Ludwigshafen Naturnahe Kita noch in weiter Ferne
Im Mai vor einem Jahr hatte der Jugendhilfeausschuss einstimmig die Stadtverwaltung aufgefordert, einen geeigneten Standort für einen Waldkindergarten in Ludwigshafen zu suchen. Den Antrag dafür hatte die FWG gestellt. Zustimmung dafür gab’s aus allen politischen Lagern. Auch Standortvorschläge gab es: die Parkinsel oder das Maudacher Bruch seien vorstellbar.
Im Januar hakte der Stadtelternausschuss nach. Im Februar fragte die FWG im Ortsbeirat Gartenstadt, ob das Grundstück neben dem Alten- und Pflegeheim Hans-Bardens-Haus für eine naturnahe Kita in Frage käme. Schließlich brachte die FWG-Stadtratsfraktion das Thema im März erneut auf die Tagesordnung. Doch ein Waldkindergarten scheint in absehbarer Zeit nicht zu kommen.
Stadt: Realisierung erst mittelfristig möglich
„Ein Naturkindergarten hat neben den inhaltlichen und konzeptionellen auch strukturelle Herausforderungen hinsichtlich der Infrastruktur und der Stadtplanung“, heißt es von der Stadtverwaltung auf die FWG-Anfrage. Eine Realisierung könne erst mittelfristig erfolgen, da vorrangig alle Ressourcen benötigt und gebunden seien für die aktuellen Ausbauprojekte.
„Das klingt nach Ausrede und ist extrem vage gehalten“, zeigen sich die FWG-Mitglieder Ruth Hellmann und Johannes Mund enttäuscht über den Planungsstand. Welche weiteren Schritte in welchem Zeitraum in der Sache geplant seien, dazu sage die Verwaltung nichts. Hellmann hat dafür kein Verständnis: „Es gibt einen ganz klaren Auftrag von allen Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses! Eine Wald-Kita hat allen Erfahrungen nach keinerlei Probleme, Personal zu finden.“ Es sei dafür euch kein neues Gebäude nötig, ein Bauwagen reiche und sei eine schnelle und kostengünstige Lösung. Konzepte für Wald-Kitas gebe es zuhauf.
CDU fordert mehr Tempo
Auch die CDU fordert mehr Tempo beim Kita-Ausbau in Ludwigshafen. Eine Wald-Kita sei sinnvoll. Es fehlten aktuell jedoch insgesamt 2000 Kita Plätze in Ludwigshafen. Der Bau von neuen Kitas müsse daher beschleunigt werden. Die meisten Plätze fehlten in Süd und Oggersheim und dort müssten auch zuerst Grundstücke für neue Kitaplätze gefunden werden. Ob dies mit einer naturnahen Kita in Einklang gebracht werden kann, solle geprüft werden, so die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion Wilhelma Metzler.
Für die CDU sei es aber mit dem Abstellen eines Bauwagens auf einem Waldgrundstück nicht getan. Auch Toiletten und Waschgelegenheiten müssten vorhanden sein. Das Areal müsse sicher sein. Das genutzte Waldstück müsse so groß sein, dass die Kinder beim freien Spiel nicht auf Wirtschaftswege oder Straßen gelangen können. Zudem seien Gruppen in solchen Kitas mit zehn bis 20 Kindern kleiner und das Angebot gebe es meist halbtags. „Hier würden wir uns einen freien Träger wünschen, der das in Angriff nimmt, unsere Unterstützung hat er“, meint die Landtagsabgeordnete Marion Schneid.