Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Großer Rückhalt für neuen SPD-Vorstand

Marc-Finn Klein und Viola Küßner führen nun die Neustadter SPD. Für Pascal Bender (rechts) gab es zum Abschied eine besondere Eh
Marc-Finn Klein und Viola Küßner führen nun die Neustadter SPD. Für Pascal Bender (rechts) gab es zum Abschied eine besondere Ehrung.

Viola Küßner und Marc-Finn Klein bilden die neue Doppelspitze des Neustadter SPD-Ortsvereins. Bei der Mitgliederversammlung am Montagabend wurden zudem klare Ziele für die Kommunalwahl im nächsten Jahr genannt.

13 Jahre lang war Pascal Bender Vorsitzender der SPD. Nachdem er die ersten beiden Jahre des 2021 neu gegründeten Neustadter Ortsvereins noch an der Spitze begleitet hat, hat er sich nun wie angekündigt zurückgezogen. Bender bleibt aber Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und will sich auch über die Kommunalwahl 2024 hinaus dort engagieren. Seinen Platz im Vorstand nahm am Montagabend im Clubhaus des TSV Königsbach Marc-Finn Klein ein. Der 44-Jährige ist Sprecher der SPD-Ortsbeiratsfraktion Haardt und gehört der Partei seit 2017 an. Als ihn Bender auf eine mögliche Nachfolge angesprochen habe, „musste ich nicht lange überlegen, denn ich will für die Stadt etwas bewegen“, betonte Klein.

Die Mitglieder der SPD Neustadt gaben dem neuen Spitzenduo einen großen Rückhalt mit auf den Weg: Für Klein stimmten 39 der 42 anwesenden Mitglieder, drei enthielten sich. Noch klarer war die Sache bei Viola Küßner, die bereits seit 2021 mit Bender den Ortsverein führte und nun einstimmig im Amt als Co-Vorsitzende bestätigt wurde. Als gleichberechtigte Stellvertreter wurden Andreas Böhringer und Jens Wacker ebenfalls mit großen Mehrheiten gewählt.

Handeln statt Grundsatzdebatten

Bender verabschiedete sich mit einer engagierten Rede: Er hoffe auf einen „Ruck durch die Landesgartenschau; daraus gilt es etwas zu machen“. In der Verwaltung sah er „sehr viel Nachholbedarf“, um Prozesse und Abläufe zu verbessern. Die Abrechnungspanne beim Weinstraßenausbau in Diedesfeld sei „eine absolute Glanzleistung“ gewesen, bemerkte Bender ironisch. Zumal „im Nachgang noch mehr Fehler gemacht“ worden seien. Er habe dabei auch „klare Aussagen“ von FWG-Oberbürgermeister Marc Weigel vermisst, beklagte Bender. Die Grünen rief er beim Thema Klimapolitik auf, „nicht immer ellenlange Anträge“ einzubringen. Es sei wichtiger, „konkret zu handeln statt immer nur Grundsatzdebatten zu führen“.

Bei der Kommunalwahl 2024 streben die Genossen „zehn Sitze plus x“ an (derzeit hat die SPD acht Sitze, da der frühere Linke Stefan Huber-Aydemir sich im September 2022 der Fraktion angeschlossen hat). Auf dieser Basis wolle er „eine starke Koalition bilden, denn die wechselnden Mehrheiten bin ich leid, das ist nicht zielführend“, so Bender.

Willy-Brandt-Medaille für Pascal Bender

Laut Viola Küßner zählte der SPD-Ortsverein Ende 2022 263 Mitglieder, ein Jahr zuvor seien es 279 gewesen. Dass es auch bei den Jusos einen Rückgang von 23 auf 18 Mitglieder gegeben habe, „tut weh“. Man bemühe sich um neue Mitglieder und wolle mit dem Konzept „Fraktion vor Ort“ gezielt Themen ansprechen und Präsenz zeigen.

Landtagsabgeordneter Claus Schick bezeichnete die SPD als „einzige Opposition“ im Stadtrat, da niemand aus der Partei dem Stadtvorstand angehöre. Wie Bender wünschte sich Schick ein Ende der wechselnden Mehrheiten: „Ich wünsche mir saubere Verhältnisse und dass wir mit einem Partner gestalten können. Es muss klar sein, wer verantwortlich ist.“

Als alle Formalitäten erledigt waren, gab es für Pascal Bender noch eine besondere Ehrung. Für seine Verdienste wurde ihm die Willy-Brandt-Medaille, die höchste Auszeichnung der SPD, verliehen. Laudator Andreas Böhringer würdigte Benders Leistung, über 13 Jahre lang „die verschiedenen Stimmen zusammenzuführen“. Zudem habe er die Partei nie dominieren wollen und die Fusion der Ortsvereine gut organisiert: „Ihm ist es gelungen, einen fairen Konsens zu erreichen.“

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