Neustadt
Östlich des Hauptbahnhofs: Büros für 370 Beschäftigte?
Das östliche Bahnhofsumfeld
18.700 Quadratmeter Fläche sollen östlich des Neustadter Hauptbahnhofs neu gestaltet werden. Das Gelände, das heute vor allem für Parkplätze und die neue Rad-Abstellanlage dient, reicht von der Bahnhofstraße entlang des Gebäudes der Bundespolizei über die Esso-Tankstelle/alte Bahnkantine bis zum östlichen Zipfel Ecke Landauer Straße/Alban-Haas-Straße. Demnach ist es in drei Baufelder unterteilt: West, Mitte und Ost.
Die Projektpartner
Das Gelände gehört der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und der Deutschen Bahn. Sie haben zusammen mit der Stadt Neustadt im Oktober 2021 eine Machbarkeitsstudie „Bahnhof Ostseite“ beschlossen, um das Areal zu entwickeln. Unterstützt wird das Projekt vom Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd mit Sitz in Kaiserslautern. Das ist auch deshalb wichtig, weil bei der Neustrukturierung des Geländes Fläche frei bleiben muss, um das Stichgleis 1a im Hauptbahnhof einmal ausbauen zu können.
Die Machbarkeitsstudie
Die Machbarkeitsstudie, von zwei externen Planungsbüros erstellt, liegt vor und liefert verschiedene Szenarien. Dabei wird auch gesagt, welches Szenario bevorzugt verfolgt werden soll, und wie der Plan B aussehen könnte. Im Februar wird der Stadtrat darüber diskutieren. Vorab haben sein Bauausschuss sowie der Innenstadtbeirat bereits empfohlen, der Studie zuzustimmen und die Verwaltung zu beauftragen, die bevorzugte Nutzung intensiver zu prüfen.
Das städtebauliche Konzept
Im Prinzip geht es darum, die Fläche mit mehrgeschossigen Häusern zu bebauen, die sich in Größe und Gestaltung ihrem Umfeld anpassen. Erschlossen würde das Gelände über die Landauer Straße: Damit gäbe es zwei Kreuzungen – einmal als Hauptkreuzung mit der Hohenzollernstraße und ihrer Ampelanlage, sowie alternativ mit der Moltkestraße. Hinzu käme im mittleren Baufeld ein Parkhaus entlang der Bahngleise. Dieses soll öffentlich sein, aber auch Bahnkunden sowie den Nutzern der neuen Gebäude Stellplätze bieten. Ergänzt würde das Parkhaus durch überdachtes Fahrrad-Parken, Car-Sharing sowie eine Kurzzeit-Zone für Menschen, die Bahnreisende zum Zug bringen. Vom Parkhaus aus soll es barrierefrei zum Bahnhof und in die Innenstadt gehen, zudem würde es im oberen Bereich an den Fußgängersteg über die Gleise im Hauptbahnhof angeschlossen.
Die bevorzugte Nutzung
In allen drei Baufeldern könnten vor allem Büroflächen geschaffen werden. Im Idealfall geschieht das durch einen einzigen privaten Investor – und der Stadt als Mieter. Um selbst investieren zu können, hat die Stadt nicht das Geld. Das Ziel: Aktuell ist die Stadtverwaltung auf zahlreiche Gebäude verteilt, unter anderem in der Amalienstraße (Bauverwaltung), in der Hindenburgstraße (Bürgerdienste), in der Talstraße (Stadtarchiv), in der Konrad-Adenauer-Straße (Jugend und Soziales), in der Bahnhofstraße (Gebäudemanagement), in der Karl-Helfferich-Straße (Umwelt) und natürlich im Rathaus, das saniert werden müsste. Beschäftigt werden rund 1200 Mitarbeitende. Auf dem Gelände östlich des Bahnhofs könnten laut Studie etwa 370 Büro-Arbeitsplätze entstehen.
Der Plan B
Im Bauausschuss wurde angeregt, sich nicht darauf zu konzentrieren, dass die Stadtverwaltung künftige Gebäude nutzt. Auch andere Möglichkeiten sollten ausgelotet werden. Laut Baudezernent Bernhard Adams wurden die Fühler bereits ausgestreckt, bislang aber ohne belastbares Ergebnis. Unabhängig davon sieht die Machbarkeitsstudie als zweites mögliches Szenario eine Mischnutzung vor: Dienstleistungen, Büros und Wohnen. Ebenfalls nachrangig sollte dann geprüft werden, ob sich zwei Investoren fänden und die Baufelder zeitlich versetzt realisiert würden.
Wie geht es weiter?
Zunächst einmal hat der Ausbau des Bahnhofsvorplatzes Vorrang. Dort laufen die Arbeiten seit Jahresbeginn. In diesem Jahr will die Deutsche Bahn dann auch anfangen, das Bahnhofsgebäude zu sanieren. Spätestens bis zur Landesgartenschau soll alles fertig sein, ebenso das benachbarte private Hotel samt Parkhaus auf dem früheren Postgelände. Unabhängig davon läuft Mitte 2024 der Pachtvertrag mit der Esso-Tankstelle aus. Derweil wird immer konkreter auf Grundlage der Machbarkeitsstudie in die Neugestaltung des östlichen Bahnhofsbereichs eingestiegen. Je nach Ergebnis, dürfte aus heutiger Sicht aber frühestens nach der Landesgartenschau tatsächlich etwas passieren.
