Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Holiday Park: Figuren der Burg Falkenstein werden versteigert

 Wohlgenährter Vasall, aktuelles Gebot: 360 Euro.
Wohlgenährter Vasall, aktuelles Gebot: 360 Euro.

Bis 13. November hat der Holiday Park seine Online-Auktion zum Abschied von der Burg Falkenstein verlängert. Ob Gefangener, Bogenschütze, Burgfräulein, Hofnarr, Schatztruhen oder das liebe Vieh: Auf Figuren und Inventar wird fleißig geboten. Die bekannteste Burgbewohnerin steht aktuell bei 600 Euro.

Lebten wir noch im Mittelalter, würde wohl ein fahrender Händler auf der Bildfläche erscheinen, um im Auftrag seiner Herren auf dem Marktplatz sämtliche Waren feilzubieten. Doch das stilechte Inventar der 1987 eröffneten Burg Falkenstein im Holiday Park wird, nachdem die Themenfahrt Anfang November nach 35 Dienstjahren stillgelegt wurde, ganz neumodisch im Internet versteigert.

Denn bis bald kleine blaue Gesellen sowie deren Erzfeind Gargamel die Burg unsicher machen dürfen, muss der alte Burgherr samt Gesinde weiterziehen: Am 13. November um 20 Uhr fällt bei der bereits laufenden Online-Auktion der virtuelle Hammer. Bevor der aufwendige Umbau für den ab 2024 vorgesehenen Themenbereich „Die Schlümpfe“ beginnen kann, wird zuerst Platz im Burginnern benötigt. Das bisherige Gefolge wird jedoch nicht einfach undankbar vom Hof vertrieben. Allen Fans wird stattdessen die oft gewünschte Möglichkeit gewährt, ehemaligen Burgbewohnern ein neues Zuhause zu geben oder Inventarteile zu ergattern. „Die hohe Nachfrage schon zu Auktionsbeginn ist daher keine Überraschung mehr für uns“, erläutert Bernd Beitz, Director Germany der Plopsa-Gruppe.

Gaukler, Gesinde, gekrönte Häupter

Hinter den 117 Auktionsnummern warten auf die Bieter fast sämtliche Burgbewohner, vom gekrönten Oberhaupt über Gaukler und Spielleute, adlige Damen und Herren bis hin zu wenig königlichem Gesinde, Gefangenen mit rasselnden Ketten sowie ein mittelalterliches Gelage mit reichlich gedeckter Tafel, dazu schwere Kronleuchter, Waffen und Schilde. Nur wenige Figuren und das Eingangsschild will der Park selbst für sein Museum oder vielleicht auch „Gastauftritte“ in anderen Attraktionen behalten. Im Angebot ist außerdem das liebe Vieh, das mit schuftenden Untertanen hinter den schweren Burgmauern zusammenlebte. Ob nun Schwein, Tanzbär, Hahn oder Maus – auf sie alle wird bereits seit Tagen fleißig geboten. Wer sich genau unter den regen Bietern tummelt, hat der Park trotzdem noch nicht einzeln mitverfolgt, berichtet Jan-Philipp Reinisch von der Marketingabteilung des Parks. „Es müssen jedoch viele richtige Liebhaber der Burg dabei sein“, nimmt er an. Denn: Selbst für eine „wirklich kleine Maus“ stünden die Gebote bislang schon bei 280 Euro.

Eine Abholung des Nagetiers sollte dafür immerhin deutlich leichter vonstatten gehen als die des feuerspeienden Drachen: Der verbirgt in seinem Innern eine massive Stahlkonstruktion, verrät Reinisch. Das exakte Gewicht des bis jetzt noch unerschütterlich aufgestellten Burgwesens sei zwar nicht dokumentiert, aber: „Auf jeden Fall ist der Drache sehr schwer“, stellt Reinisch fest.

Abbau nur in Eigenregie

Überhaupt ist beim späteren Abbau in Eigenregie – ein Versand ist strikt ausgeschlossen – schon etwas handwerkliches Geschick gefragt. Die ersteigerten Teile aus Styropor, Kunststoff oder Holz müssen selbst abmontiert werden. Einige pneumatisch angetriebene Figuren könnten sogar auswärts ihr bewegtes Leben fortführen, wenn sie von Bastlern ersteigert werden, vermutet Beitz. Bieter hätten vorab angefragt, ob sie Schläuche und Zubehör mitnehmen dürfen.

Hoch im Kurs steht bei den Gegenständen der Pranger. Für das einst beliebte Fotomotiv müssten Fans derzeit schon mindestens 780 Euro bezahlen. Und ein berühmtes Burgfräulein stellt ziemlich hohe Ansprüche: Die wohl bekannteste Bewohnerin der Burg Falkenstein hat Besuchern stets neugierige Blicke zugestanden, da sie in der halbdunklen Kammer nicht wirklich vollständig ihr Gewand anbehielt. In der Auktion werden derzeit 600 Euro auf die Figur geboten, was bis jetzt nur vom großen Feuerdrachen mit momentan 800 Euro getoppt wird. Selbst zwei einfache Leinensäcke stehen im Gebots-Rennen schon bei 120 Euro.

Erlös der Auktion für guten Zweck

„Womöglich kann es passieren, dass doch noch Schausteller oder thematisch passende Museen und Restaurants unter den Bietern sind, die eine Figur einsetzen wollen“, kann sich Reinisch gut vorstellen. Schon jetzt ist das Parkteam sehr gespannt, wo es ihre Burgbewohner wohl künftig hin verschlagen wird. Angebote von drei Firmen aus Deutschland und Holland, das Interieur der Burg komplett aufzukaufen, habe der Holiday Park jedoch abgelehnt, bestätigt Beitz. Erstens sei die Online-Auktion da längst angelaufen gewesen. Und zweitens sei es „doch so viel schöner für die Fans, die jetzt alle mitbieten können“.

Der Erlös werde zudem komplett für eine gute Sache verwendet, betont der Holiday-Park-Direktor. Nach aktueller Planung soll das Geld vor Ort in Haßloch eingesetzt und der Spendenzweck in Kürze mitgeteilt werden.

Online-Auktion

Noch bis Sonntag, 13. November, um 20 Uhr läuft die Online-Auktion auf www.holidaypark.de/de/goodbyeburg weiter. Auf der Homepage werden im Fall von Stornierungen weiter Restplätze für die Abschiedsführungen am Samstag, 5. November, angeboten.

Auch ein Drache ist zu haben, derzeitiges Gebot: 800 Euro.
Auch ein Drache ist zu haben, derzeitiges Gebot: 800 Euro.
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