Leute in LU RHEINPFALZ Plus Artikel Tim Wiedemann übernimmt Kundenbetreuung bei IHK Pfalz

Tim Wiedemann
Tim Wiedemann

Tim Wiedemann ist zurück. Nach vier Jahren an der Spitze der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen in Worms ist der 36-Jährige zur IHK Pfalz gewechselt. Hier kümmert er sich um Regionales und Kundenbetreuung. Der Pfälzer hat große Pläne.

Geboren ist er in Ludwigshafen, aufgewachsen in Schifferstadt. Studiert hat er Sozial- und Kommunikationswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre in Landau und Berlin, war schon beim Bund der Selbstständigen (BDS) im Saarland sowie in Neustadt an der Weinstraße aktiv und fühlt sich einfach in der Vorderpfalz zu Hause. Was nicht nur am Wohnort der Mutter in Neuhofen liegt und auch nicht an einer frühen Jugenderinnerung: „Ich kann mich erinnern, dass ich an meinem zehnten Geburtstag im Südwest-Stadion das Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den VfB Stuttgart gesehen habe.“ Es ist ein generelles Heimatgefühl: „Wer durch die Pfalz läuft, sieht viele Dinge“, erklärt der begeisterte Wanderer.

18. März: Grundsteinlegung fürs neue IHK-Gebäude am Ludwigsplatz mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) und Landesm
18. März: Grundsteinlegung fürs neue IHK-Gebäude am Ludwigsplatz mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) und Landesministerin Daniela Schmitt (FDP).

Doch die Herangehensweise zu Fuß beschreibt zugleich, was er sich für seine neue Position in Ludwigshafen vorgenommen hat: „Ich will die Menschen und die Betriebe hier zunächst einmal kennenlernen, und dann will ich unsere verschiedenen Standorte miteinander vernetzen und voranbringen.“ Wichtigste Faktoren dabei seien das direkte Gespräch und vor allem Zeit. Denn Wiedemann hat sich nicht vorgenommen, die Mitgliedsbetriebe und Unternehmen in seinem Einsatzfeld zwischen den Dienstleistungszentren Kaiserslautern, Landau, Pirmasens und Ludwigshafen so schnell wie möglich abzuklappern oder gar abzutelefonieren. „Es wirkt nicht seriös, sich nur zehn Minuten Zeit pro Betrieb zu nehmen. Da kann sich kein intensives Gespräch entwickeln.“ Und gerade diese Gespräche seien wertvoll. Denn es sei die Aufgabe der IHK, nah an den Mitgliedern zu sein und bei der Weiterentwicklung zu helfen. Denn als „Stimme der Unternehmen“ müsse man die Bedürfnisse eben kennen.

Gespräche über Standortfaktoren

Gleiches gelte für die Gespräche mit der Kommunalpolitik, welche er ebenfalls suchen werde und nach seinem Amtsantritt im Februar auch schon längst gesucht hat. „Schließlich werden maßgebliche Standortfaktoren von den Kommunen entschieden.“ Als Beispiel nennt er die Themen Wohnraum, Kitaplätze oder die Ausweisung von Gewerbeflächen. „Dazu möchte ich mich gerne partnerschaftlich und konstruktiv, aber auch kritisch einbringen.“

So soll die IHK-Zentrale nach der Fertigstellung aussehen. So soll die IHK-Zentrale nach der Fertigstellung aussehen. Das „Haus
So soll die IHK-Zentrale nach der Fertigstellung aussehen. So soll die IHK-Zentrale nach der Fertigstellung aussehen. Das »Haus der Wirtschaft« soll zum Ort der Begegnung werden. Die IHK Pfalz betreut 80.000 Mitgliedsunternehmen und hat rund 180 Mitarbeiter.

Dabei kommt es ihm einerseits darauf an, die vier wirtschaftlich so unterschiedlich strukturierten Regionen miteinander zu vernetzen und weiterzuentwickeln, andererseits will er für die Bedürfnisse der Mitgliedsbetriebe jeweils passgenaue Lösungen entwickeln. Dass er sich dafür auf einem weiten Feld befindet, ist Wiedemann bewusst: „Ich bin gespannt darauf, viele engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer von Zweibrücken bis Speyer und von Wörth bis Kirchheimbolanden kennenzulernen.“ Denn es gebe auch in den eher touristisch geprägten Regionen viele Betriebe, die einen genaueren Blick lohnen. „Wir haben viele ,Hidden Champions’ mit innovativen Produkten. Diese wollen wir fördern.“

Wo der Schuh drückt

Ausgangspunkt dafür sei aber Ludwigshafen. „Ich bin generell hier, aber auch jede Woche an den Standorten unterwegs.“ Von hier sei er das Sprachrohr der Wirtschaft – vom Großbetrieb bis zum selbstständigen Einzelunternehmer. Viele drücke dabei der Schuh an der gleichen Stelle, weiß er bereits aus den Gesprächen und den Erfahrungen an anderen Einsatzorten. Als Beispiel nennt er Bürokratisierung, Energiekosten und die fehlende Geschwindigkeit bei angestrebten Veränderungen. „Die Unternehmen erwarten deutlich, dass wir für ihre Interessen eintreten. Das ist unser Auftrag als IHK. Und als solche sind wir auch nicht um eine klare Kante verlegen.“ Es gehe aber auch darum, wie diese Ziele erreicht werden können und da setzt Tim Wiedemann auf Kommunikation. Dafür sitzt er bei der IHK Pfalz in Ludwigshafen an der richtigen Stelle.

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