Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Schließung der Anna-Freud-Schule: Die Stadt ist am Zug

Wann die Anna-Freud-Schule im Stadtteil Süd geschlossen wird, ist derzeit noch unklar.
Wann die Anna-Freud-Schule im Stadtteil Süd geschlossen wird, ist derzeit noch unklar.

Die Stadt Ludwigshafen, der Rhein-Pfalz-Kreis, die Schulaufsicht ADD und das rheinland-pfälzische Bildungsministerium sind sich einig, dass die Anna-Freud-Schule im Stadtteil Süd geschlossen werden soll. Im Gegenzug soll in Böhl-Iggelheim eine neue Berufsbildende Schule gebaut werden. Bis es soweit ist, geht jedoch noch viel Zeit ins Land.

Vor der Sommerpause, Ende Juni, haben sich sowohl der Ludwigshafener Schulträgerausschuss als auch der Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreises mit der Schließung der Berufsbildenden Schule für Soziales, Gesundheit und Hauswirtschaft in der Chemiestadt und dem Schulneubau im Landkreis beschäftigt. Bis Ende September passiert nun allerdings in der Sache nichts mehr. Denn gemäß dem Schulgesetz muss zunächst die Stadt Ludwigshafen der „Aufhebung“ der Berufsschule zustimmen. Am 28. September wird nach Angaben der Stadtverwaltung der Ludwigshafener Schulträgerausschuss über die Auflösung der Anna-Freud-Schule beraten. Am 5. Oktober könnte anschließend der Stadtrat das Aus besiegeln – sofern es dafür eine Mehrheit gibt. „Dieser Beschluss ist Voraussetzung für die Neuerrichtung einer ähnlichen Berufsbildenden Schule im Rhein-Pfalz-Kreis“, erklärt eine Sprecherin des Ludwigshafener Rathauses.

Dass die Anna-Freud-Schule geschlossen werden und eine neue Berufsschule im Kreis gebaut werden soll, darüber haben sich der Schulaufsicht ADD in Trier zufolge die Ludwigshafener Verwaltung und der Kreis in Planungsgesprächen geeinigt. „Dies wurde nach einer schulfachlichen Stellungnahme der ADD und des Bildungsministerium genehmigt“, erläutert ein Sprecher der Behörde die Abläufe. Eine sogenannte Organisationsverfügung sei dann durch die ADD erfolgt. Alle bisherigen Gespräche verdeutlichten die Unterstützung für den eingeschlagenen Weg.

„Schulleitung war eingebunden“

Die bisherigen Entscheidungen wurden laut ADD nicht über die Köpfe der betroffenen Lehrer an der Anna-Freud-Schule hinweg gefällt: „Die Schulleiterin war bei allen Planungsgesprächen eingebunden, das Kollegium wurde im Februar/März über den damaligen Stand der Planung informiert.“ Die aktuellen Schülerjahrgänge seien indes nicht einbezogen worden, da sie die Schule in der Regel nur ein bis drei Jahre besuchen und daher „von der Verlagerung der Schule nicht mehr betroffen sind. Die Schließung/Verlagerung wird frühestens in fünf Jahren stattfinden“.

Wir fassen zusammen: Ob und wann die Anna-Freud-Schule geschlossen wird, ist derzeit noch unklar. Von den zu beteiligenden Gremien liegen bis jetzt nur die Beschlüsse des Rhein-Pfalz-Kreises vor. Erst wenn auch die Stadt Ludwigshafen die erforderlichen Beschlüsse einreiche, startet das Genehmigungsverfahren, verbunden mit der Zusage der Schulbauförderung. „Danach beginnen Planung, Ausschreibung und Bau der neuen Berufsschule. Der Kreis rechnet mit etwa fünf Jahren ab Genehmigung, es liegen vergleichbare Erfahrungswerte beim Bau eines Gymnasiums in Maxdorf vor“, rechnet die ADD vor.

Datum für Schulschließung unklar

Das bedeutet immer noch nicht, dass die Anna-Freud-Schule schon im Jahr 2025 geschlossen wird, sofern alles glatt und nach Plan läuft. Denn „natürlich kann mit der Verlagerung der Schule erst begonnen werden, wenn die neue Schule errichtet wurde und bezugsfertig ist“. Wie viel Zeit dieses Prozedere kosten wird, lässt die ADD aktuell offen.

In der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause war es, wie berichtet, keine Überraschung mehr, dass die Politiker dem Neubau einer Berufsschule in Böhl-Iggelheim zustimmten. Alleine die FWG blieb skeptisch und enthielt sich. Für die neue Berufsschule werden 40 Millionen Euro veranschlagt – und das ist vorerst nur eine grobe Planung. Die Schule mit etwa 1100 Schülern soll in Böhl-Iggelheim in direkter Nachbarschaft zur dortigen Realschule plus entstehen. Die Schüler sollen sich auf Klassen im Berufsvorbereitungsjahr mit den Schwerpunkten Hauswirtschaft, Gesundheit/Pflege und Holztechnik, auf die Berufsfachschulen 1 und 2 mit den gleichen Themengebieten, eine höhere Berufsfachschule mit der Fachrichtung Sozialassistenz, ein berufliches Gymnasium, bei dem Gesundheit und Soziales im Fokus stehen, und eine Fachschule für Sozialwesen aufteilen.

Auflösung statt Verlagerung

Im Ludwigshafener Schulträgerausschuss war bis zur letzten Sitzung im Juni immer nur von einer Verlegung der Anna-Freud-Schule in den Rhein-Pfalz-Kreis die Rede. Denn der Berufsschule fehlen Räume, und der Sanierungsbedarf ist groß. Dann jedoch stellte die Verwaltung überraschend klar, dass die Schule in Süd mit einer Nebenstelle in der Gartenstadt aufgelöst werden soll. Das wurde zwar von Ausschussmitgliedern bedauert, jedoch nicht grundsätzlich infrage gestellt.

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