Wie gelingt die Verkehrswende? RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die BASF in ihrem Fuhrpark auf E-Mobilität setzt

Die BASF hat mittlerweile eine ganze Flotte an E-Autos im Einsatz.
Die BASF hat mittlerweile eine ganze Flotte an E-Autos im Einsatz.

Auch in vielen Unternehmen bundesweit ist die Verkehrswende ein wichtiges Thema. Die BASF setzt an ihrem Standort in Ludwigshafen schon seit rund zehn Jahren auch auf E-Fahrzeuge – und deren Anzahl steigt kontinuierlich.

Schon 2011 drehten im BASF-Werk die ersten E-Fahrzeuge ihre Runden, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mitteilt. Und seitdem werden es immer mehr. Inzwischen gehören zur Fahrzeugflotte des Chemiekonzerns schon 228 Betriebsfahrzeuge mit E-Antrieb und 39 Hybrid-Fahrzeuge, die also sowohl einen Elektromotor wie auch einen klassischen Verbrennungsmotor haben. Als die ersten E-Fahrzeuge ins Werk kamen, habe es zunächst einen Testlauf mit neun Autos gegeben, bei denen unter anderem Ladezeiten, Ausfallzeiten und Reichweite untersucht wurden. Offensichtlich mit positivem Ergebnis – wenn man auf die weitere Entwicklung bis heute blickt. Auch die Rückmeldungen der Mitarbeiter seien gut gewesen. Doch es fahren auch nach wie vor Verbrenner übers Werksgelände: 107 Autos mit Dieselmotoren und 578 Benziner seien es insgesamt. Zudem seien zwei Wagen mit Wasserstoffantrieb unterwegs.

BASF profitiert von Trend

Ob Unternehmen in ihren eigenen Fuhrparks und beim Thema Dienstwagen auf E-Autos setzen, hängt auch mit der grundsätzlichen Firmenphilosophie und Einstellung zu diesem Thema zusammen. „Elektromobilität ist eine der wichtigsten Lösungen, um den weltweiten Wunsch nach individueller Mobilität und die Notwendigkeit von deutlichen Emissionsreduzierungen zu vereinen“, heißt es dazu aus dem Chemiekonzern. Ein klares „Daumen hoch“ also für die E-Mobilität, was im Fall der BASF aber nicht verwundert. Schließlich profitiert sie selbst auch wirtschaftlich vom Trend zu dieser Antriebsart.

Das Unternehmen investiert einen – vermutlich wachsenden – Teil seiner Forschungsausgaben in die Entwicklung von Materialien für die Elektromobilität. Schließlich stecken in einem E-Fahrzeug mehr Chemieprodukte als in einem Verbrenner. Für die BASF geht es dabei vor allem um Batteriematerialien, aber auch um spezielle Kunststoffe, Kühlerschutzmittel, Lacke und Klebstoffe, die für E-Autos teils andere Ansprüche erfüllen müssen als für den klassischen Pkw.

Pro Auto eine Ladestation

Die E-Fahrzeuge, die auf dem Ludwigshafener Werksgelände unterwegs sind, können dort auch direkt geladen werden. Pro Auto gibt es eine Ladestation. Der Strom dafür kommt Unternehmensangaben zufolge aus den eigenen Kraftwerken am Standort. Die Mitarbeiter sparen sich mit den E-Autos so den Weg zu einer Tankstelle außerhalb des Werks, wo sie mit einer Tankkarte Benzin beziehungsweise Diesel nachfüllen können.

„Mit einer Reichweite von etwa 200 Kilometer sind diese Fahrzeuge gut geeignet, um die Dienstfahrten auf dem Werk und in der näheren Umgebung abzudecken“, antwortet die Sprecherin auf die Frage, wofür genau die mehr als 200 E-Autos genutzt werden. Jeder Mitarbeiter kann diese sogenannten Poolfahrzeuge „ausleihen“. Dazu müssen sie über ein internes System gebucht werden, bei hoher Nachfrage sei eine Vorab-Reservierung sinnvoll. Intern am Standort versuche man aber grundsätzlich, überwiegend mit Bussen oder Vans zu fahren. Letztere sollen auch auf E-Antrieb umgestellt werden.

Dabei setzt sie auf verschiedene Modelle.
Dabei setzt sie auf verschiedene Modelle.

Eine ganz besondere Aktion mit der werkseigenen E-Auto-Flotte gab es im Juni 2015. 15 Mitarbeiter fuhren damals mit den leisen Fahrgefährten eine Teilstrecke der „Wave Trophy“ mit – der größten Elektroauto-Rallye der Welt. Die Etappe führte von Ludwigshafen nach Karlsruhe. Die Mitarbeiter konnten sich für die Teilnahme bewerben. Das Projekt hing mit dem 150. Geburtstag der BASF zusammen.

Auch E-Dienstwagen

Neben den Wagen, die auf dem Werksgelände genutzt werden, haben einige BASF-Mitarbeiter natürlich auch Dienstwagen. Auch hier stelle man einen verstärkten Trend hin zu „E“ und hybrid fest. Derzeit seien 51 E-Fahrzeuge und 320 Hybridfahrzeuge als Dienstwagen im Einsatz. „Konventionelle angetriebene Kraftfahrzeuge machen aber mit 1270 Fahrzeuge immer noch den größeren Teil der Dienstwagenflotte aus“, so die Sprecherin.

Auch in Sachen Fahrrädern geht es bei der BASF elektrisch zu. Laut Unternehmenssprecherin sind am Standort Pedelecs bis 25 Stundenkilometer zugelassen. Rund 800 Betriebs-Pedelecs gebe es derzeit – und auch rund 150 E-Roller fahren durchs Werk. Auch beim Schwerlastverkehr hat sich schon vor einiger Zeit etwas getan. Am Standort Ludwigshafen sind laut Sprecherin zum Teil elektrisch fahrende Lkw unterwegs und sieben autonome Schwerlastfahrzeuge, die ebenfalls vollständig elektrisch betrieben werden.

Die Serie

E-Mobilität, Car-Sharing, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr: Wie sieht die lebenswerte Stadt der Zukunft aus? In den kommenden Monaten möchten wir uns immer wieder anhand konkreter Beispiele dem Thema kommunale Verkehrswende in Ludwigshafen widmen.

Bisher als Serienfolgen erschienen sind:

Teil 1: Bei E-Ladesäulen hinkt LU hinterher

Teil 2: Ökostrom tanken in Maudach

Teil 3: Die TWL zur Auslastung ihrer E-Ladesäulen

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