Rhein-Pfalz-Kreis
Vogelstimmen, Herzchen und neue Preise: Wie das Aquabella fit gemacht wird (mit Bilderstrecke)
Das Mutterstadter Kreisbad Aquabella hat am Tag des Pressetermins eigentlich geschlossen. Auf dem Parkplatz stehen trotzdem einige Autos. Es sind hauptsächlich Transporter von Handwerkern. Im Aquabella ist gerade Revision angesagt. Und die Sauna wird in Schuss gebracht. Das trifft’s aber nur zum Teil. Die Sauna wird gleichzeitig auch umgebaut.
Landrat Volker Knörr (CDU) nutzt die Gelegenheit, sich ebenfalls auf der Baustelle umzuschauen. Tatsächlich macht die Sauna schon am Eingang keinen benutzbaren Eindruck. Ein Saunaofen ist dort abgestellt. „Der wird wieder eingebaut“, versichert Pascal Forgerit, Referatsleiter Bäder bei der Kreisverwaltung. Sehr beruhigend. Eine Sauna ohne Saunaofen ist kein gutes Geschäftsmodell.
Holz wird wiederverwertet
In dem kleinen Gang, der vom Umkleidebereich zum Saunabereich führt, ist allerlei Holz abgestellt. Ein Teil des Innenlebens der Sauna, an die gerade die Handwerker Hand anlegen. Aber das könne wiederverwendet werden, versichern Knörr und Forgerit.
Zwei, drei Schritte weiter ist man mitten auf der Baustelle. Der Boden ist abgedeckt, die Wände sind abgehängt. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein paar Tage später hier schon wieder Saunabetrieb herrschen soll. Rechts befindet sich der Eingang zur Sauna. Auch ohne Ofen ist es da recht kuschlig, was die Temperatur betrifft.
Im Aquabella wird im Innenraum aus zwei Saunen eine gemacht. Kostenpunkt: rund 30.000 Euro. „Die 70-Grad-Sauna, die Biosauna, fällt weg“, erklärt Forgerit. Diese sei zu wenig besucht gewesen. Vor Kurzem seien an einem Betriebstag gerade mal zwei Gäste in der Biosauna an einem Tag gewesen, berichtet Badleiter Matthias Tretter. Das sei dann schlicht auch nicht wirtschaftlich. Denn der Saunaofen ist ja in Betrieb.
Mehr Platz
Jetzt gibt’s im Aquabella innen also nur noch eine Sauna. Was auch mehr Platz bringt. „Die Finnische Sauna hatte elf, die Biosauna sechs Quadratmeter Fläche“, erläutert Forgerit. Da nun auch noch der kleine Zugangsflur zur Sauna dazugehört, ergibt sich dem Referatsleiter Bäder zufolge eine Fläche von 20 Quadratmetern. 35 bis 40 Saunagäste fänden nun gleichzeitig Platz, und bei den Aufgüssen habe man mehr Platz zum Wedeln. Auch optisch werde ein bisschen nachgebessert. Neue Holzelemente mit eingefrästen Herzen werden eingesetzt, was den Landrat ebenso verzückt wie der Lautsprecher, aus dem beruhigendes Vogelgezwitscher für die Saunierenden klingen wird. Der zusätzliche Platz sei dann auch notwendig, weil perspektivisch ja die Sauna im Kreisbad Schifferstadt geschlossen wird.
Auch neues Mobiliar wird es im Saunabereich geben. Die alten Möbel, angeblich Designerstücke, stehen schon zur Abholung im Ruheraum bereit. Die neuen Tische und Stühle im Farbton „Tobacco“, einem warmen Braunton, warten im Keller darauf, dass sie aufgestellt werden.
Neuer Eisbrunnen, neue Eintrittspreise
Wir verlassen die Sauna und gehen in den Außenbereich. Dort ist zur Abkühlung für die Saunagäste ein neuer Eisbrunnen aufgestellt worden. Eis purzelt aber noch nicht aus dem Loch heraus. Ist ja auch kein Saunagast da. Ebenfalls neu im Freien ist ein Pavillon. Die Deckenlamellen lassen sich kippen. Der Ruhebereich werde noch erweitert, sagt Matthias Tretter und deutet auf eine kleine Freifläche.
Neu werden ab 1. Juni auch die Eintrittspreise sein, kündigen Knörr und Forgerit an. Im Schnitt werden diese um etwa zehn Prozent steigen. Das ist aus Sicht des Landrats auch längst überfällig. „Die letzte Erhöhung hat es 2007 gegeben.“ Keiner verstehe, warum es fast 20 Jahre lang keine Anpassung gegeben habe. Jetzt wolle man alle zwei Jahre eine moderate Preissteigerung vornehmen. „Und dann sind wir im Vergleich zu den Bädern im Umland immer noch super günstig“, sagt der Landrat.
Eine Einzelkarte fürs Aquabella wird dann statt bislang fünf Euro 5,50 Euro kosten, die Zehnerkarte 50 statt 45 Euro. In Schifferstadt und Maxdorf/Lambsheim kostet das Einzelticket fürs Bad dann 4,50 statt vier Euro, die Zehnerkarte 41 statt 36 Euro. In Römerberg werden für ein Einzelticket statt bislang 3,50 ab Juni 3,90 Euro zu zahlen sein. Zehnerkarten sollen dann 35 statt 31,50 Euro kosten. Für den Saunabesuch wird bei jedem Bad die Einzelkarte jeweils einen Euro teurer. Vor der Preiserhöhung gibt es allerdings noch die Möglichkeit, bei jedem Kauf einer Zehnerkarte (Bad oder Sauna) eine Karte kostenfrei dazu erhalten. Das Angebot gilt von 1. bis 31. Mai.
Revision läuft
Währenddessen laufen im Rest des Bades die Arbeiten als Teile der Revision, wie sie in allen Kreisbädern einmal im Jahr gemacht werden. Das Schwimmbecken in der Halle wird gerade wieder befüllt. Ein Großteil der Revision nehmen Reinigungsarbeiten ein, wie Pascal Forgerit aufzählt. Das Schwimmbecken, die Ablaufrinnen, Edelstahlteile, Rutschen, auch eine Grundreinigung steht auf dem Programm. Dazu kommen Fliesenarbeiten, die Verfugung der Duschen, Malerarbeiten. „Das Becken muss einmal im Jahr geleert und wieder frisch befüllt werden“, erläutert Forgerit.
Landrat Volker Knörr freut sich aber auch gerade wegen einer anderen Tatsache über die Bäder: „Derzeit sind alle Stellen besetzt“, berichtet er. Ja, es ist noch gar nicht so lange her, dass beim einen oder anderen Bad teilweise der Betrieb wegen Personalmangels nur eingeschränkt möglich gewesen ist. Für die Ferien werden heuer gar die Öffnungszeiten erweitert.
Voll zufrieden ist Pascal Forgerit auch, was das Kreisbad Heidespaß in Maxdorf/Lambsheim angeht. Ein Wasserschaden hat hier vor gut einem Jahr den Betrieb torpediert und eine umfangreiche Sanierung des Technikbereichs im Untergeschoss notwendig gemacht. Der Betrieb laufe mit dem neuen Schaltschrank super, sagt Forgerit.
In Maxdorf dürfen sich die Badegäste laut Forgerit außerdem im Außenbereich noch über große Sonnensegel freuen. Auch eine Tischtennisplatte soll noch aufgestellt werden. In Maxdorf und Mutterstadt werde es im Sommer außerdem jeweils einmal ein Mitternachtsschwimmen mit DJ am Becken geben.
Größere Umbau- und Sanierungsarbeiten stehen im Kreisbad in Schifferstadt auf dem Programm. Hier wird die Sauna aufgegeben. Stattdessen entstehen hier Räume sowohl für die Kreis-Volkshochschule als auch für die Kreismusikschule. Die Investition dafür beläuft sich nach Kreisschätzungen auf rund 100.000 Euro. Etwas mehr muss für die Sanierung des Bads ausgegeben werden. Alleine das neue Edelstahlbecken schlägt mit 800.000 bis eine Million Euro zu Buche.
„Wir werden jetzt die Architektenleistungen ausschreiben. Die Architektenbüros werden dann ihre Vorstellungen präsentieren müssen. Im November oder Dezember kommt das dann in Bauausschuss, Kreisausschuss und Kreistag. Danach können wir hoffentlich in Planung und Ausschreibung gehen“, sagt Forgerit.
Der Start der Freibadsaison in Mutterstadt ist übrigens für 1. Mai geplant, spätestens aber am 15. Mai. Danach sollen Maxdorf und Schifferstadt sukzessive folgen. Am 23. Mai ist der nächste Spielenachmittag im Aquabella geplant.
Termine
Heidespaß: In den Sommerferien (ab 29. Juni) samstags und sonntags bis 19 Uhr geöffnet; außerhalb der Ferien samstags von 10.30 bis 18 Uhr; sonntags 10 bis 18 Uhr. Sauna: außerhalb der Ferien samstags und sonntags jeweils 10 bis 18 Uhr.
Römerberg: in den Herbstferien (5. bis 16. Oktober) Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag jeweils 10 bis 21 Uhr; Donnerstag, 7 bis 21 Uhr; Samstag, 10 bis 17 Uhr; Sonntag, 8 bis 12 Uhr.
Mitternachtsschwimmen mit DJ bis 24 Uhr: Heidespaß, 27. Juli; Aquabella, 14. August.