Ludwigshafen
Wilder Müll: In Süd und Mitte über 1200 Fälle
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 1003 wilde Müllablagerungen sind im vergangenen Jahr im Hemshof von der Stadtverwaltung registriert worden. In Süd waren es 621 und in Mitte 593 Fälle. Rechnet man die beiden Innenstadtbereiche zusammen, liegt dort also noch mehr Müll auf den Straßen als im Stadtteil Nord. Schwerpunkte in Süd sind unter anderem der Pfalzgrafenplatz, der Bereich um das Südwest-Stadion, der Parkplatz am Ostausgang des Hauptbahnhofs sowie die Halber- und die Roonstraße. In der Stadtmitte gibt es immer wieder Probleme in der Bismarckstraße und auch an der Ecke Kaiser-Wilhelm-Straße/Heinigstraße, berichtete Sandra Knörr dem Ortsbeirat Süd. Die Mitarbeiterin der Stadt ist für den Kampf gegen illegalen Müll zuständig.
Für einen Anstieg der Fallzahlen habe der Mängelmelder gesorgt. Die Internetplattform der Stadt wird von den Bürgern rege genutzt. Bisher sind dort seit dem Start im März 2019 knapp 7000 Meldungen eingegangen. Die Beiträge werden von der Stadtverwaltung gesichtet und dann werden die verschiedenen zuständigen Bereiche beziehungsweise auch andere Stellen bei der Bahn oder der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft verständigt. Die Fotos der Bürger sowie genaue GPS-Daten von der Fundstelle seien hilfreich, meinte Knörr. Die Stadt sei bemüht, den Müll und Dreck zu beseitigen. In dringenden Fällen, etwa wenn Fußgänger gefährdet sind, werde die Müllabfuhr sofort informiert. Dennoch könne es in einigen Fällen einige Zeit dauern, bis die Stadt aktiv werde. „Das heißt aber nicht, dass wir nichts tun“, sagte Knörr. Die über 1200 Meldungen in Süd und Mitte seien alle abgearbeitet worden.
Häufige Kontrollen
Die Hotspots würden nahezu täglich kontrolliert. Andere Bereiche, wie zum Beispiel das Grünflächenamt, würden miteinbezogen. Auch der für die Müllabfuhr zuständige Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) werde eingebunden. Denn in einigen Fällen habe sich herausgestellt, dass die Abfallbehältergröße von Wohnanlagen nicht ausreichend seien und deswegen Restmüll daneben gestellt werde. In solchen Fällen sei mit den Immobilieneigentümern Kontakt aufgenommen worden, um das Volumen der Mülltonnen zu erhöhen. Manchmal stelle sich dabei auch heraus, dass es sich um sogenannte Monteursunterkünfte handele, wo viele Menschen auf engstem Raum wohnen. Dann werde die Bauaufsicht eingeschaltet.
Das Müll-Problem betreffe mittlerweile nicht nur den Stadtkern. Selbst in Edigheim oder auch in der Gartenstadt würden die Fallzahlen steigen. „Das bedeutet: Auch wenn der Stadtteil Nord die meisten Fallzahlen aufweist – eine flächendeckende Kontrolle muss im gesamten Stadtgebiet erfolgen“, sagte Knörr. Die bloße Konzentration insbesondere auf den Hemshof sei nicht ausreichend. „Man bräuchte doppelt so viele Leute, um auf alle Mängelmeldungen sofort reagieren zu können. Aber das Gefühl von vielen Leuten, es kümmert sich niemand, ist nicht richtig“, bilanzierte Süd-Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU).