Ludwigshafen
Anna-Freud-Schule in Süd wird geschlossen
Von einem Zeitraum von fünf bis sechs Jahren geht Ralf-Ingo Sitter, Bereichsleiter Schulen, derzeit bis zur Auflösung der Anna-Freud-Schule aus. Unterdessen will der Rhein-Pfalz-Kreis in Böhl-Iggelheim eine neue Berufsschule errichten. Wegen der Konsequenzen, die diese Entscheidung der Schulaufsicht ADD für die Schüler und das Kollegium der Ludwigshafener BBS sowie für den Schulstandort Ludwigshafen hat, will Schuldezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) demnächst einen ADD-Vertreter in den Schulträgerausschuss einladen. Denn die ADD habe die Pläne mittlerweile zur Chefsache erklärt, berichtete Reifenberg.
Ebenso wie die Dezernentin bedauerten Monika Kleinschnitger (Die Grünen im Rat) und Daniel Beiner (CDU) die bevorstehende Schließung der BBS. „Wir geben die Anna-Freud-Schule nicht gerne auf“, sagte Kleinschnitger. „Das wird bitter.“ Auch für das Kollegium der Schule sei das ein wichtiger Schritt. Ebenso für diejenigen Schüler, die nicht ohne Weiteres auf eine andere Schule in der Stadt wechseln könnten. Beiner schloss sich an: „Da geht eine Tür zu. Das ist traurig.“
Raumnot an der Brüder-Grimm-Grundschule
Ralf-Ingo Sitter erläuterte, dass es für diejenigen Schüler, die an der BBS ein Berufsvorbereitungsjahr absolvieren, und für die Schüler der Sprachklassen auch nach der Schließung der Anna-Freud-Schule ein Angebot in Ludwigshafen geben müsse. Denn dies seien sogenannte Pflichtklassen. Wie und wo diese Klassen eingerichtet werden, das sei noch zu klären.
Für die benachbarte Brüder-Grimm-Grundschule bedeutet die mittelfristige Schließung der BBS zunächst eine weitere Verschärfung der Raumnot. Denn statt eines schon geplanten Erweiterungsbaus soll die Grundschule nun mehrere Jahre lang mit einer Containerlösung überbrücken. Zurzeit stünden 13 Klassenräume zur Verfügung, zwei Klassen sollen in sogenannten Pavillons untergebracht werden. Sitter zufolge hat die ADD die Vierzügigkeit der Schule bewilligt.
Große Sporthalle geplant
Perspektivisch könnte die Schule sogar wegen der wachsenden Einwohnerzahlen am Rheinufer Süd fünfzügig werden. Daher soll die Grundschule samt Hort nach der Schließung der Anna-Freud-Schule in das dann zur Verfügung stehende BBS-Gebäude umziehen. Auf dem Gelände der Grundschule soll danach eine große Sporthalle für die umliegenden Schulen entstehen. Dafür gebe es schon lange den Bedarf, so Sitter. Die alte Grundschule müsste demnach Mitte der 20er-Jahre komplett abgerissen werden.
Die Brüder-Grimm-Schule ist in den Stadtteilen Süd und Mitte nach Einschätzung des Bereichsleiters das einzige Sorgenkind. Weder an der Erich-Kästner-Grundschule noch an der Wittelsbachs- und Albert-Schweitzer-Schule gebe es vergleichbare Probleme.
Neue Schulen für die neue Pesch-Siedlung
Eine neue zweizügige Grundschule und eine neue weiterführende Schule sollen in den nächsten Jahren in und nahe der neue Heinrich-Pesch-Siedlung gebaut werden, informierte Sitter abschließend. Unter dem Motto „Miteinander Wohnen und Leben“ sollen hier bis voraussichtlich 2026 auf einem 15 Hektar großen Areal am Heinrich-Pesch-Haus bis zu 550 Wohneinheiten für bis zu 1500 Menschen entstehen.
Einwurf: Ein Verlust
So klar und deutlich wie gestern im Schulträgerausschuss ist es bisher in Ludwigshafen noch nicht gesagt worden, dass die Anna-Freud-Schule nicht verlegt, sondern geschlossen wird. Im Gegenzug soll zwar in Böhl-Iggelheim eine neue Berufsschule aufgebaut werden. Trotzdem verliert der Schulstandort Ludwigshafen ein interessantes Bildungsangebot. Diejenigen Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf in den Berufsvorbereitungs- und Sprachklassen müssen an anderen Schulen in der Stadt unterrichtet werden.