Kampfsport RHEINPFALZ Plus Artikel Udo Müller aus Römerberg betreibt seit über 50 Jahren Kampfsport

Schulung für die Jüngsten: Udo Müller gibt im eigenen Sportstudio in Berghausen sein Wissen weiter.
Schulung für die Jüngsten: Udo Müller gibt im eigenen Sportstudio in Berghausen sein Wissen weiter.

Udo Müller geht seinen Weg, seit 50 Jahren. Er beschreibt die Vorteile seiner Stilrichtung. Ein berühmter Lehrmeister inspiriert ihn. Das Hobby wird zum Beruf.

Udo Müller aus Römerberg betreibt seit über 50 Jahren Kampfsport. Dabei schlug er schnell den Weg vom Duell Mann-gegen-Mann zu Philosophie, Lehre, Seminaren und Weitergabe von Wissen ein. „Vielleicht hab ich schon ein bisschen früher Kampfkunst gemacht“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung, inspiriert durch Eastern und Kung-Fu-Filme: „Ich hab aber nie mit dem Ziel angefangen, deutscher Meister zu werden.“

Am 1. April 1976 trat Müller in den Judosportverein Speyer ein, als dieser noch im Alten Stadtsaal trainierte, später in der Burgfeldschule: „Ich habe halb halb Judo und Karate gemacht, wollte aber Kung Fu machen.“ So stieß er auf eine private Schule aus dem Raum Mannheim, Ludwigshafen mit chinesischen Trainern.

Exot Müller

Nicht bei allen stieß das ausgefallene Hobby des Sohnemanns auf Begeisterung: „Judo fand meine Mutter noch okay und hat es genehmigt.“ Kung Fu erschien ihr eher etwas suspekt. „Es war verpönt, wir mit den schwarzen Anzügen.“ Taekwondo war da schon üblicher: „Doch mit hat es gefallen. Es ist flüssiger, geschmeidiger. Aber wir waren die Exoten.“

Schon startete Müller mit Wettkämpfen im All-Style-Karate mit Elementen verschiedenster Disziplinen. Parallel engagierte er sich als Übungsleiter im Judo. Sein Fitnessstudio mit ein paar Geräten bot auch Jazz und den Trend Aerobic mit 40 Frauen an. Der Römerberger bildete sich im ganzen Land weiter und eröffnete 1985 die eigene Sportschule.

Ikone Inosanto

„Ich wollte mehr trainieren“, begründete der Kampfsportler, der über ein Treffen mit dem bald 90-jährigen Lehrer Dan Inosanto in Los Angeles Gefallen am Stockkampf fand: „Das war noch einmal etwas ganz anderes.“ Zusätzlich betrieb er den Formenlauf Wushu und Kickboxen: „Ich habe beides gerne gemacht. Es gab aber Phasen, in denen ich eines lieber gemacht habe.“ In Erinnerung blieb ein Wettbewerb in Long Beach (Kalifornien): „Im Kickboxen hatte ich keine Chance.“ Doch in der Säbelform sprang Platz drei heraus: „Der Pokal steht noch.“

Turniersiege und Erfolge auf süddeutscher Ebene reihten sich ein, Rang eins bei einer Ausscheidung zur Europameisterschaft im Kickboxen. Diese aktive Tätigkeit endete Mitte der 90-er Jahre: „Eine gewisse Müdigkeit stellte sich ein.“ Die Familie verlangte eine andere Wochenendplanung.

Beim JSV

Verletzungen blieben naturgemäß nicht aus. Im Judo betraf es das Schultereckgelenk. Doch wenn es die Zeit knapp bemessene Zeit zulässt, verfolgt Müller Bundesligakämpfe JSV live vor Ort. Im Kickboxen bohrten sich die Zähne mal durch die Lippe. Der Verschleiß machte sich im mehrfach im rechten Knie bemerkbar, verursacht durch die vielen Sprünge und Tritte im Kung Fu.

Doch Müller bildete lieber Stockkämpfer aus, die anschließend selbst unterrichteten, schätzt, für was die Gruppe trainiert, die Koordination, Art der Selbstverteidigung und den Spaß an der Bewegung: „Es ist auch für Senioren geeignet.“ Als erster Deutscher erhielt er Inosantos Urkunde als Full Instructor. Der Besuch von Weiterbildungsseminaren auf der halben Welt, von Rom und London über Glasgow, Edinburgh bis Minneapolis erhalten den Status. Auch nach Kanton China in China zum Üben führte es ihn 1987 über Kontakte.

Sechs- bis 70-Jährige besuchen derzeit sein Studio im Berghäuser Gewerbegebiet. Die Jüngsten betreiben Mixed Art, fallen, rollen, boxen, treten, schulen Koordination und Gleichgewicht, greifen bereits zum Stock. „Ich kann mir nicht vorstellen, es noch mit 75 machen“, meinte der 64-Jährige: „Es muss auch vom Kopf her passen.“

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