Ludwigshafen
Naturnahe Kita: Projekt liegt auf Eis
Noch Ende Juni hatte Familiendezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) betont, dass es in Ludwigshafen zwar kein geeignetes Grundstück für einen Waldkindergarten gebe. „Aber wir wollen eine naturnahe Kita.“ Das Gelände des ehemaligen Girlassic-Parks in Friesenheim komme dafür infrage, lautete im Sommer die Ansage der Verwaltung. Daher wurde kurzfristig eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Einrichtung einer solchen naturnahen Kindertagesstätte beschäftigen sollte.
Jetzt stellte Pascal Thümling das Ergebnis vor: Auch das Konzept für eine naturnahe Kita im Girlassic-Park lasse sich nur mittelbar umsetzen, formulierte der Kita-Bereichsleiter vorsichtig. Denn wegen der zu erwartenden hohen Kosten sei die Stadt auf Partner und Sponsoren angewiesen. Außerdem müsse die Verwaltung zunächst ihre ganze Energie darauf konzentrieren, die große Betreuungslücke zu schließen. In Ludwigshafen fehlen rund 2000 Kita-Plätze. Für ein „pädagogisches Leuchtturmprojekt“, wie Thümling die naturnahe Kita nannte, fehlten die Kapazitäten.
Absage wegen hoher Auflagen
Zum Hintergrund: Ludwigshafener Eltern hatten sich zunächst einen Waldkindergarten für die Chemiestadt gewünscht. Über ein Jahr lang hat die Stadtverwaltung geprüft, ob und wo es möglich ist, eine solche Waldkita einzurichten, wie es sie zum Beispiel in Waldsee bereits gibt. Im Juni hatte die FWG-Fraktion im Jugendhilfeausschuss noch einmal nachgehakt und konkrete Standorte wie das Maudacher Bruch oder die Parkinsel ins Gespräch gebracht. Aber die Verwaltung erteilte dem Wunsch der Eltern eine Absage. Die Begründung lautete: Die Auflagen für eine Waldkita seien ebenso hoch wie für eine Regeleinrichtung, und in Ludwigshafen gebe es keine geeigneten Grundstücke.
Thümling nahm damals seine Mitarbeiter vor Kritik in Schutz: „Wir sind mit viel Herzblut in die Prüfung gegangen, das war viel Arbeit“, erklärte er. Auch er selbst habe viel Herzblut für naturnahe Pädagogik, hatte Thümling betont. Jedoch brauche eine Waldkita pro Gruppe eine zusätzliche Erzieherin. Das könne die Verwaltung mit Blick auf 2000 fehlende Kita-Plätze und vor dem Hintergrund des Erziehermangels nicht empfehlen. Nun ist bis auf Weiteres auch die Planung einer naturnahen Betreuungseinrichtung vom Tisch.