Schifferstadt
Neue Technik fürs Hallenbad
Feuchtwarme Schwimmbad-Atmosphäre statt trockener Sitzungssaal-Luft – die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Planung und Verkehr des Rhein-Pfalz-Kreises haben sich zum Schul- und Sportzentrum nach Schifferstadt begeben. Einziger Tagesordnungspunkt: die Sanierung des Schwimm- und Sportbades samt Sauna. Vor rund 50 Jahren erbaut und inzwischen eines von vier Kreisbädern im Rhein-Pfalz-Kreis neben dem Aquabella in Mutterstadt, Heidespaß in Maxdorf/Lambsheim und dem Bad in Römerberg. Eine Entscheidung sei vorweg genannt: Hallenbad und Saunabereich sollen in puncto Sanierung getrennt betrachtet werden.
Vor gut 20 Jahren sei das Bad saniert worden, sagte Landrat Clemens Körner (CDU). Vor wenigen Jahren erst sei das Dach erneuert worden, und bei der regelmäßigen Revision werde immer wieder etwas ausgebessert oder renoviert. „Aber das wird jetzt schon etwas Größeres.“ Und: Es gehe nicht um die „Außenhülle“, sondern ums technische Innenleben im Innenbereich. Denn auch wenn das Bad optisch nach wie vor gut dastehe – die Technik sei teilweise veraltet. Beim Rundgang der mit Plastiküberziehern für die Schuhe ausgestatteten Besucher erläuterte Markus Sohn aus der Abteilung Bäder und Sport der Kreisverwaltung ausführlich, was es damit auf sich hat.
Stichwort Sportbecken: Hier sei die Strömungsanlage in die Jahre gekommen, die Rohrleitungen sind wie das Bad aus dem Jahr 1973. Problem: Die Leitungen liegen unterhalb des Beckens, sind nicht zugänglich, es gibt keinen Keller. „Wenn wir da den Boden aufbrechen müssen, sind die Statik und die Dichtigkeit des Beckens gefährdet.“ Der Lösungsvorschlag der Experten: In das bestehende Becken soll nach der Erneuerung der Leitungen ein Edelstahlbecken eingesetzt werden, sozusagen „Wanne in Wanne“. Das Becken würde dadurch zehn bis 20 Zentimeter angehoben. Die Alternative wäre, das Wasserbecken komplett herauszureißen, tieferzulegen und zu erneuern. Aber das, so sagte Bauamtsleiter Michael Pack am Rande des Rundgangs, sei „kostenmäßig nicht darstellbar“, sprich: viel zu teuer.
„Original“ aus den 70ern
Viele Jahre Planschen, Schwimmen und Spritzwasser haben die Bodenfugen durchfeuchtet und die Fliesen teilweise unterhöhlt. Auch sie müssten vollständig erneuert werden. Der Sprungturm brauche außerdem ein neues Geländer; wegen der waagrecht angebrachten und leicht zu überkletternden Stäbe.
Auch Leitungen und Armaturen in den Duschen sind noch „original“ aus den 70er-Jahren. Werden sie erneuert, müssen auch hier neue Fliesen her, wie Sohn den Ausschussmitgliedern erläuterte, als sie sich dicht gedrängt und zur allgemeinen Erheiterung teilweise nicht ganz trocken bleibend in der Gemeinschaftsdusche einfanden. Landrat Körner machte es an dieser Stelle noch einmal deutlich: „Es geht hier nicht um Schönheitsreparaturen, sondern um technische Notwendigkeiten.“ Und eines sei deutlich, sagte auch Bäder-Referatsleiterin Simone Riedel: „In der Revision ist das alles nicht zu machen.“
Markus Sohn schätzte vorsichtig, dass das Schifferstadter Kreisbad neun bis zwölf Monate geschlossen bleiben müsste, würden die genannten Arbeiten in Angriff genommen. Und auch eine Summe steht im Raum: Rund drei Millionen Euro würde das Gesamtpaket wohl kosten – für die Schwimmhalle samt Sanitärbereich.
Weiter bewegte sich die Gruppe zum Saunabereich. Und der, so waren sich alle einig, entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, was Ausstattung und Ambiente angehe. Zweistöckig zumal, mit oben angesiedeltem Ruheraum – also nicht barrierefrei. Die Be- und Entlüftung sei veraltet und laut. „Da ist nichts mit Ruhe“, fand Clemens Körner. Auch hier seien Duschen defekt und die technischen und sanitären Einrichtungen sanierungsbedürftig.
„Das Schwimmbad muss sein“
Verschiedene Überlegungen seien hier schon angestellt worden: die Cafeteria aufgeben und deren Fläche zur dann ausschließlich ebenerdigen Sauna dazu nehmen, den oberen Bereich vermieten ... Eugen Harder, der stellvertretende Leiter des Bades, brachte die Idee ein, hier gesundheitsorientiert auszustatten mit Kneipp- und Fitnessmöglichkeit.
Eine Frage der Kosten. Um die Sauna richtig herzurichten, brauche man wohl mehr als drei Millionen Euro, hätten erste Berechnungen ergeben. Und die Diskussion wurde grundsätzlich. Denn „das Schwimmbad muss sein“, lautete der Tenor. Fürs Schwimmen lernen der Kinder, wie Erster Beigeordneter Volker Knörr (CDU) betonte, für die benachbarten Schulen, die Vereine und Kitas. Und Manfred Gräf (CDU) gab zu bedenken, dass es im näheren Umkreis einige Sauna-Angebote gebe, unter anderem teilweise frisch saniert in den anderen Kreisbädern. „Wir müssen an unseren Haushalt denken“ – und es in der Sauna eventuell bei kleineren Reparaturen belassen.
Letztlich beauftragten die Ausschussmitglieder die Verwaltung, die Sanierung des Hallenbads als eigenes Projekt anzugehen und ein Planungsbüro zu beauftragen. Für den Saunabereich sei zu prüfen, welche Möglichkeiten in welchem Ausmaß es zur Herrichtung gebe.