Neustadt
Baustelle Talstraße: Nichts geht mehr
Donnerstag, 16 Uhr, an der Kreuzung gegenüber der Heinz-Sielmann-Schule. Dort verlassen die Kinder der Betreuenden Grundschule gerade das Gelände, werden von ihren Eltern abgeholt oder machen sich allein auf den Nachhauseweg. Die Fußgängerampel an der Ludwigstraße ist im Dauerbetrieb.
Derweil stauen sich die Autos, vor allem zurück in den Kohlplatz und in den Gassen, die auf ihn führen. „Man kommt nicht mehr rein und nicht mehr raus“, schimpft eine Mutter, die in der Nähe wohnt, „und niemand nimmt Rücksicht auf die Kinder“. Wer vom Kohlplatz nach rechts in die Ludwigstraße abbiegen will, kann sich glücklich schätzen. Nach links Richtung Tal wird es schwierig.
Nicht mehr geradeaus
Schwierig wird es aber auch, wenn ein Autofahrer von der Ludwigstraße nach links in den Kohlplatz abbiegt und dann feststellt, dass er nicht mehr weiter geradeaus fahren darf. Diese Regelung gilt seit Montag, weil der dritte Bauabschnitt der Talstraßensanierung begonnen hat. Zehn Monate soll er dauern und damit bis Ende 2023.
Daher ist nicht nur die Durchfahrt zum kleinen Kohlplatz nur noch in Richtung Schule möglich, also eine Einbahnstraße, sondern zudem der Abschnitt Klausengasse bis zur Einmündung B39 dicht. Damit hat der Verkehr in Richtung Westen eine Chance weniger, aus der Stadt zu kommen, wenn er nicht der Umleitung folgt.
Lage unübersichtlich
Doch zurück zu den Wagen, die von der Ludwigstraße in den Kohlplatz abgebogen sind und jetzt merken, dass sie nicht weiter kommen. Einige fahren nach rechts, weil sie nicht wissen, dass dort nur eine Garagenzufahrt ist. Andere steuern auf den Platz, um zu wenden. Weil rechts vor links gilt, muss die Autoschlange sie dann auf ihrem Rückweg in die Ludwigstraße vor lassen. Das stößt nicht bei allen auf Gegenliebe. Gefühlt kommen Autos von allen Seiten, die Situation ist unübersichtlich. Wenig hilfreich: das Hupkonzert, das mancher Autofahrer startet, und in das andere gerne einfallen. Ein Krankenwagen hätte Anfang der Woche seine liebe Not gehabt, erzählt einer.
Die Stadtverwaltung setzt darauf, dass sich das Ganze einspielen wird. Sprich: Dass nach ersten heftigen Tagen das Gros der Autofahrer, die in Richtung Westen wollen, dann doch die seit Monaten geltende Umleitung über Exter- und Karl-Helfferich-Straße nehmen, die schon in der Nachtweide ausgewiesen ist. Ein Autofahrer mit Dürkheimer Kennzeichen hat sich das fest vorgenommen. Einmal die Woche sei er hier unterwegs, habe nichts von der veränderten Baustelle gewusst und „einfach Pech“ gehabt.
Nicht nur Pendler
Viele Pendler dürften angesichts der Kennzeichen unter den im Stau Stehenden sein. Doch auch genug Neustadter sind mittendrin. Nicht nur Anwohner der Weststadt und des Schöntals dürften diese Strecke nehmen, sondern auch jene, die wieder zurück in die Innenstadt, also Richtung Steingleis wollen.
Auch an sie appelliert die Stadt, wenn möglich den Bauabschnitt zu meiden und andere Wege zu nutzen – auch aus Rücksicht auf die Anwohner rund um die Baustelle Talstraße.
Die Talstraßen-Sanierung in mehreren Bauabschnitten läuft seit Sommer 2021. Die Gesamtkosten liegen bei 2,6 Millionen Euro. Aktuell wird im dritten Bauabschnitt zwischen dem kleinen Kohlplatz und der Gipserstraße gearbeitet. Das Plätzchen soll dabei als Aufenthaltsraum aufgewertet werden, finanziell unterstützt vom Land.
