Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Schaffhausen setzt auf biologischen Anbau

Markus Mahler, städtischer Rebmeister in Schaffhausen, stammt aus Haardt.
Markus Mahler, städtischer Rebmeister in Schaffhausen, stammt aus Haardt.

Der aus Neustadt stammende Markus Mahler kümmert sich als städtischer Rebmeister um Schweizer Weinberge

Manchmal ist die Welt wirklich klein. Das haben wir Ende Oktober gesehen, als uns zur Meldung über die Weinbergsdiskussion im Haardter Ortsbeirat eine Zuschrift aus Schaffhausen in der Schweiz erreichte. Natürlich freuen wir uns, wenn wir überall Leser haben. Aber kurios fanden wir das schon.

Ein paar Klicks im Internet, schon war klar: Absender Markus Mahler ist vom Fach. Er ist als städtischer Rebmeister für die dortigen Weinberge, die im Besitz der Kommune sind, verantwortlich – und arbeitet als Biowinzer. Logisch, dass er sich deshalb für das Thema interessiert. Ein Telefonat mit Mahler bringt dann noch mehr Licht ins Dunkel, warum ein Schweizer Winzer sich für Neustadter Debatten interessiert. Mahler stammt nämlich von der Haardt. Der 32-Jährige ist schon seit zwölf Jahren in der Schweiz und hat Anfang 2021 den Job in Schaffhausen übernommen.

3,3 Hektar große Fläche

Bei einem Praktikum habe es ihm in der Schweiz so gut gefallen, dass er dort geblieben sei. Aber Kontakte nach Neustadt und zur Familie auf der Haardt gibt es weiterhin. Seit zehn Jahren ist Mahler in Bio-Betrieben tätig. Nun setzt er auch bei den städtischen Weinbergsflächen in Schaffhausen auf Bioanbau. Der dortige Stadtrat hatte die Umstellung seines Rebbetriebs auf die biologische Bewirtschaftung beschlossen. Daher findet Mahler die Debatte in Haardt auch so spannend.

Auf 3,3 Hektar Fläche baut er unter anderem Spätburgunder, Müller-Thurgau sowie Weiß- und Grauburgunder an. Dass in Haardt Argumente wie die Kupfer-Anreicherung als Gründe für die Bio-Ablehnung genannt wurden, findet er schade. Denn Kupfer werde seit 100 Jahren im Weinbau eingesetzt. Und die heute verwendeten Mengen „lassen die Werte nicht mehr signifikant ansteigen“. Auf der Gegenseite könnten „chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel“ ganz andere Wirkungen haben. Er sehe daher im Bioanbau und in der Umstellung auf resistente Sorten eine große Chance. „Es geht um Nachhaltigkeit, und ich bin überzeugt, dass unser Produkt so besser ist“, sagt Mahler.

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