Ludwigshafen
Pesch-Siedlung soll Ramstetter-Platz bekommen
Aktuell sind auf dem Gelände der künftigen Heinrich-Pesch-Siedlung ein Platz und fünf Straßen vorgesehen. Zumindest der geplante Platz liegt auf der Gemarkung von Nord, informierte Ortsvorsteher Osman Gürsoy (SPD) am Donnerstagabend in der Sitzung des Ortsbeirats. Allerdings habe die Verwaltung bereits die vom HPH vorgelegten Namensvorschläge geprüft und für gut befunden. „Ich könnte da mitgehen“, signalisierte Gürsoy.
Alle Namen und Personen erfüllten die vom Pesch-Haus selbst aufgestellten Vorgaben, die sich mit den Zielen der neuen Siedlung decken. Von Solidarität und Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Ludwigshafen ist da die Rede. Von „Dialog der Kulturen und Weltanschauungen und Entdeckung der Vielfalt als soziale Ressource“.
Ehrenbürger und Kohl-Freund
„Und so schlagen wir vor, Frauen und Männer zu ehren, die sich mit Leib und Leben für die Schaffung von Grundlagen für eine humane, solidarische und demokratische Gesellschaft (Alfred Delp, Freya von Moltke und Nikolaus Groß im Kreisauer Kreis), für Frauenrechte und die Versöhnung, beziehungsweise den Dialog der Weltanschauungen (Edith Stein) und für die Bewahrung der Schöpfung (Berta Cáceres) einsetzten“, heißt es dazu im Schreiben von Tobias Zimmermann. Darüber hinaus soll der Gemeinschaftsplatz den Namen von Erich Ramstetter tragen, „der mit seinem Engagement erst die Grundlagen für die Möglichkeit der Siedlungsgründung schuf“.
Monsignore Erich Ramstetter, im September 2022 96-jährig verstorben, war über ein Vierteljahrhundert katholischer Dekan, Ehrenbürger der Stadt, Träger des Bundesverdienstkreuzes – und enger Freund des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl.
„Vermisse Antonio Priolo“
Alle genannten Namen stießen beim Ortsbeirat auf breite Zustimmung. „Die Vorschläge passen gut ins Bild, und ein Platz für Erich Ramstetter ist angemessen“, erklärte Friedrich Bauer (FDP). Auch CDU-Sprecher Wolfgang Leibig begrüßte die vorgelegte Liste ausdrücklich. Lediglich Bernhard Wadle-Rohe (Die Linke) zeigte sich irritiert. „Ich vermisse Antonio Priolo“, verkündete er und beharrte darauf, den vor drei Jahren verstorbenen Ortsvorsteher der SPD ebenfalls mit in die Vorschlagsliste aufzunehmen.
Ein Vorschlag, der selbst der SPD-Fraktion zu weit ging: „Antonio passt nicht in die Liste der vorgeschlagenen Namen“, erklärte Dolly El-Ghandour. „Wenn wir ihn ehren wollen, dann mit einem Platz im Hemshof.“ So fand Wadle-Rohe für seinen Vorschlag keine Mehrheit. Die ursprüngliche Namensliste wurde bei einer Enthaltung (Die Linke) vom Ortsbeirat akzeptiert. Im September darf sich auch noch der Ortsbeirat Oggersheim zur Namensliste äußern.
800 Wohnungen für 2000 Menschen
In der neuen Heinrich-Pesch-Siedlung entstehen etwa 800 Wohneinheiten für rund 2000 Personen. In drei Jahren sollen die ersten Bewohner in die neue Siedlung auf dem ehemaligen Ackergelände einziehen. Die Erschließung des 15 Hektar großen Baugebiets zwischen dem Stadtteil West, der zur nördlichen Innenstadt zählt, und Oggersheim ist fast abgeschlossen, die ersten Straßenbäume sind bereits gepflanzt worden.
Termin
Am Samstag, 8. Juli, ist Tag der offenen Baustelle. Dazu lädt die Pesch-Siedlung GmbH & Co von 10 bis 17 Uhr ein. Im benachbarten Heinrich-Pesch-Haus (Frankenthaler Straße 229) und im Park finden Workshops, Spiel- und Kreativangebote für die ganze Familie statt.