Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: „Ein Hoch auf uns“ beim Neujahrsempfang der Stadt im Saalbau

„Ein Hoch auf uns“: das große musikalische Finale am Ende des Neujahrsempfang mit „Stolen Sixpence“ und dem „Wir waren Weinkehlc
»Ein Hoch auf uns«: das große musikalische Finale am Ende des Neujahrsempfang mit »Stolen Sixpence« und dem »Wir waren Weinkehlchen«-Chor. Foto: Mehn

Beim Neujahrsempfang der Stadt im Saalbau steht das Wir-Gefühl im Vordergrund. Und auch wenn es noch viel zu tun gibt, sollen die Erfolge nicht verschwiegen werden. Rund 1000 Gäste gefällt’s. Am Ende heißt es musikalisch: „Ein Hoch auf uns“.

Ein selbstgezogener Glücksklee könnte in den nächsten Wochen viele Fensterbänke in Neustadt und der Region zieren. Ein Glücksklee, den beim Neujahrsempfang der Stadt am Freitagabend im Saalbau Mitglieder der Trachtengruppe vielen Gästen zur Begrüßung in die Hand drückten. Natürlich nicht als fertiges Grün. Verpackt waren Substrat und Zwiebel in einem kleinen Holzwürfel, versehen mit dem Schriftzug Neustadt an der Weinstraße.

Dass es zwar auch Glück, vor allem aber Einsatz und Motivation braucht, um erfolgreich voranzukommen oder etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun, demonstrierten die vielen Gäste auf der Bühne. Moderiert von Oberbürgermeister Marc Weigel und der Mußbacher Weinprinzessin Sandra Eder wechselten sich – wie 2019 – Vertreter aus verschiedenen Bereichen von Sport über Kultur und Wirtschaft bis zum Ehrenamt ab.

Aus allen Bereichen

Darunter beispielsweise die „Mußbacher Mäher“, die sich seit zehn Jahren ehrenamtlich um Grünanlagen im Weindorf kümmern und auch noch ein Online-Tagebuch führen. Oder erfolgreiche Sportler, wie die U16-Wasserballer, junge Athleten der Tanzmanufaktur und der 18-jährige Fechter Laurenz Rieger. Für einen ganz besonderen Rhythmus sorgte Unternehmer Florian Alexandru-Zorn von der Neustadter Onlinelessons.TV GmbH. Per Video eingeblendet, spielte er Schlagzeug und die mit Schlagstöcken ausgestatteten Zuschauer im Saal konnten mitmachen.

Dieses Mitmachen war es auch, was Oberbürgermeister Weigel in seiner Neujahrsrede einforderte: Engagement in und für Neustadt, um die Stadt weiter voranzubringen. Ein Beispiel? Unter anderem warb Weigel dafür, in der Stadt einzukaufen, statt im Internet zu klicken. „Heimatshoppen heißt das auf Neudeutsch“, erklärte er und nicht nur der Applaus vieler Gewerbetreibender war ihm dafür sicher.

Kleiner Stau gegen 19 Uhr

Als um 18 Uhr die Türen des Saalbaus öffneten, standen bereits so einige der rund 1000 Gäste bereit. Gegen 19 Uhr staute es sich sogar am Einlass, kurz darauf war die gute Stube der Stadt proppenvoll. Im Gegensatz zu 2019 konnte diesmal vor dem offiziellen Programm zwei Stunden lang flaniert und das Gespräch gesucht werden.

Eine Gelegenheit, die unter anderem die Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis Neustadt-Speyer, Isabel Mackensen (SPD) und Johannes Steiniger (CDU), nutzten. Obwohl in Speyer zeitgleich eingeladen worden war, wie der OB mit leichter Genugtuung feststellte.

Derweil sorgten die Trachtengruppe und Mitarbeiter der Stadtverwaltung dafür, dass das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. Drei Weine aus Königsbach, Haardt und Geinsheim sowie der Neustadter Jubiläumswein, eine Cuvee aus Rieslingtrauben aller neun Weindörfer, wurden ausgeschenkt, hinzu kam ein Sekt aus Geinsheim. Alles unterlegt mit dem üblichem Laugengebäck, derweil die Big Band des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Gutes fürs Ohr bot.

Stühle und Stehtische

Wie gehabt, war die Mitte des Saalbaus bestuhlt, während in den Seitenflügeln Stehtische aufgestellt waren. Dort sowie im hinteren Bereich herrschte denn auch nicht unbedingt die notwendige Ruhe, um das bunte Programm zu verfolgen. Zumal nicht jeder der Bitte von Weinprinzessin Sandra Eder Folge leisten wollte, zum weiteren Plaudern ins Foyer zu gehen.

Doch spätestens dann, als das zwölf Jahre alte Nachwuchstalent Davit Nikalayan auf der Bühne in Aktion trat und „Ich lass’ Konfetti für Dich regnen“ sang, waren alle auf dem gleichen Level. Dass René Rust vom erfolgreichen DTM-Team Rosberg nicht dabei sein konnte, sondern wegen einer Erkrankung per Video grüßen musste, machte Team-Chef Arno Zensen live wett.

Partnerstädte grüßen

Überhaupt die Videoclips. Auf diese Weise waren auch die Neustadter Partnerstädte wieder eingebunden, alle voran Neueinsteigerin Echt-Susteren aus den Niederlanden. Mit einem launigen Dorfporträt stellte Bürgermeister Jos Hessels seine Stadt vor und dürfte damit viel Sympathie im Saalbau erworben haben. Auch Mâcon, Lincoln, Wernigerode, Quanzhou und Mersin sendeten Neujahrsgrüße.

Dass das große Finale musikalisch geprägt war, liegt auf der Hand. Bei „Ein Hoch auf uns“, intoniert von der Neustadter Band „Stolen Sixpence“ und dem Ehemaligenchor der Weinkehlchen, traf sich alles noch einmal auf der Bühne – gefühlt auch die Zuschauer im Saal.

Kommentar: Unterhaltsam

Nicht jedem gefällt alles, aber für jeden ist etwas dabei. So könnte man auch im zweiten Jahr des neuen Programms beim Neujahrsempfang der Stadt Neustadt die Stimmung beschreiben. Während die einen nur Leute treffen und plaudern wollen, verfolgen die anderen konzentriert das Bühnenprogramm. Fast fünf Stunden kann dafür einplanen, wer seinen Eintritt von 15 Euro in Gänze auskosten will, Getränke und Laugenhäppchen inbegriffen. Einziger Wermutstropfen: die nicht unbedingt optimale technische Ausstattung im Saalbau. Weiter hinten die Dialoge auf der Bühne zu verfolgen, war nicht immer leicht.

Stimmen von Besuchern des Neujahrsempfangs finden Sie hier, einen Bericht über die Neujahrsrede des Oberbürgermeisters hier.

An Applaus wird nicht gespart.
An Applaus wird nicht gespart. Foto: Mehn
Der Glücksklee-Würfel.
Der Glücksklee-Würfel. Foto: Mehn
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