Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigshafen setzt auf neue Kampagne im Kampf gegen Müllsünder

Im vergangenen Jahr hat die Stadt eine Zunahme illegaler Müllkippen registriert. Das kostet alle Bürger viel Geld.
Im vergangenen Jahr hat die Stadt eine Zunahme illegaler Müllkippen registriert. Das kostet alle Bürger viel Geld.

Als einen neuen Baustein bei der Bekämpfung der zunehmenden Vermüllung der Stadt hat OB Klaus Blettner die Kampagne „SOS – Save our Streets“ vorgestellt.

Der Ludwigshafener Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) und Peter Nebel vom städtischen Wirtschaftsbetrieb (WBL) nehmen einen neuen Anlauf bei der Bekämpfung von Müll in der Stadt: Wie Blettner bei einem Pressegespräch am Freitag erläuterte, beschäftigt der immer weiter zunehmende Müll auf den Straßen nicht nur die Stadt Ludwigshafen. Es handele sich vielmehr um ein generelles Problem in vielen großen Städten. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Thema“, betonte Blettner. Daher gab er nun den Startschuss für die Kampagne „SOS – Save our Streets“.

Das Projekt mit Plakaten und Aktionen ist auf mindestens zwei Jahre angelegt. Rund 75.000 Euro will die Verwaltung investieren. Blettner und Nebel hoffen, dass damit das Stadtbild und die Aufenthaltsqualität in der City verbessert werden können. Personell werden sechs bis acht Mitarbeiter sowie der Kommunale Vollzugsdienst für Kontrollen und die Verhängung von teils drastischen Bußgeldern eingesetzt.

Kein Hilferuf, sondern ein Appell

Alle seien gefordert, ihren Anteil zu einer sauberen Stadt beizutragen. Denn wenn sich an einer Stelle Müll ansammele, komme in der Regel immer mehr Müll dazu, zitierte Blettner die sogenannte Broken-Window-Theorie. Die neue Kampagne soll kein Hilferuf, sondern ein Aufruf sein und das Bewusstsein für die Folgen schärfen, die durch die Vermüllung entstehen: Die Entsorgung kostet die Kommune viel Geld, und durch den Müll werden immer mehr Ratten und Tauben angelockt.

Mit der Kampagne will die Verwaltung starke Impulse an alle Bürger und Gäste des rund 180.000 Einwohner zählenden Oberzentrums senden, die nachhaltig zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie der gesamten Erscheinung der Stadt beitragen. Symbolisch lehnt sich das Motto an das internationale Notsignal SOS an, es ist mit einem akuten Handlungsaufruf verbunden.

Menschen sensibilisieren

Schwerpunktmäßig richtet sich die Kampagne gegen das achtlose Wegwerfen und Zurücklassen von Abfällen im öffentlichen Raum – von fallengelassenen Plastikbechern bis hin zu weggeschnippten Zigarettenkippen. Das alles lässt sich unter dem Fachbegriff „Littering“ zusammenfassen. Die Aktion soll im Laufe der Zeit mit bereits bestehenden Projekten – etwa den Ludwigshafener Umweltpatenschaften – eng verzahnt werden, um eine möglichst große Anzahl von Menschen dafür zu sensibilisieren, wie sich durch das Einhalten einfacher, klarer Regeln das eigene Lebensumfeld sauberer und damit schöner gestalten lässt. Dafür sollen einzelne Veranstaltungen in unregelmäßigen Abständen die Stadtbevölkerung kontinuierlich an diese Idee erinnern.

Die neue Kampagne soll etablierte Projekte wie die „Aktion saubere Stadt“ ergänzen.
Die neue Kampagne soll etablierte Projekte wie die »Aktion saubere Stadt« ergänzen.

Im Kern setzt „Save our Streets“ darauf, niederschwellig und mit einfach verständlichen, aber nachdrücklichen Botschaften die Menschen dafür zu sensibilisieren, Abfälle nicht an öffentlichen Plätzen und in der Natur zu lassen, sondern sie in Abfalleimern richtig zu entsorgen. Die Botschaften an die Bevölkerung, die mit stadtweit aufgehängten Plakaten am Dienstag, 28. April, offiziell starten, werden künftig unter anderem mit Aktionen ergänzt, die zum Mitmachen einladen.

125 Euro für eine Zigarettenkippe

Unmissverständlich ist damit auch die Botschaft verbunden, dass „Littering“ ein Vergehen ist: Wer seine Stadt nicht sauber hält und beispielsweise Zigarettenkippen, Kaugummis, Pappbecher, Taschentücher, Lebensmittelreste und Dosen achtlos auf Straßen, Gehwege und in Grünanlagen hinterlässt, riskiert ein hohes Bußgeld. So kostet gemäß des städtischen Katalogs beispielsweise eine weggeworfene Zigarettenkippe 125 Euro und ein Kaugummi 150 Euro, wenn diese Vergehen geahndet werden. Für einen Kaffeebecher oder Verpackungen von Fast Food können jeweils 250 Euro fällig werden.

Bei illegal entsorgten Rest-, Sperrabfall und für Altreifen sind noch höhere Bußgelder zu entrichten. Das illegale Ablagern von Müll kann mit bis zu 800 Euro, von Sperrabfall bis zu 2500 Euro und von Altreifen mit bis zu 3000 Euro belangt werden. Die letztendliche Höhe der festzusetzenden Bußgelder wird jedoch durch die untere Abfallbehörde im Zuge der Ordnungswidrigkeitsverfahren festgelegt und orientiert sich am jeweiligen Einzelfall. Das heißt, die Bußgelder können auch noch höher ausfallen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 93.000 Euro kassiert.

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