Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mundenheim: Rote Karte für Kleingärtner

Blaue Säcke mit Hausmüll entsorgen einige Kleingärtner auf einem Spielplatz in Mundenheim.
Blaue Säcke mit Hausmüll entsorgen einige Kleingärtner auf einem Spielplatz in Mundenheim.

Einem Anwohner der Ganghofer Straße in Mundenheim ist in der Ortsbeiratssitzung der Kragen geplatzt. Grund dafür ist das Verhalten einiger Kleingärtner in der Nachbarschaft.

Zuhörer aus den jeweiligen Stadtteilen sind in den Sitzungen der Ludwigshafener Ortsbeiräte stets sehr willkommen. In der regelmäßig stattfindenden Einwohnerfragestunde haben die Bürger auch die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. Unter diesem Tagesordnungspunkt können sie Fragen stellen und auf Probleme hinweisen. Nicht erlaubt ist es jedoch laut Gemeindeordnung, dass sich die Zuhörer in die Diskussionen unter den einzelnen Tagesordnungspunkten einmischen. Dabei dürfen nur die gewählten Volksvertreter ihre Standpunkte vertreten. Von diesem Grundsatz hat sich am Donnerstagabend im Mundenheimer Ortsbeirat ein Anwohner der Ganghofer Straße jedoch nicht abhalten lassen, seinem Ärger Luft zu machen. Auf die Palme bringt den Bürger schon länger die Lage auf dem Spielplatz in seinem Viertel. Denn dort entsorgen nach seiner Wahrnehmung einige Kleingärtner aus der angrenzenden Anlage regelmäßig ihren Müll – auf Kosten der Allgemeinheit. Außerdem ist der Spielplatz deshalb in schlechtem Zustand.

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat hatte dazu einen Antrag an die Verwaltung gestellt, den Spielplatz häufiger zu reinigen: Der Spielplatz sollte nach dem Wunsch der Christdemokraten täglich gesäubert werden, weil dort insbesondere in den Sommermonaten mehr Müll anfalle. Zudem sollten dort mehr Mülltonnen aufgestellt werden, damit der Spielplatz auch als solcher genutzt werden kann und nicht zur Müllhalde verkommt.

Kein Personal für tägliche Reinigung

Der Bereich Umwelt der Verwaltung erklärte dazu schriftlich: Der Spielplatz werde einmal wöchentlich gereinigt. Daran solle sich auch nichts ändern, weil es für häufigere Säuberungen nicht genügend Personal gebe. Die vorhandenen Papierkörbe sollten jedoch durch neue Behälter mit Haube getauscht werden, damit Tiere Essbares nicht mehr herausfischen können.

Wie auch die Verwaltung bereits bemerkt hat, stammt der Müll nicht nur von den Besuchern des Spielplatzes, sondern auch von den angrenzenden Kleingärtnern. Diese würden häufig blaue Abfallsäcke mit Hausmüll, Hundekot und Windeln in die Papierkörbe stopfen. Kontrollen hätten ergeben, dass dies bereits drei Stunden nach der erfolgten Reinigung des Areals der Fall sei. Daher soll nun der zuständige Sachbearbeiter Kontakt zum Vorstand des Kleingartenbauvereins aufnehmen.

Ortsvorsteher im Gespräch

Die betroffenen Anwohner fordern, dass die Kleingärtner endlich selbst für die Entsorgung ihres Mülls zur Kasse gebeten werden. Denn bisher gebe es in der Anlage gar keine Müllcontainer. Es könne nicht sein, dass der Steuerzahler für die Entsorgung des Hausmülls aus dem Kleingarten aufkommen müsse, schimpfte jener Bürger, der sich auch von der Sitzungsordnung nicht den Mund verbieten ließ.

Nach Angaben von Sitzungsleiterin Roswitha Göbel (CDU), die den Ortsvorsteher vertrat, ist Raymond Höptner (CDU) bereits im Gespräch mit dem Vereinsvorstand. Für alle Kleingärtner könnte es demnächst teuer werden, dass trotz wiederholter Ermahnungen einige ihren Müll auf dem angrenzenden Spielplatz entsorgen, statt ihren Abfall in der eigenen Tonne zu Hause zu entsorgen.

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