Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Blitzerstrecke“ im Norden von LU wird für viel Geld saniert – Verkehrschaos befürchtet

Tempolimit 50 an der L523 stadtauswärts – nach der Ausfahrt Oppau.
Tempolimit 50 an der L523 stadtauswärts – nach der Ausfahrt Oppau.

Es war der Aufreger im Februar: Auf der L 523 in Oppau nahe der BASF wurden Tausende Autofahrer geblitzt. Bald wird die Schlagloch-Piste saniert. Der Zeitdruck ist hoch.

Die konsequenten Polizeikontrollen nach der für zahlreiche Autofahrer offenbar überraschenden Drosselung des Tempolimits – Tausende wurden geblitzt, Hunderte verloren ihren Führerschein –, aber auch der sehr straffe Zeitplan für die Bauarbeiten selbst sorgten in der Sitzung des städtischen Bau- und Grundstücksausschusses am Montagabend für reichlich Diskussionsstoff.

„Drakonische Kontrollen“

CDU-Fraktionschef Peter Uebel sprach in diesem Zusammenhang von „drakonischen Kontrollen“. Bei allem Verständnis für die wegen der erheblichen Straßenschäden notwendige Herabsetzung der zulässigen Geschwindigkeit von 100 auf 50 hätte er sich neben ein wenig mehr „Gespür und Fingerspitzengefühl“ für die Situation der Autofahrer auch größere Hinweisschilder gewünscht, um die Autofahrer auf das neue Tempolimit hinzuweisen. Das Prozedere sei nicht sonderlich bürgerfreundlich über die Bühne gegangen, kritisierte er. Die Zahl der Betroffenen sei sehr hoch.

OB: Nicht mit Stadt abgesprochen

Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) stellte daraufhin klar, dass die Blitzeraktion auf der Landesstraße auf Initiative des Landes durchgeführt und nicht mit der Stadt abgesprochen gewesen sei. Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos) erklärte, dass die erste Beschilderung wegen des Zeitdrucks „ad hoc“ eingerichtet worden und daher nicht optimal gewesen sei. Das soll nun korrigiert werden. Denn das Tempolimit gilt noch bis Ende Juli, um weitere Schäden auszuschließen.

Blitzer: Geschwindigkeitskontrolle an der L523.
Blitzer: Geschwindigkeitskontrolle an der L523.

In den ersten vier Wochen der Sommerferien sollen die Fahrbahnen der L523 zwischen der Anschlussstelle Pfingstweide und Oppau (BASF-Tor 12/Rheinstraße/K1) ebenso erneuert werden wie die B9 im Bereich östlich der Pfingstweide. Die Gesamtkosten liegen bei über 12,5 Millionen Euro, die weitgehend das Land trägt. Auf die Stadt entfallen unter anderem Verwaltungskosten von 376.000 Euro. Der Ausschuss hat dem am 27. April tagenden Stadtrat am Montagabend letztlich einstimmig empfohlen, die Maßnahme zu genehmigen.

Enorm hoher Zeitdruck

Unterdessen ist der Zeitdruck enorm hoch: Denn der Puffer zwischen dem geplanten Ende der Sanierung von B9 und L523 und der Sperrung des Nordbrückenkopfs der Kurt-Schumacher-Brücke für den Bau der künftigen Helmut-Kohl-Allee beträgt nur eine Woche – und noch sind die Bauarbeiten nicht ausgeschrieben. Vor einem möglichen Verkehrschaos, sollte diese Frist nicht eingehalten werden, warnten gleich mehrere Politiker. „Das wäre knapp an der Naturkatastrophe“, meinte Christoph Heller (CDU). „Wir sind sehr guter Dinge, weil sich das für eine Baufirma wirklich lohnt“, sagte Thewalt dazu. Er baue auf Synergieeffekte für Unternehmen, die ohnehin bereits im Umland im Straßenbau tätig seien.

Tiefe, scharfkantige Schlaglöcher

Nach Angaben des Dezernenten sind die Fahrbahnoberflächen der B9 und der L523 durch häufige Frostereignisse im Januar extrem stark beschädigt worden. Teilweise seien bis zu fünf Zentimeter tiefe, großflächige und scharfkantige Schlaglöcher entstanden, die speziell für Motorradfahrer, aber auch für Pkw- und Lkw-Fahrer brandgefährlich seien. Zu deren Schutz seien die Sanierung und auch die Temporeduzierung zwingend notwendig gewesen. Moderne, mit Haftklebern verbundene Asphaltschichten sollen bei künftigen Frostereignissen verhindern, dass Wasser in den Untergrund einsickert und die Fahrbahnen nachhaltig beschädigt. Die Maßnahme sei mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgestimmt. In den Sommerferien, wenn das Verkehrsaufkommen spürbar niedriger sei, ergebe die Sanierung am meisten Sinn, betonte OB Blettner.

Verkehr auf der L523 stadteinwärts.
Verkehr auf der L523 stadteinwärts.

Der südliche Abschnitt zwischen L523 und K1 liegt vollständig in der Baulast der Stadt, die bei Kosten von knapp 2,9 Millionen Euro auf eine 65-prozentige Förderung hofft. Geplant ist, die überalterte Deck- und Binderschicht abzufräsen, Schäden in der Tragschicht punktuell zu sanieren, eine neue Asphaltoberfläche einzubauen und die Fahrbahn zu markieren. Um die Verkehrsbedeutung zu berücksichtigen, erfolge keine Vollsperrung. Es werde jeweils nur eine Richtungsfahrbahn gesperrt, der Verkehr laufe mit je einem Fahrstreifen pro Richtung weiter, berichtete Thewalt.

Laptop mit Blitzerfotos von der L523.
Laptop mit Blitzerfotos von der L523.

Fahrbeziehungen der Anschlussstellen würden über Umleitungen und Wendevorgänge aufrechterhalten – etwa an der A6-Ausfahrt 23, der Bürgermeister-Trupp-Straße, dem Anschluss Pfingstweide und dem Gewerbegebiet Nachtweide.

Was es mit dem Mobilitätsplan für LU auf sich hat.

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