Rheinpfalz
Mannheim: Ein besonderes Picknick im Luisenpark
Die großen Parkfeste gehören in Mannheim der Vergangenheit an. Die Verantwortlichen des Luisenparks setzen stattdessen auf ein familiäres Picknick und leisere Töne.
Kleine Köstlichkeiten auf Picknickdecken, ein lauer Sommerabend und dazu abwechselnd verträumte Klaviermusik, spanische Melodien und Kinderbespaßung – beim Picknick im Park hat sich der Mannheimer Luisenpark in eine englische Gartenparty mit mediterranem Ambiente verwandelt.
Die Wiese vor dem Pflanzenschauhaus war schon früh ein Flickenteppich voller Picknickdecken. „Ich bin heute zum ersten Mal hier und schon gespannt“, sagt Ulrike Schmitt aus Mannheim, die sich ihre Decke mit ihrer Tochter Hannah teilt. „Aber ich bin noch mit einigen Kollegen verabredet“, erzählt die 41-Jährige, die aber schon von den ersten Eindrücken begeistert ist. „Die Musik ist toll, das Wetter auch und meiner Tochter scheint es zu gefallen.“ Erst Recht, als sie den Kinderunterhalter Ronaldo mit seinen originellen Zauberkunststückchen und Seifenblasenshow entdeckt hat.
Lieber auf der Bühne im Schatten
Und auch Parkchef Joachim Költzsch strahlt. „Das Wetter ist optimal für diese Veranstaltung.“ Bewusst habe man nach Jahrzehnten mit großen Parkfesten das Konzept deutlich abgespeckt zu einem fast schon familiären Treffen auf der Wiese. „Und die Musik ist angenehm und so, dass man sich dabei auch noch unterhalten kann“, findet Költzsch. Veranstaltungsleiter Andreas Dauth hat in der Zusammenstellung der Künstler ein gutes Händchen bewiesen. Er lauscht selbst ergriffen dem Duo Tom Keller und Maria Blatz.
Jutta Gückel steht bereits zum zweiten Mal auf der Rasenbühne – allerdings mit unterschiedlichen Formationen. In diesem Jahr glänzt sie als Sängerin der Latin-Formation Mocàbo mit dezenten, melancholischen spanischen und südamerikanischen Melodien. „Die Stimmung ist wieder super“, sagt die Sängerin, die sich die Bühne im Schatten mit Blick auf den Fahnenhügel am Haupteingang sogar selbst gewünscht hat. „Andreas Dauth hat letztes Jahr gefragt, ob wir auf die Hauptwiese wollten, aber dort fand ich es zu voll. Ich hoffe, das Publikum findet trotzdem den Weg zu uns.“ Eine unbegründete Sorge, denn kaum sind die Gitarren erklungen, breiten sich die Picknickdecken auch hier aus, was sicher nicht allein am schattenspendenden Ahornbaum liegt. Viel eher sind es möglicherweise die Cooking Heroes als originell kostümierte Skiffle Marching Band oder die ebenfalls überaus mobilen „Saxophonia“, die Zuschauer ganz unbewusst auch zu den etwas verborgenen Höhepunkten auf den Wiesen führt. Das Kinderlachen bei Clown Fussili ist sowieso schwer zu überhören.
Komiker Chako Habekost gefällt’s auch
Selbst Comedian Chako Habekost nutzt die Zeit vor seinem eigentlichen Auftritt auf der Seebühne, taucht in der entspannten Picknick-Atmosphäre ab, ehe er selbst beim Seebühnenzauber zur Attraktion wird. „Es war keine Absicht, dass beides an einem Tag stattfindet, aber ich glaube, dass sich beide Veranstaltungen ergänzen“, sagt Költzsch. So haben die Seebühnenbesucher vor und nach dem Auftritt die Zusatzattraktion des Picknick-Programms und kurzentschlossene Picknickbesucher können noch eine der wenigen Karten an der Abendkasse ergattern.
Und spätestens beim Sonnenuntergang unter den Lampions und angestrahlten Bäumen legt sich eine zauberhafte Stimmung über den Luisenpark, genau wie sich das Joachim Költzsch für die Veranstaltung gewünscht hat.