Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Luisenpark eine große Baustelle

Am Pflanzenschauhaus stapelt sich der Schutt.
Am Pflanzenschauhaus stapelt sich der Schutt.

Der wohl größte Mannheimer Publikumsmagnet wird herausgeputzt für die Bundesgartenschau im Jahr 2023. Bevor etwas Neues entsteht, müssen im Luisenpark Abrissarbeiten abgeschlossen werden. Eine wichtige Rolle soll dem Chinesischen Teehaus zukommen.

„Ich hoffe, das Geld reicht. Ansonsten werde ich versuchen, weitere Spenden zu akquirieren“, verspricht Norbert Egger. Gerade hat Mannheims ehemaliger Erster Bürgermeister 10.000 Euro aus seiner Privatschatulle für Sanierungsarbeiten am Chinesischen Teehaus im Luisenpark an Stadtpark-Geschäftsführer Joachim Költzsch übergeben. Zum 20-jährigen Bestehen, das am 12. September gefeiert wird, sollen unter anderem Holzsäulen ausgetauscht und Oberflächen gründlich gereinigt werden. Auch in die Geländer kunstvoll eingelassene Holzelemente müssen ausgetauscht werden, wofür man auf die Fertigkeiten chinesischer Facharbeiter zurückgreifen will.

„Einiges kann der Park auch in Eigenregie machen, anderes müssen wir ausschreiben“, sagt Költzsch. In der Summe soll alles dazu dienen, Europas größtes original chinesisches Teehaus samt es umgebender Gartenanlage jubiläumsfein zu machen und auf seinen großen Auftritt bei der Bundesgartenschau 2023 vorzubereiten. „Was hier entstanden ist, ist keine Alltäglichkeit. Darum möchte ich es schützen“, begründet Egger sein persönliches Engagement. Gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau hatte der Chinakenner das Projekt auf den Weg gebracht. Er ist heute noch stolz darauf, dass dies ohne finanzielles Engagement der Stadt gelang. Egger und Költzsch sind sich einig, dass dieser „Garten der Welt“ einen Beitrag zur Internationalität der Bundesgartenschau leistet.

Sporthalle als Unterschlupf

An vielen weiteren Stellen im Park wird ebenfalls unübersehbar auf die Buga hingearbeitet. Voraussichtlich bis Mitte/Ende Januar werden die Abrissarbeiten für die Neue Parkmitte abgeschlossen sein, sodass ab Februar die Infrastruktur für die neuen Gebäude entstehen kann. An den Seerosenbecken am Pflanzenschauhaus laufen die Abbruch- und Vorbereitungsarbeiten für die eigentliche Sanierung ab Februar. Um die Becken künftig besser pflegen und unterhalten zu können. Unter anderem wird die rissanfällige Folienauskleidung gegen ein stabileres Betonbett ausgetauscht. Auch am Gartenschauweg auf dem Gelände der ehemaligen Minigolfanlage arbeiten die Bagger. Dort soll das neue Domizil für Zoologie entstehen, deren Räume, Geräte und Futterdepots bislang hinter dem Pflanzenschauhaus untergebracht waren.

Während der Umbauarbeiten sind sowohl die Mitarbeiter der Zoologie als auch die Gärtner außerhalb des Parks in einer Sporthalle auf dem TSV-Gelände untergebracht und arbeiten von dort aus. Denn auch wenn der Park für die Öffentlichkeit geschlossen ist, müssen Tiere und Pflanzen versorgt und gepflegt werden. „Noch sind die Außentemperaturen nicht so extrem“, sagt die Zoologische Leiterin Christine Krämer. Dennoch wurden vorsorglich in der Eulenvoliere zusätzliche Wärmelampen angebracht und innerhalb des Geheges durch die parkeigenen Schreiner kleine windgeschützte Bereiche eingerichtet. Die Pelikane auf der Insel im Kutzerweiher hat man zur dort aufgestellten Wärmehütte gebracht. „Im Moment managen die Vögel gut selbst, wie lange sie sich draußen aufhalten können“, berichtet Krämer. In der Vogelvoliere sei gerade nicht allzu viel los, weil ein Großteil der Tiere während der Umbauarbeiten in anderen Parks und Zoos zu Gast ist. Das gilt auch für die Humboldt-Pinguine, die sich gut im Frankfurter Zoo eingelebt haben.

Ein immergrüner Bambus

„Im neu angelegten Kameliengarten blüht es noch vereinzelt. Diejenigen, die im Frühjahr blühen, zeigen schon ihre Knospen“, erzählt die Gärtnerische Leiterin Ellen Oswald. Ein Anblick, den man trotz geschlossenem Park genießen kann, da der Garten vom Hans-Reschke-Ufer am Neckar eingesehen werden kann. Naturgemäß ist die Blütenpracht im Park ansonsten noch zurückhaltend. Grau und trist ist es jedoch nicht. Der Wintergarten an den Seerosenbecken scheint durch die orange-roten Zweige des Bluthartriegels regelrecht zu glühen. Im Chinagarten leuchten einem die Früchte des immergrünen Himmelsbambus’ entgegen. „In den Wintermonaten werden die Arbeiten verrichtet, zu denen man während der Gartenhochsaison nicht kommt“, erläutert Oswald – zum Beispiel eine neue Beregnungsanlage, die gerade nahe des Fernmeldeturms eingebaut wird. Und auch da ist so mancher Meter zu graben.

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