Ludwigshafen Ruchheim: Evangelische Krankenpflege seit 120 Jahren aktiv
Pfirrmann spricht von einer „segensreichen Kooperation“ mit den rund 20 Krankenpflegevereinen in der Stadt, den in Ruchheim würdigt sie als besonders rührig. Die 200 Mitarbeiter der Ökumenischen Sozialstation kümmern sich derzeit in häuslicher Pflege um 600 Menschen in der Stadt. „Das ist mehr als nur die Körperpflege oder die Insulinspritze zu setzen“, betont Pfirrmann. Die Pflege mit Herz, sich Zeit für den Patienten zu nehmen, das werde erst durch die Unterstützung der Krankenpflegevereine möglich; denn „für die Fürsorge, die Seelsorge, dafür gibt es keine Zuschüsse“.
Seung-Min Her, der protestantische Ruchheimer Pfarrer, attestierte dem Evangelischen Krankenpflegeverein in seiner Predigt, durch engagierte, segensreiche Arbeit professionelle, häusliche Pflege mit zu gewährleisten. Der Satz „Euch hat der Himmel geschickt“ – kein seltener Dank kranker Menschen für ihre ganz speziellen Engel. Der Pfarrer erzählte die Geschichte seiner Mutter, die Krankenschwester war, dann in der Altenpflege wirkte. An Weihnachten hat sie damals einige Musiker organisiert und dann alten, kranken, einsamen Menschen doch ein wenig Weihnachtsfreude beschert. Pfarrer Her rief dazu auf, den Festtag mit „Hoffnung und Zuversicht“ zu füllen, um die Zukunft gestalten zu können.
Mitgliederwerbung verstärken
Jürgen Harr lud zu einem Streifzug durch 120 Jahre Vereinsgeschichte. Sie begann am 3. März 1902, Johannes Kreiselmaier war der erste Vorsitzende. Dem Verein fehlt Nachwuchs, klagte Harr. Bei der Gründung waren es 176 Mitglieder, zwischenzeitlich über 300, jetzt sind es noch 286. „82 Prozent sind älter als 70 Jahre, nur zwölf Prozent sind jünger als 60“, sagte Harr: „Ziel muss sein, die Mitgliederwerbung zu verstärken.“
Bärbel Ginter, die den konfessionsoffenen Evangelischen Krankenpflegeverein seit 16 Jahren führt, würdigte das segensreiche Zusammenwirken mit der Ökumenischen Sozialstation und die „tolle Teamarbeit“ im Vorstand. Der Verein, für die Ukraine -Hilfe engagiert, leiste auch seelischen Beistand und unterhalte in Ruchheim seit neun Jahren eine Selbsthilfegruppe von Angehörigen Demenzkranker. Nach der Pandemie werden auch wieder Vortragsveranstaltungen stattfinden.
Der katholische Gemeindereferent Bernhard Werner dankte seinem protestantischen Kollegen im gemeinsam gestalteten Gottesdienst für das freundschaftliche Miteinander. Werner regte an, über ein Projekt Familienpflege nachzudenken und ökumenische Kooperationen zwischen Ruchheim und Oggersheim einzugehen.
Den Gottesdienst gestalteten Joachim Hack, der 2. Vereinsvorsitzende, der die Schriftlesung (Lukas 10, 30-37) vortrug und Monika Bechtel, Ingeborg Möller, Jutta Reisinger-Böhrer und Regine Wielsch mit den Fürbitten mit. Bereichert wurde der Festtag durch ein bemerkenswertes Musikprogramm, für das Sängerin Marta Hadzimanov, begleitet von Corinna Korff-Willcox am Piano, sowie Jiyong Kim und Gyeongho Kim (Violine) und Song Yi Chae (Piano) sorgten.