Kreis Bad Dürkheim
Rot-schwarz-rot: So präsentiert sich die politische Landkarte im Kreis
Der Landkreis Bad Dürkheim hat mittlerweile Anteile in drei Wahlkreisen: Der Norden bildet den Wahlkreis Bad Dürkheim, die Verbandsgemeinde Deidesheim, die früher ebenfalls dazu gehörte, ist mittlerweile zusammen mit Haßloch Teil des Wahlkreises Neustadt. Und die Verbandsgemeinde Lambrecht gehört jetzt zum Wahlkreis Kaiserslautern II. In allen drei Wahlkreisen hat die CDU das Direktmandat gewonnen.
Landkreis: AfD deutliche Siegerin
Betrachtet man den Landkreis Bad Dürkheim als Ganzes, hat die CDU auch dort die Nase vorne. Bei den Zweitstimmen erreicht sie 29,8 Prozent, gefolgt von der SPD mit 27,6. Die AfD landet mit 20,3 Prozent auf Platz drei, die Grünen bei 7,7 Prozent. Die größten Stimmengewinne im Vergleich zur Wahl von 2021 kann die AfD verbuchen: plus 10,9 Prozentpunkte, während die SPD 8,9 Prozentpunkte verliert. Die CDU kann von der Schwäche der Sozialdemokraten nur wenig profitieren: Sie verbessert sich im Vergleich zu 2021 nur um 2,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt im Landkreis Bad Dürkheim mit 73,8 Prozent höher als vor fünf Jahren (67,7) und höher als im Landesdurchschnitt (68,5).
Von Süden nach Norden betrachtet, präsentiert die Landkarte des Kreises sich rot-schwarz-rot: Lambrecht und Haßloch rot, Deidesheim, Wachenheim, Bad Dürkheim und Freinsheim schwarz, Leininger Land und Grünstadt rot. Auf Verbandsgemeindeebene verbucht die SPD mit 30,9 Prozent ihr bestes Ergebnis in Grünstadt.
Die CDU ist erwartungsgemäß in der VG Deidesheim am stärksten. Dort erreicht sie auf VG-Ebene 39,6 Prozent, 5,7 Prozent mehr als 2021. Sie kann die Verluste der SPD (-8,9) hier also deutlich besser auffangen als auf Landesebene. Die AfD gewinnt dennoch 8,5 Prozentpunkte hinzu. Ihre besten Ergebnisse erreicht die AfD in Mertesheim (Leiningerland) mit 38 Prozent und in Frankeneck (VG Lambrecht) mit 33 Prozent. Die Grünen schneiden in der Stadt Bad Dürkheim am besten ab: Hier erreichen sie 10,0 Prozent. In der VG Wachenheim liegen sie mit 9,5 Prozent ebenfalls über dem Landesdurchschnitt, in der VG Deidesheim immerhin bei 8,1 Prozent.
Haßloch: SPD bricht stark ein
Haßloch mit gut 20.000 Einwohnern und knapp 16.000 Wahlberechtigten besteht aus 13 Wahlbezirken, die aber auf der Seite des Landeswahlleiters nicht aufgeschlüsselt werden – im Gegensatz etwa zu Bad Dürkheim oder den Verbandsgemeinden. In der verbandsfreien Gemeinde muss die SPD mit -12,1 Prozentpunkten noch höhere Verluste hinnehmen als auf Landesebene. Die AfD war in Haßloch schon vor fünf Jahren mit 14,9 Prozent deutlich stärker als auf Landesebene, wo sie 2021 noch einstellig war (8,3). Jetzt belegen die „Blauen“ mit 25,8 Prozent der Stimmen Platz zwei hinter der SPD. Die CDU, die in Haßloch mit Tobias Meyer den Bürgermeister stellt, muss sich mit 24,3 Prozent der Stimmen und Platz drei zufrieden geben. Die Grünen verlieren nur leicht, von 7,7 auf 7 Prozent. Auch im Haßlocher Gemeinderat hat die AfD bei den jüngsten Wahlen 2024 mit 23,3 Prozent der Stimmen einen deutlichen Sieg errungen und liegt dort ebenfalls auf Platz zwei. Dort allerdings hinter der CDU als stärkster Kraft (29,4 Prozent).
VG Deidesheim: Traditionell „schwarz“
Die Verbandsgemeinde Deidesheim wählt traditionell „schwarz“, so auch bei dieser Wahl. Die CDU kommt auf 39,6 Prozent der Stimmen, gefolgt von SPD (22,8) und AfD (15,8). Die Grünen liegen leicht über dem Landesdurchschnitt (8,1), die Freien Wähler erreichen fast die Fünf-Prozent-Grenze (4,7). Ihre besten Ergebnisse erzielte die CDU in Forst mit 45,7 Prozent und in Niederkirchen mit 45,3 Prozent. Forst ist zwar eindeutig CDU-Hochburg, hier haben aber auch die Grünen einen guten Stand – der Ort hat mit Thomas Keller schließlich einen „grünen“ Ortsbürgermeister. Das Ergebnis ist mit 12,3 Prozent zweistellig, besser als im Landesdurchschnitt, aber etwas schlechter als bei der Landtagswahl 2021.
Auch in drei weiteren Gemeinden der Verbandsgemeinde liegt die CDU über 40 Prozent, teilweise deutlich: in Niederkirchen bei 45,3 Prozent, in Deidesheim bei 42,2, in Ruppertsberg bei 41,1 Prozent. Nur Meckenheim geht seinen eigenen Weg, hier haben „nur“ 30,5 Prozent der Wähler für die CDU gestimmt. Die Gemeinde ist auch die einzige in der Verbandsgemeinde, in der die AfD über 20 Prozent liegt. Ihr schlechtestes Ergebnis erzielten die „Blauen“ in Forst, dort sind sie mit 7,5 Prozent nur einstellig. Zweistellig, aber doch deutlich unter dem Landesergebnis ist die AfD in Deidesheim (13,9 Prozent), Niederkirchen (15,7) und Ruppertsberg (12,2). Die SPD liegt in der Verbandsgemeinde Deidesheim in allen Orten unter dem Landesdurchschnitt, ihren schlechtesten Wert hat sie in Niederkirchen. Dort stellt die FWG den Ortsbürgermeister, und ginge es nach den Niederkirchenern, hätten die Freien Wähler auch den Einzug ins Landesparlament geschafft. Sie erreichten 6,4 Prozent. Auch in Meckenheim lagen sie über der Fünf-Prozent-Grenze, allerdings nur knapp.
VG Lambrecht: Uneinheitliches Bild
Die Verbandsgemeinde Lambrecht ist „rot“ geblieben, doch die SPD hat im Vergleich zu 2021 kräftig Federn gelassen: -11,5. Auf Gemeindeebene allerdings ist das Bild sehr uneinheitlich. In Elmstein und Weidenthal hat die SPD die Nase vorne, in Esthal die CDU und in vier Kommunen, Lambrecht, Lindenberg, Frankeneck und Neidenfels, ist die AfD stärkste Partei. In Frankeneck hatte die AfD bereits bei der Bundestagswahl 2025 besonders gut abgeschnitten, bei den Europawahlen 2024 waren es sogar 40,4 Prozent. Auch in Neidenfels hatte die AfD damals schon vor der CDU gelegen, allerdings nur sehr knapp.
Im traditionell tiefroten Elmstein liegt die SPD zwar vorne, doch auch dort ist die AfD mit 29,2 Prozent der Stimmen sehr stark, deutlich stärker als die CDU (21,6). Die Grünen schaffen es noch nicht einmal über die Fünf-Prozent-Grenze. In der gesamten Verbandsgemeinde ist die Partei schwach (fünf Prozent), nur in Lindenberg sieht es mit acht Prozent ein bisschen besser aus.
Als tief in der Sozialdemokratie verwurzelt galt einst auch Weidenthal, seit 2019 steht allerdings mit Ralf Kretner ein Christdemokrat an der Spitze des Dorfes. Die CDU erreicht jetzt aber mit 23 Prozent nur den dritten Platz, hinter SPD (30,3) und AfD (27,3).
Die einzige schwarze Gemeinde in der VG ist Esthal, die CDU liegt mit 29,7 Prozent vor der SPD (28,7). Aber auch hier holt die AfD 20,3 Prozent, mehr als im Landesdurchschnitt. Von den kleinen Parteien liegen die Freien Wähler (4,9) und das BSW (4,7) nahe an der Fünf-Prozent-Grenze.
