Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Illegaler Müll: In einem Jahr Strafen von insgesamt 70.000 Euro verhängt

Freiwillige sammeln im Rahmen des „World Cleanup Day“ Müll.
Freiwillige sammeln im Rahmen des »World Cleanup Day« Müll.

Die Zahlen für illegal entsorgten Müll in Ludwigshafen bleiben hoch. Das zeigt die Bilanz für 2024. Die „Müllsheriffs“ der Stadt versuchen das Problem einzudämmen.

Der Abfallvollzugesdienst der Stadt Ludwigshafen stellt seine Jahresbilanz für 2024 vor. Registriert wurden 4389 Fälle von illegal entsorgtem Müll. Die Zahl dieser Vergehen bleibt damit weiter auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Zahl der Ermittlungsverfahren 2024 um über 40 Prozent gesteigert werden. Bei 115 Bußgeldverfahren wurden Strafen von insgesamt 70.000 Euro verhängt. Auf der Suche nach Umweltfrevlern sind die Mitarbeiter, auch „Müllsheriffs“ genannt, in Zivil unterwegs.

Wie eine Vorlage im Umweltausschuss informiert, wurden in der Stadtmitte, Mundenheim, Süd und Rheingönheim steigende Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr registriert. Im Stadtteil Nord ist trotz eines leichten Rückgangs noch immer eine hohe Anzahl von Fällen zu verzeichnen. Deshalb seien weiterhin flächendeckende Kontrollen im gesamten Stadtgebiet erforderlich. Die bloße Konzentration auf bestimmte Stadtteile sei nicht ausreichend, lautet das Fazit im Jahresbericht des kommunalen Abfallvollzugsdienstes.

Mehr Fälle als im Vorjahr

„Der Süden hat den Norden abgelöst“, meint dazu Sandra Knörr, Leiterin des städtischen Abfallvollzugsdienstes. Die Zahl von 4389 Fällen illegal entsorgten Mülls entspreche genau der des Jahres 2022, teilt sie zur Einordnung mit. Laut Statistik hat es im Jahr 2023 etwa 300 Fälle weniger, 2021 dagegen rund 400 Fälle mehr gegeben.

Im direkten Stadtteilvergleich für 2024 liegen die Innenstadtbezirke Nord, Mitte und Süd mit jeweils rund 700 illegalen Müllablagerungen deutlich vorn. Danach folgt Mundenheim (486) vor Friesenheim (395). Oggersheim (300), West (279), Rheingönheim (245) und die Gartenstadt (191) bleiben im Mittelfeld. Ruchheim, Maudach und die Pfingstweide bilden mit rund 50 Fällen positive Schlusslichter der Tabelle.

„Wir kennen die Hotspots“, sagt Knörr. Ihre Mitarbeiter bestreiften die bekannten Stellen, seien dabei auch inkognito unterwegs und gingen Hinweisen des Mängelmelders nach. „Wir haben die Zahl der Ermittlungsverfahren von 509 im Vorjahr auf 737 im Jahr 2024 hochgebracht“, sagt sie mit erkennbarem Stolz.

Die Hälfte zahlt Bußgelder nicht

Die Verfahren seien zunächst einmal zu bearbeiten. Da gelte es Eigentümer zu ermitteln und anzuschreiben. Nur in 126 der 737 Fälle habe das eingeleitete Ermittlungsverfahren auch mit einer Verwarnung geendet. Bußgelder seien dabei 115 Mal fällig geworden, über aktuell 70.000 Euro. „Die Hälfte zahlt, die andere Hälfte nicht“, beschreibt sie die Reaktionen.

Für die Eintreibung sei am Ende die Stadtkasse verantwortlich. „Wir haben leider nur acht Stellen, eine davon ist vom Kommunalen Vollzugsdienst ausgeliehen, um unseren Engpass aufzufangen“, nennt Knörr ein Handicap. Denn in ihrer Zeit am Schreibtisch könnten die Mitarbeiter nicht auf der Straße unterwegs sein. „Inzwischen sind Sonderkontrollen am Abend eingeführt worden. Bestimmte Stellen werden observiert“, sagt Knörr.

Doch die illegale Müllentsorgung passiere innerhalb von wenigen Sekunden. „Bei manchen gibt es den Irrglauben, es gebe hier Abfallsammelplätze. Das gibt es in anderen Ländern, bei uns aber nicht“, erzählt sie. Eine weitere Aufgabe der Mitarbeiter seien die Pfandpflicht-Kontrollen. Die Pfandpflicht bestehe auch für Einweg- Getränkeverpackungen, die aus dem Ausland importiert werden. Im Jahr 2024 seien 117 Kontrollen durchgeführt und 28 entdeckte Verstöße mit Bußgeldern von 20.000 Euro geahndet worden, berichtet sie.

Immer besser werde die Zusammenarbeit mit Grünanlagen-Aufsehern, die nun mehr Befugnisse bekommen hätten. Verstärkt werden solle auch die Zusammenarbeit mit der Polizei nachts und am Wochenende, kündigt Knörr an. Dazu seien im Stellenplan 2025 zwei zusätzlichen Stellen beantragt. „Wir haben hier ein gesellschaftliches Problem, das vom Abfallvollzug allein nicht gelöst werden kann“, stellt Knörr fest. Es bestehe bei einigen kein Interesse daran, sich an Gesetze und Regeln zu halten.

x