Haßloch
Holiday Park: Burg Falkenstein wird zum Schlumpfland
Am Haupteingang der Burg Falkenstein weisen ein paar Schilder darauf hin, dass hier etwas Neues entstehen wird. Zum Öffnen der Tür drückt man gegen einen Türzieher. Sofort beginnt eine laut-fröhliche Melodie zu spielen. Dazu gibt Schauspieler Christoph Maria Herbst ein paar Sprüche seiner Filmsprechrolle „Gargamel“ zum Besten, dem Widersacher der blauen Schlümpfe. Damit muss sich der neugierige Besucher erstmal zufriedengeben. Ende 2024 oder 2025 soll die neue „Schlumpfland“-Attraktion im Holiday Park eröffnen. Angepriesen wird sie als „Themenfahrt für die ganze Familie“, die die Welt von „Papa Schlumpf, Schlumpfine und Gargamel“ lebhaft vermitteln kann.
Burg Falkenstein über dreißig Jahre in Betrieb
Ersetzen werden die Schlümpfe die bisherige „Burg Falkenstein“-Attraktion. Die Mittelalter-Fahrt befand sich seit 1987 in Betrieb. Jan Tonhauser, Marketing-Mitarbeiter, erklärt, dass die Konzernmutter Plopsa aus Belgien, 2021 entschied, die Bahn zu schließen. „Die Bahn war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Tonhauser, der „Familien mit Kindern“ als die Zielgruppe des Parks hervorhebt. Wenig „kinderfreundlich“ seien besonders die Figuren gewesen, die in der Bahn aufgestellt waren. Sie zeigten vor allem die düstere Seite des Mittelalters, also Menschen im Kerker, Feierwütige und auch leichter bekleidete Personen. Auf einer Schiene mit Endlos-System durchliefen Besucher mehrere Stationen, die einen Kerker oder Thronsaal zeigten. Dieses funktioniert so, dass die Wagen ohne anzuhalten über die Schienen fahren. Besucher können ohne große Wartezeiten ein- und aussteigen.
Verkaufserlös von 30.000 Euro gespendet
Anfang November 2022 wurde die Bahn geschlossen.Bereits zuvor wurden die Figuren sowie das Inventar an Interessierte versteigert. Die Summe von 50.000 Euro, die dabei zusammenkam, wurde für wohltätige Zwecke gespendet, so Tonhauser.
Seitdem befindet sich die Bahn im Umbau. Von außen ist davon noch nicht viel zu sehen. Nur der hohe Turm der Burg ist abgetragen worden. Für das Schlumpfland soll dort ein schlossähnlicher Bereich entstehen. Laut den Plänen, die man sich vor Ort im „Preview Center“ anschauen kann, wird der Hauptzugang ein künstlicher Baum werden – passend zum Schlumpfthema. Ist die Bahn erstmal fertig, werden Besucher in Wagen einsteigen, die wie angebissene Äpfel aussehen.
Tonhauser: „Figuren kommen als letztes“
Im Inneren der Burg ist es düster. Die Bauarbeiten sollen demnächst wieder Fahrt aufnehmen, informiert Tonhauser und spricht von einer „heißen Phase“. Bereits grundsaniert ist der rund verlaufende Eingangsbereich, in dem Besucher in die Wagen einsteigen werden. Das gesamte Schienennetz bleibt bestehen. Auch das Endlos-System soll bleiben. Dennoch müsse die Technik erneuert werden. Im oberen Geschoss sind die hohen Trennwände abgetragen worden. Als Folge ist eine große Halle entstanden, die noch karg wirkt. „Als Letztes kommen die Figuren“, sagt Tonhauser. Beim Umbau wolle sich der Konzern Zeit lassen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ist die Bahn erstmal fertig, soll sie auch während der Wintersaison geöffnet bleiben.
Mutterkonzern Plopsa plant mehr Investitionen
Die Neugestaltung der Burg Falkenstein reiht sich in andere Investitionen des Mutterkonzerns Plopsa ein, der mehrere Freizeitparks in Europa betreibt. 2019 eröffnete der Konzern in Haßloch die „Holiday Indoor“-Halle. Im Jahr darauf ging die Wasserattraktion „DinoSplash“ an den Start. 2021 folgte dann der Wickie-Themenbereich. Insgesamt 20 Millionen Euro hat sich die Parkführung das bisher kosten lassen.
In den kommenden Jahren soll ein Hotel und mit dem „Tomorrowland“ ein neuer Themenbereich entstehen. Dieser wird das bisherige Aquastadion und den Seebereich im Park umfassen. Dafür arbeitet der Plopsa-Konzern mit dem Kreativteam des Tomorrowland-Festivals zusammen.
Teilgenommen hat Plopsa auch an einer europaweiten Ausschreibung der Gemeinde Haßloch zum Neubau eines Schwimmbads am Standort des heutigen Badeparks. Mitte Dezember hat der Gemeinderat entschieden: Plopsa und die Gemeinde gehen eine Kooperation ein. Der Badepark wird abgerissen, an seiner Stelle baut Plopsa etwa bis 2027 auf eigene Kosten und eigenes Risiko ein Schwimmbad mit Spaßelementen im Biene-Maja-Stil. Die Gemeinde bezahlt im Gegenzug ein jährliches Betriebsentgelt.