Ludwigshafen
„Ungenügender Zustand“: Welche Brücken in Ludwigshafen Sorgen bereiten
Der Bereich Tiefbau der Stadtverwaltung Ludwigshafen hat dem Bauausschuss des Stadtrats am Montag den aktuellen Zustandsbericht für die 460 Bauwerke Brücken, Tunnel, Stützwände, Verkehrzeichenbrücken und Unterführungen im Stadtgebiet vorgelegt. 89 Brücken mit einer Gesamtfläche von rund 42.000 Quadratmetern machen den größten Anteil der Bauwerke aus.
Geprüft wird regelmäßig auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben. Dabei geht es um die drei Kategorien: Dauerhaftigkeit, Stand- und Verkehrssicherheit. Die Prüfer vergeben Noten von 1,0 – „sehr guter Zustand“ – bis 4,0 – „ungenügender Zustand“. Laut Prüfbericht befinden sich nur sechs Brückenbauwerke in Ludwigshafen in einem sehr guten bis guten Zustand. Der größte Anteil – 67 Brücken – bekommt die Noten „gut“ bis „befriedigend“. 16 Bauwerke sind mit Noten von 3,0 und schlechter bewertet. Das entspricht einem Anteil von 18 Prozent und liegt damit über dem vom Bundesverkehrsministerium vorgegebenen Zielwert von unter zehn Prozent. Nicht Teil dieser Auflistung sind die Hochstraßenprojekte.
Spannbeton bereitet Sorgen
Besonders besorgniserregend ist der Zustand von Spannbetonbrücken, die von 1960 bis Ende 1970 gebaut wurden. Die darin verbauten Spannstahlglieder rosten und es treten Risse auf. Der schlechte Zustand ist nicht nur dem Alter geschuldet. Die Anzahl von Schwerlasttransporten ist stark angestiegen, die Statik der Brücken nimmt durch die Belastung Schaden.
In Ludwigshafen sind mehrere Spannbetonbrücken betroffen, unter anderem die Überführung „Am Hansenbusch“, die von der B9 zum Gewerbegebiet Nachtweide, zum Landeshafen Nord und zum BASF-Kombiterminal am Tor 15 führt. Ebenso die Überführung der K1 – der Umgehungsstraße zwischen Oppau und Edigheim, die über das BASF-Gleis führt. Ferner das Brückenbauwerk der L523 über die Rheinstraße am Tor 12 („Blitzerstrecke“). Außerdem die K3, die in Oggersheim die Gleise der Deutschen Bahn überquert und mit der Sternstraße verbindet. Ebenso ein Wirtschaftsweg über die K3 und den Schlangengraben sowie Überführungen der B37 (Hochstraße Süd) über die Bruchwiesenstraße in Mundenheim, der B37/A650 über die Bayreuther Straße und der Meckenheimer Straße (K7) über die DB-Gleise am Woellnerkreisel in Rheingönheim. Letztere Überführung wird aktuell noch untersucht, die Ergebnisse stehen noch aus.
Neue Baumaterialien testen
„Je nach Schadensbild sind Instandsetzungen bis hin zu Ersatzneubauten möglich“, heißt es im Bericht der Verwaltung. Um bei Sanierungen die Verkehrsinfrastruktur belastbarer zu machen, prüft die Stadt zudem neue Bauweisen. Eine Machbarkeitsstudie soll den Einsatz von ultrahochfestem Faserbeton untersuchen. Als Pilotbauwerke sind die Überführung „Am Hansenbusch“ und die K3-Überführung an der Sternstraße vorgesehen.
Für Brücken an den freien Strecken der B9 und der L523 ist Ludwigshafen gemäß Vereinbarung mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz für Unterhalt, Instandsetzung, Erneuerung und Ausbau verantwortlich. Die Stadt verweist darauf, dass die parallelen Großprojekte an Hochstraßen und Rheinbrücken aktuell herausfordernd seien, aber die Instandhaltung der anderen Brückenbauwerke trotzdem angegangen werden müsse. „Aufgrund der überregionalen Bedeutung der Stadt – insbesondere durch die ansässige Industrie, sowie den starken Wirtschafts- und Pendlerverkehr – ist es für die Stadt von zentraler Bedeutung, die Verkehrsinfrastruktur dauerhaft zu erhalten, zu ertüchtigen und gezielt weiterzuentwickeln“, heißt es in dem Bericht.