Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pesch-Siedlung: Grünzug und Regenwassermanagement

Mehr als 60 Straßenbäume wurden schon gepflanzt. Sie sollen wachsen und Schatten spenden, bis die ersten Bewohner einziehen.
Mehr als 60 Straßenbäume wurden schon gepflanzt. Sie sollen wachsen und Schatten spenden, bis die ersten Bewohner einziehen.

In den kommenden fünf bis sechs Jahren sollen auf einem 14 Hektar großen Gelände neben dem Heinrich-Pesch-Haus in West 800 neue Wohnungen für 2000 Menschen gebaut werden. Wie steht es bei einer so dichten Bebauung ums Grün und die Natur? Das sagen die Planer und Fachleute.

In der Heinrich-Pesch-Siedlung zwischen West, Oggersheim und Friesenheim sollen alle Rahmenbedingungen für ein kleines Dorf erfüllt sein, skizziert Ernst Merkel, Geschäftsführer der Heinrich-Pesch-Siedlung GmbH. In dem autoarmen Quartier mit einem Begegnungshaus im Zentrum, Kindergarten und einer neuen Schule am Rand soll Merkel zufolge das gute Zusammenleben der Bewohner eine wichtige Rolle spielen. Natur und Grün gehörten dazu, daher seien auch schon vor dem Baustart der Bauarbeiten zunächst die Altlasten aus dem Boden entfernt und mehr als 60 Bäume gepflanzt worden. Die sollen wachsen und Schatten spenden, bis die ersten Bewohner einziehen.

Einen Blick auf die Ludwigshafener Stadtgeschichte warf Rainer Ritthaler, Bereichsleiter Umwelt und Klima bei der Verwaltung. „Das Stadtgebiet war nie eine Naturlandschaft“, stellte er fest. Mittlerweile gebe es eine sehr dichte Bebauung, aber trotzdem noch 50 Prozent Ackerflächen und 180 Hektar extensive Wiesen. Mit Ausnahme des Maudacher Bruchs habe man es in Ludwigshafen nur mit kulturgeprägten Flächen zu tun. Der Umweltbereichsleiter betonte, dass die Verwaltung Arten erhalten wolle, die typisch sind für die Stadt. Daher sei zuletzt auch die Roßlache mit Weihern und Wiesen unter Schutz gestellt worden. „Wir brauchen diese Flächen und wollen die Siedlungen mit einbinden. Und wir brauchen Menschen, die in diesem Prozess mitgehen und sich engagieren.“

Selbstversorgergärten und Trinkwasserspender

In der neuen Pesch-Siedlung wird es Landschaftsarchitekt Boris Olschewski zufolge einen 6700 Quadratmeter großen zentralen Grünzug von Ost nach West und eine Rahmenbegrünung geben. Außerdem müssen die Bauherren die Dächer und Fassaden begrünen. Das Regenwasser darf nicht aus dem Gebiet abgeleitet werden. Entlang der Bahnlinie soll eine Grünfläche für die Bewohner entstehen. Hier sind auch Selbstversorgergärten vorgesehen. Auch über Trinkwasserspender wird derzeit vor dem Hintergrund der Hitzepläne nachgedacht. An den zwei Parkhäusern sind vertikale Gärten geplant, wie man sie derzeit auf der Mannheimer Bundesgartenschau besichtigen kann, damit sich die Betonflächen im Sommer nicht aufheizen. Olschewski plant „eine offene Siedlung, in der Menschen sich gut bewegen können“.

Stadtplanerin Sabine Baumgart, die an der Akademie für Raumentwicklung Hannover und der Universität Bremen forscht, attestierte der Pesch-Siedlung eine „Konzeption mit Lebensqualität“, die unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ansprechen könne. Eine grüne Umwelt wirke sich nicht nur auf die Gesundheit der Menschen, sondern sogar auf die Lebenserwartung aus. Das sei mittlerweile sogar für einzelne Städte wie zum Beispiel London belegt. Bürger, die in grünen Quartieren zu Hause sind, leben länger.

Termin

Das Baufeld der künftigen Heinrich-Pesch-Siedlung kann am Samstag, 8. Juli, besichtigt werden. Die Pesch-Siedlung GmbH & Co KG lädt von 10 Uhr bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Baustelle ein. Im benachbarten Heinrich-Pesch-Haus (Frankenthaler Straße 229) und im Park finden Workshops, Spiel- und Kreativangebote für die ganze Familie statt.

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