahre. Am Hetzelstift werden pro Jahr etwa 20 Blasenentfernungen vorgenommen, die erste unter Federführung von Forke am DaVinci (Zystektomie nennen Mediziner die minimalinvasive Blasenentfernung) fand vor wenigen Tagen statt.
Alarmzeichen: Blut im Urin
Die Blasenentfernung sei der größte und schwerste Eingriff bei fortgeschrittenem Blasenkrebs. Betroffene müssen danach mit einer künstlichen Blase oder einem künstlichen Ausgang leben. In der Regel erfolgten Eingriffe bei Blasenkrebs aber organerhaltend, der Tumor werde „rausgehobelt“, so Forke. Wichtig sei, die Erkrankung frühzeitig zu entdecken. Ein Alarmzeichen für Blasenkrebs sei Blut im Urin. Beide Mediziner appellieren an Betroffene, dann umgehend einen Arzt aufzusuchen.
Forke ist von seinem Wechsel nach Neustadt übrigens so begeistert, dass er mit seiner Frau jetzt eine Wohnung in der Stadt oder im näheren Umfeld sucht. Er sondiere dafür nun erneut den Anzeigenmarkt und hoffe, dass es wie beim Job ebenfalls ganz bald passt.