Neustadt
So läuft es auf den Baustellen in Haardter Straße und Talstraße
Es ist drückend heiß am Dienstagnachmittag. Auf der Baustelle in der Talstraße ist schon Ruhe eingekehrt. „Menschen sind wichtiger“, sagt Stefan Gierens von der Tas Bauunternehmen GmbH (Eisenberg). Für den wetterbedingten frühen Feierabend hat jeder Verständnis. „Sonst schauen wir natürlich, dass alles läuft“, versichert Gierens. Patrick Engelskircher und Konstantin Boltenhagen von der Tiefbauabteilung der Stadt bestätigen diese Einschätzung. „Wir liegen im Zeitplan, bis Jahresende ist alles fertig“, sagt Engelskircher.
Seit August 2021 läuft die Sanierung der Talstraße (B39). 2,6 Millionen Euro werden insgesamt investiert. Das Projekt dauert auch deshalb so lange, da die Straßenarbeiten genutzt werden, um alle Leitungen und Kanäle zu erneuern. Zunächst hatten sich die Arbeiten auf die Umgestaltung des Kleinen Kohlplatzes sowie der Klausengasse konzentriert. Seit Februar wird auf dem 300 Meter langen Teilstück von der Einmündung Talstraße bis zur Gipserstraße gearbeitet.
Gierens lobt zwar die „für eine Innenstadt-Lage sehr ruhige Baustelle“. Es gebe kaum Beschwerden. Bei kleineren Problemen wie dem Tragen schwerer Einkäufe oder dem Anpacken bei einem Umzug „helfen wir – auch mal mit einem Radlader; bisher haben wir alles klären können“. Kniffliger aus Sicht der Stadt ist die Verkehrsführung, denn von den Arbeiten betroffen ist das Einbahnstraßen-Teilstück der Talstraße Richtung Lambrecht zwischen Fröbel- und Gipserstraße. Der Verkehr soll möglichst weit umgeleitet werden. „Die Anliegerstraßen sind eng und sollen wirklich nur für die Anlieger da sein“, betont Engelskircher.
Schäden an Treppe
Doch auch beim Vor-Ort-Termin mit der RHEINPFALZ am Dienstag zeigt sich: Viele probieren es doch auf der gewohnten Talstraßentrasse. „Und müssen dann über die Umleitung einen Umweg fahren“, so Boltenhagen. Sinnvoller sei es, gleich über Exter- und Karl-Helfferich-Straße auf die Maximilianstraße und somit über die B38 auf die B39 Richtung Lambrecht zu fahren. Etliche Autofahrer schieben laut den beiden Stadt-Mitarbeitern sogar die Absperrungen vor der kleinen Bäckerei zur Seite und wollen so die Abkürzung über die Klausengasse fahren. Engelskircher zeigt zum Beweis auf abgefahrene Platten am Eingang zur Bäckerei – es sind Schäden von Autos. „Das muss doch eigentlich nicht sein“, so Engelskircher. Boltenhagen ergänzt: „Wenn sich alle an unser Umleitungssystem halten, funktioniert das Konzept sehr gut.“ Daher der dringende Appell: Bitte die Beschilderung beachten.
Umso wichtiger sei es, dass ein Großteil der Arbeiten schon erledigt sei. So seien alle Wasser- und Gasleitungen bereits ausgetauscht, und auch die Netzanschlüsse seien erneuert, bestätigt Markus Schuler von den Stadtwerken. Jetzt fehlten noch die Stromleitungen. Schuler lobt das Miteinander auf der Baustelle. Die Stadtwerke hätten dort nun alles auf dem neuesten Stand gebracht und dafür mehrere Hundert Tausend Euro investiert.
Fast am Mandelring
Spannend wird es, wenn ab Jahresende der umgestaltete Kleine Kohlplatz von den Baumaterialien freigeräumt ist. „Er wird zu einer kleinen parkähnlichen Anlage“, so Engelskircher. Wobei die Bepflanzung erst 2024, also nach dem Winter, erfolge. Knifflig werde es noch mal Mitte/Ende Oktober, wenn der dritte Bauabschnitt asphaltiert wird. „Dann brauchen wir eine Vollsperrung, aber das dauert nur zwei, drei Tage“, so Gierens.
Vollsperrung ist auch das Stichwort für die Haardter Straße. Seit März 2022 läuft die umfassende Sanierung. Auch dort sind die Stadt und das ausführende Unternehmen Gerst Bau zufrieden mit den Fortschritten. Aktuell wird die Straße im oberen Abschnitt zum Mandelring hin erneuert. Ab Oktober wird der Bereich unten an der Kreuzung Maximilianstraße/Mußbacher Landstraße gemacht. Dort ist das Materiallager eingerichtet. Daher sieht es für viele Pendler so aus, als wenn auf der Straße gar nicht gearbeitet wird. Doch alles gehe wie geplant voran, versichern Engelskircher und Boltenhagen. Und auch von der Firma Gerst Bau wird bekräftigt, dass wie geplant bis November alles fertig werde. Die Stadtwerke sind in der Haardter Straße ebenfalls gefragt. Dort werden mit der Komplettsanierung auch alle Rohre und Leitungen und Kabel erneuert. Schuler zeigt sich auch mit den dortigen Arbeiten zufrieden: „Von den Stadtwerken aus läuft alles.“ Durch die Sanierung sei entlang der Haardter Straße nun alles auf dem neuesten Stand der Technik.
Sperrung ab 24. Juli
Anstrengend wird es aber ab 24. Juli. Denn mit Beginn der Sommerferien wird der Straßenbelag auf der Kreuzung Haardter Straße/Maximilianstraße/Mußbacher Landstraße/Robert-Stolz-Straße erneuert – was mit der B38 eine der zentralen Achsen Neustadts betrifft. In der ersten Ferienwoche gebe es dafür eine halbseitige Sperrung mit Ampelschaltung. In der zweiten Ferienwoche müsse ab 31. Juli sogar komplett gesperrt werden. Läuft alles nach Plan, ist die Sperrung am 5. August überstanden. Der Verkehr werde in beide Richtungen über Martin-Luther-Straße, Konrad-Adenauer-Straße und Karl-Helfferich-Straße umgeleitet. „Wir machen das extra in den Ferien, weil wir dann deutlich weniger Verkehr haben“, sagt Engelskircher. Er hoffe, dass dieser Stresstest gut bewältigt wird. „Die Verkehrsplaner haben dafür ein 27-seitiges Konzept erstellt.“
