Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Großbaustelle in Ludwigshafen: Sperrungen, Umleitungen und Zeitplan

Der Nordbrückenkopf der Schumacher-Brücke wird zur Großbaustelle.
Der Nordbrückenkopf der Schumacher-Brücke wird zur Großbaustelle.

Ab 7. April ist die Auffahrt von der Rheinuferstraße auf die Hochstraße Nord dicht. Der Umbau am Nordbrückenkopf beginnt. Das ist erst der Anfang. Was auf Autofahrer zukommt.

Was steht jetzt an?
Kommende Woche wird die Großbaustelle rund um den Nordbrückenkopf eingerichtet, den Verkehrsknotenpunkt zwischen Hochstraße Nord (B44) und der Kurt-Schumacher-Brücke. Auch die Vorbereitung des Abrisses des Würfelbunkers steht an, der in einer der Auffahrtsschleifen zur Hochstraße und zur Rheinbrücke liegt. Ab Dienstag, 7. April, wird deshalb die Auffahrt auf die Hochstraße Nord von der Rheinuferstraße aus in Fahrtrichtung Bad Dürkheim gesperrt.

Der Würfelbunker wird bis Jahresende abgerissen.
Der Würfelbunker wird bis Jahresende abgerissen.

Warum muss der Bunker weg?
Der Bunker steht der neuen Verkehrsführung im Weg. Der rund 32 Meter hohe Luftschutzbunker wurde 1940 in der Nähe des damaligen Hauptbahnhofs gebaut. Der Betonkoloss besteht aus einem Kellergeschoss, einem Erdgeschoss sowie sieben Obergeschossen. Die Außenwand hat eine Breite von bis zu zwei Meter, die Bodenplatte eine Stärke von etwa 2,50 Meter. Bereits beim Bau des Hochstraßensystems und der Zufahrten zur Schumacher-Brücke stand der Bunker im Weg. Aber wegen der Kosten und des Aufwands wurde der schon damals diskutierte Abriss nicht realisiert. Es wurde drumherum gebaut. 1992 wurde der Bunker mit vier Stahlträgern optisch erhöht und mit einem Stadtwappen versehen – daher auch der Spitzname. Der Würfelbunker soll ab Ende Mai bis Jahresende von einem Spezialunternehmen abgerissen werden. Im Bereich des Bunkers entstehen Stützwände für die neue Helmut-Kohl-Allee sowie Widerlager der neuen Zufahrtsbrücke zur Kurt-Schumacher-Brücke. Die Auffahrt von der ebenerdigen Stadtstraße auf die Rheinbrücke wird komplett neu gestaltet und den aktuellen Autobahnkreuz-Charakter verlieren.

Kommt es jetzt schon zu Verkehrseinschränkungen?
Ja, damit ist zu rechnen. Denn zur sicheren Abwicklung des Baustellenverkehrs sowie zur Einrichtung notwendiger Zu- und Abfahrten für Baufahrzeuge wird zwischen der Rheinuferstraße und dem Hemshoftunnel die Fahrbahn in Richtung Oppau nur noch einspurig geöffnet sein. Ein weiteres Nadelöhr entsteht außerdem in der Heinigstraße: Von April bis Juli ist auf der Heinigstraße in Fahrtrichtung Süden – also zwischen Bahnhofstraße und Wredestraße – ebenfalls nur eine Spur offen. Grund sind Arbeiten an der Kanalisation, denn hier werden Abwasser-Hausanschlüsse erneuert.

Wie entwickelt sich die Lage in den kommenden Monaten?
Zu noch massiveren Verkehrsproblemen dürfte es ab August kommen. Dann wird die Rheinuferstraße im Bereich des Nordbrückenkopfs der Schumacher-Brücke für vier Jahre voll gesperrt. Grund dafür ist der Abbruch von Auf- und Abfahrten zur Brücke. Die Fahrbahn der L523 im Norden der Stadt soll im Juli neu asphaltiert werden, was kurzfristig ebenfalls nur eine einspurige Verkehrsführung erlaubt. Im Belag der Landesstraße, die auf die Brunckstraße zur BASF führt, klaffen große Schlaglöcher, die beseitigt werden müssen. Das übernimmt der Landesbetrieb Mobilität. Ab August soll die vierspurige Straße wieder komplett zur Verfügung stehen, so der Plan der Stadt.

Können Autos weiterhin die Hochstraße Nord befahren?

Ja, aber mit großen Einschränkungen. Von Mai bis Juli wird eine behelfsmäßige „Verkehrsspange“ gebaut: Die Verbindung soll es ermöglichen, dass Autos während des Abrisses des Nordbrückenkopfs weiterhin in Richtung Oppau und umgekehrt fahren können. Dafür wird eine Auffahrtsrampe zur Hochstraße für den beidseitigen Verkehr umgebaut. Auf diesem Stück dürfen nur noch Pkw fahren und es gilt Tempo 30. Entsprechende Lkw-Sperren werden eingerichtet. Auch Transporter dürfen die Hochstraße nicht mehr befahren. Die sogenannte Verkehrsspange ist eine Art Bypass um die Großbaustelle herum. Von Mannheim aus ist die Rheinbrücke dann noch etwa eineinhalb Jahre für den Autoverkehr geöffnet, allerdings nur mit einer Abfahrtmöglichkeit in Richtung Norden (Oppau, Hemshof, BASF).

Neben der Hochstraße Nord entsteht die Helmut-Kohl-Allee als Ersatz.
Neben der Hochstraße Nord entsteht die Helmut-Kohl-Allee als Ersatz.

Gibt es für Autofahrer auch gute Nachrichten?
Ja, bis zum 15. April wird die Sperrung der Lorientallee unterhalb der Weißen Hochstraße (B37) aufgehoben. Damit kann die Innenstadt ein stückweit umfahren werden. „Durch die Freigabe steht eine neue Verkehrsverbindung im Süden als Ausgleich zur Heinigstraße zur Verfügung“, sind Stadtverwaltung und Bauprojektgesellschaft (BPG) überzeugt. Ab Juli wird die Hochstraße Süd (B37) zur Konrad-Adenauer-Brücke wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Schon im Mai sollen erste Teile der neugebauten Hochstraße Süd für den Verkehr geöffnet werden. Man kann dann mit dem Auto von der Saarlandstraße auf die neu gebaute Hochstraße in Richtung Mannheim auffahren und von dort kommend in die Heinigstraße abfahren. Ab 3. Juli soll die gesamte Südtrasse wieder bis zur A650 befahrbar sein und als Hauptverkehrsverbindung nach Mannheim dienen.

Was ist mit dem Verkehr zur BASF?
Der Lkw-Verkehr soll größtenteils über das Tor 15 ganz im Norden des Stadtgebiets abgewickelt werden. Der Berufsverkehr zur BASF soll ebenfalls größtenteils über die nördliche Zufahrt in die Stadt laufen – über die B9, die L523 und die Brunckstraße. Wer bisher aus der Pfalz über die A650 und dann den Nordbrückenkopf an der Schumacher-Brücke gefahren ist, sollte diesen Umweg über die B9 fahren. Es sind zwar mehr Kilometer, doch die Zeitersparnis dürfte groß sein, wenn man die Großbaustelle in der Innenstadt weiträumig umfährt.

Wie lange dauert das Ganze?
Bis 2032 soll das Mega-Projekt abgeschlossen sein. Dann soll der Verkehr von der A650 über eine noch im Bau befindliche Brücke auf die 860 Meter lange ebenerdige, mehrspurige Helmut-Kohl-Allee geführt werden. Sie ersetzt die Hochstraße Nord, die wegen gravierender Schäden parallel zum Bau der Allee abgerissen wird. Vor allem immer schwerere Autos und Lastzüge haben der Hochstraße stark zugesetzt. Eine ebenerdige Ersatzstraße hat geringere Unterhaltungskosten und ermöglicht zudem die Entwicklung eines neuen Stadtviertels „City West“, die 39 Hektar auf dem Gebiet der bisherigen Hochstraße umfasst.

Was kostet das alles?
Der Bau der neuen Verkehrsinfrastruktur wird auf rund 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Für die neue Nordtrasse (Westbrücke, Kohl-Allee, Nordbrückenkopf) sind knapp 945 Millionen Euro veranschlagt. Für die neue Südtrasse (Ersatzbau Hochstraße Süd und Sanierung Weiße Hochstraße) sind es knapp 142 Millionen Euro. An den Kosten beteiligen sich Bund und Land mit rund 475 Millionen Euro, die 85 Prozent der förderfähigen Kosten tragen. Den Rest muss die Stadt alleine tragen.

So ist die Lage ab August.
So ist die Lage ab August.
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