Neustadt
Ein Jahr im Amt : Mußbachs Ortsvorsteher Ipach als Herr vieler Baustellen
Roland Ipach kommt gerne auf den Punkt und spricht Themen direkt an. So auch seine Antwort auf die Frage, wie es ihm denn nach einem Jahr im Amt des Mußbacher Ortsvorstehers geht: „Ich wusste, worauf ich mich einlasse; ich war zuvor ja 15 Jahre lang Stellvertreter.“ Der 71 Jahre alte FWG-Mann ist sich beim Blick auf seine Amtsperiode sicher: „Ich werde als derjenige Ortsvorsteher in die Geschichte eingehen, bei dem es die größte Baudichte gab.“
Und die Baustellen führen ihn gewissermaßen quer durch den Ort. Eine davon ist gar nicht weit vom Rathaus entfernt: das Neubaugebiet am Bahnhof. Ipach ist froh, dass die ersten Gebäude nun „so langsam stehen“. Es habe bei dem Projekt immer wieder Verzögerungen gegeben: „Gut, dass es jetzt läuft.“ Wichtig für Mußbach und den gesamten Neustadter Norden sei zudem, dass es dort mit der Ansiedlung der Ärzte geklappt habe. Ipach ist entsprechend zuversichtlich, dass auch die Planung der Reihenhäuser gut voranschreitet, dass bald gebaut wird – „und Ende 2026 dann der Einzugstermin sein kann“. Dass Mußbach am Bahnhof eine große Arztpraxis bekommt, sei für die Infrastruktur im Weindorf ebenso wichtig wie die Apotheke im Ort. „Ich sage den Leuten aber immer, dass man die Angebote vor Ort auch nutzen und durch Einkäufe und Besuche unterstützen muss“, so Ipach. Eines ist ihm mit Blick auf die Bebauung am Bahnhof wichtig: Er begleite nun die Umsetzung. Über das Vorhaben werde aber schon lange diskutiert. Sein Vorgänger Dirk Herber (CDU) habe da „viel gemacht“.
Beschwerdebriefe zu Glasfaser
Stichwort viel machen: Das gilt Ipach zufolge beim Thema Glasfaserausbau. „Langwierig und anhaltend“, so umschreibt er die Aufgabe. Er sammle regelmäßig Beschwerdebriefe entnervter Bürger, die verzweifelt sind, weil sie keinen schnellen Internetanschluss bekommen oder aufgrund der löchrigen Straßen. „Das dauert alles sicher noch ein Jahr“, ist Ipach überzeugt. Denn im gesamten Ort verteilt gebe es Straßen und Bereiche, an denen noch Anschlussleitungen verlegt werden müssen. Und dann müsse auch noch das große Thema Bahnüberquerung geklärt werden, weil die Deutsche Glasfaser dafür die Genehmigung der Bahn brauche. Und im Ort müssten am Ende auch noch alle Straßen wieder vernünftig hergestellt werden. Ipach will verhindern, dass Mußbach einem Flickenteppich gleicht: „Es muss ordentlich hinterlassen werden“, verdeutlicht der Ortsvorsteher.
Dritte große Komponente in Sachen Baustellen sei der Straßenbau. Ipach weiß, dass dies immer mit Einschränkungen und Belästigungen für die Anlieger verbunden ist. Er sei trotzdem froh darüber: „Gott sei Dank wird etwas gemacht, denn die Straßen in unserem Ort sind zum Teil in einem desolaten Zustand.“ Mit Spannung sieht er der für nächstes Jahr geplanten Generalsanierung der Straße An der Bleiche entgegen. Wichtig sei, dass der Allee-Charakter erhalten bleibt, so Ipach. „Das wird eine große Herausforderung.“
Ideen für die Weinfeste
Was den Ortsvorsteher ebenfalls viel beschäftigt: die Bürokratie und Kommunikation mit der Stadtverwaltung. Er sehe sich als Mittler zwischen den Bürgern und der Stadt, gebe Hinweise weiter und dränge auf Umsetzung. Da speziell rund um die Weinfeste vieles zu regeln sei, verbringe er auch viel Zeit am Computer im Rathaus. „Ich bin eigentlich jeden Tag im Büro.“ Aber er sei auch oft mit dem Rad in Mußbach unterwegs: „Dann schaue ich nach den Baustellen und rede mit den Anwohnern.“ Richtig viel Freude hat er bei den Besuchen zu runden Geburtstagen und bei Ehejubiläen: „Die Leute freuen sich, wenn man kommt. Das sind immer richtig nette Gespräche.“ So etwas motiviere.
Stichwort Feste. Als Ortsvorsteher wolle er sich auch dort um Verbesserungen bemühen. Ipach ist froh, dass beim Eselshautfest erstmals ein mobiler Toilettenwagen zum Einsatz kam. „Das hat ergänzend zu den festen Toiletten gut geklappt und war vor allem für die Frauen eine gute Entlastung.“ 2026 soll es wieder einen Toilettenwagen geben. „Gerne noch größer“, sagt Ipach. Aber es gebe dabei eine Herausforderung: „Der Wagen muss durchs Hoftor passen.“ Bei der Johanneskerwe wünscht sich Ipach ebenfalls Veränderungen und möchte für den Freitagabend wieder eine richtige Eröffnung hinbekommen und im Hof der Winzergenossenschaft einen Kerweplatz mit Kirmesständen etablieren. „Mal schauen, was da klappt“, so Ipach. Er betont: „Ich habe Spaß an meiner Arbeit. Wenn mal jemand meckert, ertrage ich das locker.“