Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Altes Postgelände: Doch erst Hotel und erst dann Parkhaus

Seit Donnerstag mit Flatterband abgesperrt, am Montag sollen die Bauzäune folgen.
Seit Donnerstag mit Flatterband abgesperrt, am Montag sollen die Bauzäune folgen.

Ab Montag wird es ernst. Dann starten auf dem Gelände bei der Post die Bodenarbeiten für ein Hotel und ein Parkhaus. Investor Hans Sachs will bis Mitte 2025 fertig sein. Allerdings hat sich die Reihenfolge der beiden Projekte jetzt doch geändert.

Schon seit einer Woche kann nicht mehr geparkt werden. Die Schilder sind abgebaut, gleiches gilt für den Parkscheinautomat. Seit Donnerstag ist das Areal zusätzlich mit Flatterband abgezirkelt, Bauzäune sollen folgen. Investor Hans Sachs ist seit 8.30 Uhr vor Ort. Ein Termin mit einer Firma steht an, und er nutzt die Gelegenheit, beim künftigen Nachbarn Bahnhofsbäckerei einen Antrittsbesuch zu machen. Chefin Simone Ehrat-Mémier und ihren Mann Patrick freut das. Außerdem haben sie jetzt ein Gesicht vor Augen, falls es mal zu Problemen während der Bauphase kommen sollte.

Diese Bauphase startet am 10. Juli. Bis Ende 2023 sollen die Erdarbeiten für Hotel und Parkhaus abgeschlossen sein, im Januar soll die Bodenplatte gesetzt werden. Unterbrochen wird dann, wenn das Weinlesefest ansteht, das dann noch einmal in die Baustelle ausweichen darf. Erst 2024, wenn auch der Umbau des Bahnhofsvorplatzes in vollem Gang sein soll, muss ein anderes Konzept her.

„Es wird entsiegelt, und die Mauer zwischen dem Parkplatz vorne und dem Postgelände muss weg, abgerissen wird auch die alte Pakethalle“, beschreibt Sachs die ersten Schritte. Vorläufig noch frei bleibt der Gehweg hin zum Busbahnhof.

Logistik das Problem

Wie bei allem sei er auch bei diesen vorbereitenden Maßnahmen in engem Kontakt mit der Stadt, sagt der Investor. Sie sei mittlerweile auch darüber informiert, dass sich die Reihenfolge geändert habe: Zuerst werde der Hotel-Rohbau errichtet, dann erst das Parkhaus. Ursprünglich war es umgekehrt vorgesehen, um eine Ersatzparkfläche für die auf dem Bahnhofsvorplatz und dem alten Postgelände wegfallenden Stellplätze zu haben.

Aus baulogistischen Gründen sei es einfach nicht möglich, zuerst das Parkhaus zu stellen, sagt Sachs. „Wir müssen über einen Teil des Innenhofs einen Korridor für die Post freihalten.“ Deshalb könne dort kein Materiallager entstehen, wofür nun die für das Parkhaus vorgesehene Fläche genutzt würde. Der Investor geht davon aus, dass der Hotel-Rohbau bis spätestens August nächsten Jahres steht, dann würde das Parkhaus nachgezogen und alles zusammen bis übernächsten Sommer abgeschlossen.

Bauantrag im August

Sorgen, keine Firmen zu bekommen, macht er sich nicht. Seit vielen Jahren arbeite er mit denselben Unternehmen zusammen, „unser Haus- und Hofinstallateur kommt aus Neustadt“. So weit wie möglich solle mit ortsansässigen Handwerkern gearbeitet werden. Bewerbungen gebe es schon für den späteren Hotel-Betrieb, weitere seien natürlich willkommen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Team bekommen werden.“

Den Bauantrag will Sachs im August einreichen, auf die Genehmigung hofft er bis zum Ende der Sommerpause. Der Kaiserslauterer Sachs, Jahrgang 1964, hatte im Mai 2019 den von der Stadt ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb für das Postareal gewonnen. Danach wurde das Gelände samt dem denkmalgeschützten Postgebäude von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümerin an Sachs verkauft. Er plant ein Vier-Sterne-Boutiquehotel, vor allem für Touristen. Das Parkhaus soll sowohl Hotelgästen dienen als auch öffentlich genutzt werden können. Geplant sind gut 100 Pkw-Stellplätze von mindestens 2,70 Meter Breite sowie 180 Fahrradstellplätze, in beiden Fällen wird E-Mobilität berücksichtigt.

Viermal Tagesticket

Wegen des Hotel-Parkhaus-Projekts zählt Neustadt seit Samstag etliche städtische Parkplätze weniger, auf denen das Zwei-Euro-Tagesticket gilt. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilt, ist nicht geplant, dafür neue Tagesticket-Plätze zu schaffen. Mit diesem Ticket geparkt werden kann demnach noch an der Hetzelanlage, auf dem Kohlplatz, in der Landauer Straße, Ecke Hohenzollernstraße, sowie in der Villenstraße, Ecke Sulzwiesenweg.

Kennen sich jetzt: Investor Hans Sachs (links) und die Chefin der Bahnhofsbäckerei, Simone Ehrat-Mémier mit Ehemann Patrick.
Kennen sich jetzt: Investor Hans Sachs (links) und die Chefin der Bahnhofsbäckerei, Simone Ehrat-Mémier mit Ehemann Patrick.
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