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Rebellisches Völkchen
Rebellisches Völkchen

Rauch und Ruchheim: Gallisches Gen

Es ist zwar kein gallisches Dorf, das die Römer piesackt, wie im Asterix-Comic – aber ein „Dorf der Unbeugsamen“ ist das kleine Ruchheim mit seinen 6000 Einwohnern irgendwie schon. Hinkelsteinmäßig erinnert sei etwa an den jahrelangen „Adler-Streit“, der den Stadtteil aufwühlte – ein Denkmal, das vor der evangelischen Kirche an Teilnehmer des Deutsch-Französischen Kriegs erinnert. Eine Replik des umstrittenen, vom Obelisken gestürzten Vogels, den viele Protestanten kriegsverherrlichend fanden, wurde wieder auf die Spitze gesetzt. Seit Dezember 2019 weist eine Erklärtafel darauf hin. Die Kirchengemeinde verzichtete auf einen Einspruch. Gegen die zunehmende Verkehrsbelastung und weitere Ausweisungen von Gewerbegebieten bildete sich eine agile Bürgerinitiative („Lebenswertes Ruchheim“). Und zuletzt formierte sich Protest gegen die Errichtung von 150 Sozialwohnungen im Erfurter Ring (Neubaugebiet Nord-Ost). Wegen der Pläne der städtischen Immobiliengesellschaft GAG, der Angst vor mehr Autos und weiterem Parkdruck gab es sogar eine Sondersitzung des Ortsbeirats. Dass die RHEINPFALZ ausführlich darüber berichtete, ist auch einem TV-Sender nicht verborgen geblieben. Sein landespolitisches Magazin griff das Thema diese Woche auf. In die Ankündigung schlich sich ein Vertipper, der aber in genetischer Hinsicht ganz gut zum Dampfablassen im rebellischen Dorf passt: Darin war nämlich von „Ludwigshafen-Rauchheim“ die Rede. Fehlen nur noch ein qualmender Zaubertrank, Obelix und ein paar Wildschweine.

Tiere und Grüne: Flinke Katzen

Apropos Tiere: Das Wohlbefinden der heimischen Insektenwelt ist eins der vielen Themen, mit denen sich die Grünen besonders intensiv und gerne befassen. Für die rund 60 Parteimitglieder aus Stadt und Land, die sich am Mittwochabend zur virtuellen Kür des Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal trafen, stand selbstredend auch der Schutz der Kreatur vor schädlichen Umwelt- und Klimaeinflüssen ganz weit oben auf der Agenda. Und das selbst bei der Frage, die für den Probewahlgang auf der Internetplattform mit dem wunderbaren Namen „Abstimmungsgrün“ zu beantworten war: Goldfisch, Igel, Hund oder Katze? Hmmmm! Versammlungsleiterin und Co-Kreisvorsitzende Tenko Saphira Bauer jedenfalls hielt mit ihrer Präferenz in diesem Fall nicht hinterm Berg. Sie nehme Katze, weil sie früher welche gehabt habe. „Ich stehe dazu.“ Der eigentliche Wahlgang, bei dem sich die Teilnehmer „nur“ zwischen zwei Bewerbern zu entscheiden hatten, lief natürlich streng geheim ab. Und vermutlich hätten weder Katze noch Hund der Überzeugungskraft des letztlich siegreichen Armin Grau etwas entgegensetzen können. Gerüchten zufolge hätte es zumindest der Igel in die Stichwahl schaffen können.

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