Neustadt
Feuerwehrgerätehaus Hambach nach dem Großbrand: So läuft die Sanierung
Das Feuerwehrgerätehaus im Diedesfelder Weg in Hambach ist die Heimat des Löschzugs Süd für Wehrleute aus Diedesfeld und Hambach. Dort wurde am Abend des 20. Juli 2024 auch noch schön beim Spießbratenrock gefeiert. Umso größer der Schock einen Tag später, als am Sonntagmorgen bei Aufräumarbeiten das Feuer im eigenen Gerätehaus festgestellt wurde. Ein technischer Defekt an einem Einsatzwagen hatte den Großbrand mit immensem Schaden verursacht.
Seither ist der Alltag des Löschzugs Süd anders als gewohnt. Auf der Fläche neben dem Gerätehaus ist im Herbst eine provisorische Halle für die Fahrzeuge errichtet worden, außerdem können seit Monaten einige Räume im eigentlichen Gerätehaus genutzt werden. Doch alle wollen wieder richtig gute Bedingungen für die Feuerwehrarbeit. Und dies scheint tatsächlich bald wieder möglich zu sein. Denn die Verantwortlichen bei der Stadt sind zuversichtlich, dass sie bis August die Brandsanierung abschließen können und die Feuerwehr dann wieder einziehen kann. Die Aufgabe war und ist extrem anspruchsvoll – die Kosten für die Sanierung werden bei rund 550.000 Euro liegen.
Schadstoffe beseitigt
Da ein Versicherungsfall vorliegt, muss die Stadt einen Großteil der Kosten nicht selbst tragen. Aber umgekehrt bedeutet diese Konstellation auch, dass die Stadt viele Themen rund um die Sanierung genau abklären muss, damit die Kosten auch von der Versicherung getragen werden. Das hat das ganze Sanierungsprojekt ebenso wie die immensen Schäden am Gebäude zu einer komplexen und langwierigen Aufgabe gemacht, wie Projektleiter Lucas Berrsche (Sachbearbeitung Hochbau) und Nina Heeskens (Abteilungsleitung Bauprojekte) berichten.
So dauerte es bis Dezember, bis alle durch den Brand entstandenen Schadstoffe beseitigt waren und alles gut gereinigt war. Alles Arbeiten, die wie das Streichen der Wände von außen nicht zu sehen waren. Daher sind Berrsche und Heeskens froh, dass seit ein paar Tagen der Blick auf das Feuerwehrgerätehaus wieder frei ist und alle die neuen Hallentore sehen können. „Sie wurden zwar schon im April geliefert und montiert. Aber die Verschalung blieb zunächst dran. Wegen der Arbeiten an der Fassade wollten wir so verhindern, dass an den neuen Toren gleich wieder Schäden auftreten“, erklärte Heeskens.
Fahrzeughalle komplett erneuert
In der Fahrzeughalle hat sich in den vergangenen Monaten am meisten verändert. Hier war das Feuer an einem geparkten Fahrzeug ausgebrochen. „Nach dem Brand war alles komplett verraucht, die Scheiben waren geplatzt, die Tore geschmolzen, auf den Leitungen war überall Ruß, zum Teil waren Leitungen und Anschlüsse auch geschmolzen“, beschreibt Berrsche. Daher habe zunächst alles gründlich gereinigt werden müssen. Alle Leitungen hätten aufgrund der Schäden ausgebaut werden müssen. Inzwischen ist die Neuinstallation fertig, nur die Decke der Fahrzeughalle ist noch offen. Bei der Neumontage habe man sich an den bestehenden Leitungsstrukturen orientieren können. Das Unglück vom Vorjahr sei genutzt worden, um das Feuerwehrgerätehaus nun auf einen modernen Stand zu bringen. Rußschäden gab es zudem an den Außenwänden. Weshalb auch dort Handwerker tätig sind und für neue Fassaden sorgen.
Zum Thema Modernisierung gehört laut Berrsche auch, dass es nun zwei Trinkwasserleitungen gibt. Eine ist größer dimensioniert und dient künftig dazu, den Löschwassertank der Fahrzeuge zu befüllen. „Die Fahrzeuge werden dabei mit 4000 Liter Wasser befüllt, das dauert 20 Minuten“, erläutert Berrsche die Dimensionen. Fürs normale Trinkwasser wären solche Leitungen indes überdimensioniert, die Gefahr einer Keimbildung wäre enorm. „Daher gibt es fürs Trinkwasser ein eigenes Leitungssystem“, so Berrsche. Die Abgasanlage in der Fahrzeughalle mit Platz für vier Fahrzeuge wird ebenfalls komplett neu eingebaut. Zudem sind die im April eingebauten Tore nun vollelektrisch, vorher waren sie maschinell mit einem Kettenzug. „Wir werden hier dann alles komplett auf dem aktuellen Stand haben“, sagt Heeskens.
Neue Decke für den Schulungsraum
Andere Räume des Gerätehauses stehen der Feuerwehr bereits wieder zur Verfügung. Die Schäden waren dort – etwa im Treppenhaus – bei weitem nicht so groß wie in der Fahrzeughalle. Das war auch dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken. Die Wehrleute verhinderten ein Übergreifen der Flammen. Trotzdem mussten alle Räume gereinigt werden. Überall fand sich Ruß.
Noch Arbeit steht in der Küche an. Sie liegt über der Fahrzeughalle und wurde von unten komplett verrußt. „Ein Fenster hat es gesprengt, weil direkt darunter das brennende Fahrzeug war“, erläutert Berrsche. Inzwischen ist alles gereinigt. Dafür mussten die Geräte demontiert werden. „Nun muss alles wieder eingebaut werden.“ Noch umfangreicher ist der Aufgabenkatalog im Schulungsraum. Heeskens ist froh, dass die besonderen Lampen dort erhalten werden konnten. „Wir haben sie aber auf LED umgestellt.“ Da auch in den Schulungsraum viel Rauch eingedrungen war, musste die Deckenverkleidung abgenommen werden, um zu prüfen, ob es zu Schäden an der Dachkonstruktion kam. „Die Deckenverkleidung war aus Holz. Den Brandgeruch haben wir dort nicht mehr rausbekommen. Daher wird die Verkleidung ausgetauscht. Das muss schon im Sinne der Aufenthaltsqualität sein“, so Heeskens.
Die beiden Stadt-Mitarbeiter sind froh über den Fortschritt der Sanierung und zuversichtlich, alle Arbeiten bis August abschließen zu können. Dann könne die Feuerwehr wieder alles nutzen und die gemietete provisorische Halle werde dann abgebaut und zurückgegeben.