Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Picknick im Park ein „perfekter Sommerabend“

Mit oder ohne Bälle: Die Stimmung auf den Parkwiesen war so oder so prächtig.
Mit oder ohne Bälle: Die Stimmung auf den Parkwiesen war so oder so prächtig.

Eine Decke, kleine Leckereien, ein lauer Sommerabend und entspannte Unterhaltung: Das ist das Konzept von „Picknick im Park“ als Nachfolger der großen Luisenparkfeste. Die Resonanz hätte größer sein können. „Aber die Stimmung war genau richtig.“

Diese Bilanz zog am Ende Parkchef Joachim Költzsch. Er selbst wandelte mit einer leichten Melancholie über die Festwiese vor dem Pflanzenschauhaus. „Es ist schließlich mein letztes großes Parkfest“, erklärte er. Umso mehr freute er sich über den Kontakt zu den Besuchern, über viele gute Worte und nette Gespräche. Und über allem schwebte die Musik der beiden Bands Dixie Heroes und Famdüsax, die über die Festwiese marschierten und bei ihren Zwischenstopps sofort wieder ein Publikum fanden. Kein Wunder: „Wir machen ein bisschen Dixie und Gute-Laune-Musik“, erklärten die „Heroes“, bevor sie den Worten Taten folgen ließen und mit Banjo, Waschbrett und Sousafone den Luisenpark ins Mississippi-Delta verlegten, was auch die vier Saxofonistinnen von Famdüsax jazzig-beswingt unterstrichen.

Viele Freiräume für Kinder

„Das ist einfach ein perfekter Sommerabend“, sagte Konstantin Schwarz. Gemeinsam mit Freundin Andrea und drei befreundeten Paaren hatte er es sich auf der Picknickdecke gemütlich gemacht, genoss Wetter und Stimmung, die sich schon vor dem Sonnenuntergang über den Park legte, aber durch die illuminierten Bäume noch einmal zusätzlichen Auftrieb erhielt. „Wir waren auch bei den letzten Veranstaltungen hier“, ergänzte Sonja Garnett.

Die „Heroes“: Auch musikalisch wurde im Park unterhalten.
Die »Heroes«: Auch musikalisch wurde im Park unterhalten.

Besonders die vielen Freiräume für Kinder, die auf der Wiese tollen und toben konnten, oder auch mit offenen Mündern vor den lustigen Gärtnern der Picco Bellos oder Clown Fussilis Mitmachshow saßen und sich von Rinaldos Seifenblasenträumen oder den Kunststückchen dazwischen verzaubern ließen. „Wir haben in diesem Jahr bewusst auf feste Bühneninstallationen verzichtet“, berichtete Veranstaltungsleiter Andreas Dauth. „Dafür sind die Acts mehr auf der Wiese unterwegs.“ Ein Konzept, das ankam.

Bands, Clowns, Theater

Das lag allerdings auch daran, dass sowohl Besucher als auch die Bands, Clowns und das Improvisationstheater von Dramalight genügend Platz auf der Ruhewiese hatten, sich bei Bedarf auch einfach aus dem Weg gehen konnten, was wiederum für ein deutlich geringeres Besucheraufkommen als vor der Pandemie sprach. Das räumte auch Költzsch ein, ohne noch die genauen Zahlen zu kennen.

Viele Familien nutzten die Gelegenheit zum Picknick.
Viele Familien nutzten die Gelegenheit zum Picknick.

Auch über die Gründe konnte er deshalb nur spekulieren. „Möglicherweise sind einige Menschen noch verunsichert, oder es liegt an der Fülle von Veranstaltungen, die ein ähnliches Publikum ansprechen.“ Das Lichterfest in Schwetzingen oder auch das Gin-Festival im Schlosshof, zählte er als Beispiele auf. Oder auch die immer deutlicher spürbare Baustelle zur neuen Parkmitte im Luisenpark selbst könnte sich negativ auf das Interesse ausgewirkt haben, so die Vermutung.

Wer jedoch in den Park gekommen war, musste das nicht bereuen. Seit 2014 hat das entspannte Picknick die großen Feste im Luisenpark abgelöst. Für Költzsch der richtige Schritt. Erst recht, als bei Sonnenuntergang mit den verteilten Lampions die Wiese zu einem kleinen Lichtermeer wurde.

„Prosecco auspacken“

„Es ist einfach wunderschön“, schwärmte Isabell Farvone, wozu auch passte, dass sich ihre beiden ausgepowerten Zwillinge Daniela und Pascal mittlerweile ruhig auf der Picknickdecke zusammengerollt hatten. „Jetzt können wir den Prosecco auspacken“, meinte die Mutter, die sich aber auch für ihre Kinder freute. „Auch für sie war das ein toller Tag.“ Ein Urteil, dem sich alle Befragten anschlossen.

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