Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Filme treffen auf Leidenschaft: Ein Student erzählt von seinem besonderen Job beim Festival

„Wo gerade Hilfe gebraucht wird, bin ich da“: Ben Kapfenberger schwärmt von seinem Job beim Filmfestival.
»Wo gerade Hilfe gebraucht wird, bin ich da«: Ben Kapfenberger schwärmt von seinem Job beim Filmfestival.

Ben Kapfenberger arbeitet bereits zum vierten Mal beim Festival des deutschen Films. Als Filmfan schätzt er die besondere Atmosphäre auf der Parkinsel.

Angefangen hat alles im Jahr 2022 mit einem Praktikum im Direktionsbereich des Festivals des deutschen Films. Seitdem ist Ben Kapfenberger jedes Jahr wieder auf der Parkinsel zu finden. Der Mainzer Student hat anfangs nur ein Praktikum für sein Studium gesucht, doch jetzt schätzt er die ihn erfüllende Aufgabe sehr.

Für ihn beginnt die Arbeit bereits im Juni: Zu dieser Zeit ist er im Büro zu finden und kümmert sich unter anderem um Gästelisten und Sitzpläne für die Empfänge. Nach dem Start des Filmfestivals heißt es vor allem, flexibel zu sein, denn: „Wo gerade Hilfe gebraucht wird, bin ich da“, erklärt der 28-Jährige. Manchmal müsse es sehr schnell gehen, schließlich sollen die verschiedenen Filmteams es alle pünktlich zu ihren Terminen schaffen.

Im falschen Film

Erst vergangenes Jahr, erinnert er sich, habe er spontan aus seinem Büro an die Bar als Aushilfe wechseln müssen. Denn: In einer ausverkauften Vorstellung war der falsche Film gezeigt worden. Bis der richtige Film angemacht werden konnte, durften sich die Gäste an der Bar und eben auch von ihm bedienen lassen.

Besonders ist in diesem Jahr, dass Kapfenberger neue Aufgaben übernehmen darf, da Katrin Wild, die Assistenz der Geschäftsführung, gerade in Elternzeit sei. Dadurch arbeite er auch zum ersten Mal mit dem Intendanten und Geschäftsführer des Filmfestivals zusammen. „Man kann gut mit ihm über alles sprechen, er ist sehr angenehm“, beschreibt der Student die vertrauensvolle Kooperation mit Michael Kötz.

Reden nach Feierabend

Generell sei die Atmosphäre im Team familiär: „Man sitzt abends nach Feierabend zusammen und redet bisschen.“ Für junge Leute aus Ludwigshafen sei es jedes Jahr toll, wieder auf dem Filmfestival arbeiten zu können. „Wenn man hier ist und merkt, alles funktioniert, man gibt den Leuten was zurück: Das macht Spaß“, schwärmt Kapfenberger von seinem Wirken auf dem Festival. Mit seinem Aufgabenbereich in der Direktion sei er „happy“, weil er seine Erfahrung aus den letzten drei Sommern auf der Parkinsel einbringen könne.

Der Student schwärmt vor allem von der besonderen Atmosphäre auf der Parkinsel. Die 21. Festival-Ausgabe läuft seit 20. August u
Der Student schwärmt vor allem von der besonderen Atmosphäre auf der Parkinsel. Die 21. Festival-Ausgabe läuft seit 20. August und endet am 7. September.

Man merkt ihm auch an, dass er sich gut auskennt. Als während des Gesprächs mit der RHEINPFALZ eine ältere Dame auf ihn zukommt und ihm in sehr bestimmtem Ton verschiedene Fragen zu Veranstaltungsorten und der Preisverleihung am Freitag stellt, kann er alles geduldig beantworten. Auf die Preisverleihung mit Schauspieler Uwe Ochsenknecht und den Star „hier sehen und erleben“ zu dürfen, freut er sich schon sehr.

Besonderer Standort

Zwar finde Kapfenberger selbst nicht die Zeit, sich Filme auf dem Festival anzuschauen, doch er weiß: Das Filmfestival in Ludwigshafen ist etwas ganz Besonderes. Da könnten auch andere Filmfestivals in Wiesbaden, Hamburg oder München nicht mithalten. Denn das Festival auf der „wunderbaren“ Parkinsel steche durch seinen Standort heraus: an einem zentralen Ort könne man ohne lange Wege essen, trinken und natürlich die Filme schauen oder auch einfach so vorbeikommen. Auch das Freilichtkino gefällt ihm sehr gut, vor allem wenn man im Dunklen das Leuchten der Kopfhörer sehen kann.

Als Student der Filmwissenschaft ist er begeistert vom vielfältigen Programm des Festivals, bei dem „für jeden was dabei“ sei. Kapfenberger findet, dass es oft Vorurteile gegen deutsche Filme gebe, doch diese seien überhaupt nicht berechtigt. „Wenn man sich damit beschäftigt, was es neben dem Mainstream gibt, findet man unglaublich tolle Filme“, verteidigt er die deutsche Filmszene. Durch das Festival des deutschen Films konnte er 2022 einen Fan-Moment erleben, als der Regisseur Andreas Kleinert Teil der Jury war und Kapfenberger persönlich eine Blu-ray signieren konnte.

Filme gesammelt

Wie groß die Filmbegeisterung des Studenten ist, wird spätestens durch die Ausmaße seiner Blu-ray-Sammlung deutlich, denn diese umfasst ganze 260 Exemplare. Ursprünglich habe seine Leidenschaft im Alter von acht Jahren angefangen, als er „Herr der Ringe“ mit seinen Eltern geschaut habe. „Da wurde bei mir ein Schalter im Gehirn umgelegt“, erklärt Kapfenberger. Seine Aufgabe auf dem Festival gefällt ihm so gut, dass der Student sich die Festivalarbeit auch nach seinem Masterabschluss gut vorstellen kann.

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