Ludwigshafen
Promenadenplausch: Sevil Emre ist sonst keine Kinogängerin
Zwischen Ludwigshafen und Mannheim zieht der Rhein seine Bahnen. Während Besucher der Parkinsel das beständige Gleiten des Wassers beobachten, verfolgen nur wenige Meter weiter Festivalgäste bewegte Bilder, die auf die große Leinwand des Freiluftkinos projiziert werden.
Im orangefarbenen Sitzsack auf dem Kies des Rheinufers blättert Sevil Emre im Programmheft des Festivals nach Filmen, die sie interessieren könnten. Doch die Lehrerin einer Hauptschule gesteht: „Ich bin gar keine Kinogängerin.“ Das 19 Tage dauernde Filmereignis hat sie dennoch erneut auf die Parkinsel geführt.
Vorfreude auf „Pinguin“
Erst seit vergangenem Jahr kennt die 50-Jährige, die früher in Mannheim gelebt hat, das Festival des deutschen Films. An das Open-Air-Kino musste sie sich am meisten gewöhnen – besonders fremd fühlten sich die Kopfhörer an, mit denen Besucher individuell die Lautstärke des Films regulieren, sagt sie. „Das hat mich am Anfang ein bisschen abgeschreckt und abgeturnt. Ich musste an Corona denken, als alle separat, einzeln für sich, gelebt haben“, berichtet sie. Trotz dieser akustischen Abschottung konnte die Skeptikerin die Emotionen der Besucher neben sich spüren, eine paradoxe Situation, schildert Sevil Emre ihre Eindrücke.
Am wohlsten fühlt sich Sevil Emre, wenn sie den Festivaltag auf der Parkinsel im Kreise ihre Liebsten und am besten nahe am Fluss verbringt. Welcher Film letztendlich läuft, wird für sie dann oft zur Nebensache. Aber ein ganz bestimmter Film lässt Sevil Emre nicht los: Der Beitrag „Der Pinguin meines Lebens“ aus Großbritannien und Spanien über einen Englischlehrer im Buenos Aires der 1970er-Jahre. Die Literaturverfilmung lässt die Mathe- und Deutschlehrerin am Rheinufer voller Vorfreude schmunzeln.
Die Serie
Anlässlich des 21. Filmfestivals auf der Parkinsel sprechen wir täglich mit Gästen und Akteuren vor Ort.


