Neustadt
Kita Pestalozzistraße bekommt Zufahrt und Parkplätze
Schon seit 50 Jahren wird zwischen Stadtverwaltung und Verantwortlichen der Kita Pestalozzistraße in Lachen-Speyerdorf über die Erschließung des Kindergartens am Ortsrand diskutiert. Schon im März 1975 signalisierte das damalige Oberbürgermeister-Büro dem Elternausschuss, dass eine Zufahrtsstraße mit Wendeplatz und Parkmöglichkeiten gebaut werde. Damals hieß es im Schreiben sogar noch, die Arbeiten sollen beginnen, sobald es das Wetter zulässt.
Nun, daraus wurde nichts. Als es Ende 2021 und Anfang 2022 dann um die Erweiterung der Kita ging, damit dort künftig 178 Kinder betreut werden können, war die Millioneninvestition weniger ein Streitthema als die Erschließungsfrage. Pläne für die Verkehrsführung wurden im März 2022 im Bauausschuss präsentiert, aber erst einmal zurückgestellt. Man wollte abwarten, bis die Erweiterung abgeschlossen ist, um in der Pestalozzistraße nicht zwei große Baustellen zeitgleich zu haben. Der Anbau biegt mittlerweile auf die Zielgerade ein und soll ab Sommer genutzt werden können. Zeit also, das Thema Erschließung wieder anzupacken.
Am Ende intensiver Beratungen in dieser Woche in Ortsbeirat Lachen-Speyerdorf und Bauausschuss gibt es eine Lösung, die eine große Mehrheit mitträgt. Allerdings entspricht diese Lösung nicht ganz den Wünschen von vielen Beteiligten, weshalb die Kritik an den Plänen der Stadt nicht abebbt, sondern weiter deutlich vorgetragen wird. Knackpunkt dabei: Es gibt einen intensiven Hol- und Bringverkehr, sodass es immer wieder Verkehrschaos in der engen Pestalozzistraße gibt, zumal dort neben der Kita auch die Grundschule ist. Daher soll eine kleine Straße zur Kita mit Parkplätzen gebaut werden, damit Eltern ihre Kinder dort absetzen können. Strittig war und ist, wo es dann noch zu gefährlichen Situationen kommen könnte.
Parkplätze werden breiter
Folgenden Vorschlag hat Konstantin Boltenhagen, Leiter der Abteilung Tiefbau, für die Stadt vorgestellt. Ziel der Stadt ist es, ausreichend Stellplätze für Eltern zum Bringen und Abholen der Kinder zu schaffen (Kurzzeitparkplätze) und ergänzend auch einige Stellplätze fürs Personal dort anzubieten. So kam die Planung auf 20 Parkplätze mit einer Breite von 2,65 Metern. Aufgrund der aktuellen Haushaltssituation ist laut Boltenhagen nur eine Erschließungsvariante für rund 285.000 Euro machbar. Diese sieht zum einen die Parkplätze und eine Stichstraße vor, die in Höhe der Grundschul-Rückseite endet. Die Kita können die Kindern dann in wenigen Metern auf einem Gehweg erreichen. Auf dem Gehweg in der Pestalozzistraße seien Hinweise auf die Ein- und Ausfahrt vorgesehen, um dort für Sicherheit zu sorgen. Bau- und Verkehrsdezernent Bernhard Adams lässt zudem prüfen, ob die neue Stichstraße als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden kann. Dies würde dort Schrittgeschwindigkeit vorschreiben, was ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor sei, so Adams.
Adams und Boltenhagen sind überzeugt, dass sie eine für die Situation angemessene und sinnvolle Planung vorgelegt haben. Dennoch wurde in Ortsbeirat und Bauausschuss intensiv über Details diskutiert. Auf Kritik stieß, dass in der Stichstraße entgegen der Planung von 2022 kein Wendehammer mehr vorgesehen sei. Boltenhagen verteidigte die neue Planung, dass man auf der Straße in Höhe eines kaum genutzten seitlichen Schultores gut wenden könne. Der Wendehammer hätte zum Verlust von vier Parkplätzen geführt, was nicht verhältnismäßig sei. Für die Stadt ist die präsentierte Lösung angemessen und sicher für Autofahrer und Fußgänger, betonte Adams. Der Sicherheitsaspekt war von mehreren Fraktionen bemängelt worden.
Auf Wunsch der CDU im Bauausschuss wurde aber die Parkplatzbreite auf 2,80 Meter erhöht – der Verlust eines Parkplatzes wird in Kauf genommen. Es bleiben 19 Stellplätze übrig. Die CDU begründete ihren Vorstoß damit, dass Kinder mehr Platz beim Öffnen der Autotüren bräuchten. Adams war damit einverstanden.
Kritik aus Lachen-Speyerdorf
Nach der Sitzung des Ortsbeirats meldete sich Claus Schick (SPD) mit einer Stellungnahme und deutlicher Kritiker. Er sei enttäuscht vom aktuellen Entwurf. Er verstehe nicht, warum die Verwaltung nicht auf die 2022 vorgelegten Wünsche des Ortsbeirats eingegangen sei. Schick: „Die vorgelegte Variante ist nicht alltagstauglich und entspricht in keinster Weise dem ursprünglichen Ziel einer sicheren Zuwegung.“ Durch die Kompromisse im neuen Plan gehe Sicherheit für die Kinder verloren, beklagt Schick. Gefährlich werde es vor allem, wenn Autofahrer wieder rückwärts aus der Stichstraße rausfahren müssen und dann auf Fußgänger und Radfahrer in der Pestalozzistraße treffen. Daher wäre ein Wendehammer wichtig gewesen.
Lachen-Speyerdorfs Ortsvorsteherin Fabienne Gerau-Frisch (CDU) sieht angesichts der Wartezeit von 50 Jahren den Vorschlag der Verwaltung „als ersten Schritt in die richtige Richtung“. Es handele sich ihrer Meinung nach nicht um „die finale und ganz optimale Lösung“. Daher schlägt sie vor, die Situation genau zu beobachten, wenn der Kita-Anbau in Betrieb genommen wird. Gerau-Frisch zeigt sich ebenfalls besorgt, dass es keinen Wendehammer mehr geben soll am Ende der Zufahrt. „Dies könnte zu Verkehrsproblemen führen, da täglich 450 Kinder in diesem Bereich unterwegs sind“, so Gerau-Frisch.