Ludwigshafen
Falschparker: Mehr Kontrollen für Mundenheim gefordert
Im vergangenen Juni ist Raymond Höptner eine kleine Sensation geglückt: Mit fast 61 Prozent der Stimmen fegte der damals 24-Jährige in einer Stichwahl um den Ortsvorsteherposten Anke Simon (SPD) nach 20 Jahren buchstäblich aus dem Amt. Eine herbe Niederlage für die langjährige Landtagsabgeordnete und ihre Partei.
Im ersten halben Jahr als Kümmerer in seinem Stadtteil gab der Student dann Vollgas. Es war ihm wichtig, wie er im Gespräch betonte, möglichst viele Akteure in Mundenheim kennenzulernen und mit den Menschen ins Gespräch über die Probleme im Stadtteil zu kommen. In seinem Wahlprogramm hatte er sich auf drei Themen konzentriert, die ihm sehr am Herzen liegen: Sicherheit, Sauberkeit und ein lebenswertes Mundenheim. Mit den zuständigen Ansprechpartnern knüpfte er Kontakte: dem Kommunalen Vollzugsdienst (KVD), der Polizei und mit dem Wirtschaftsbetrieb, mit dem Höptner einen Tag lang unterwegs war. „Ich habe versucht zu verstehen, wie die Abläufe funktionieren“, bilanzierte der Newcomer.
Viele Kontakte geknüpft
Mit Aktionen wie dem Blumenzwiebelpflanzen mit Schülern und einem Tanzprojekt im Zedtwitzpark sowie einem kleinen Weihnachtsmarkt setzte er erste Akzente für eine bessere Lebensqualität in Mundenheim. Zudem hat er sich etwa in den Kitas, Schulen, bei der Feuerwehr und der Hochschule sowie in den Kirchengemeinden vorgestellt. Kein Wunder, dass er jetzt beim Spaziergang durch Mundenheim von vielen Menschen angesprochen und immer wieder freundlich gegrüßt wird: „Hey, Raymond!“
Eigentlich wollte sich Raymond Höptner für seinen Start in das Ehrenamt ein ganzes Jahr lang komplett freinehmen. Aber nach Gesprächen mit seinen Professoren fiel dann die Entscheidung, sein Masterstudium der Politikwissenschaft jeweils in der ersten Wochenhälfte in Berlin fortzusetzen. Nun beendet er demnächst seine Masterarbeit und kann sich ab Mai wieder stärker seinem ehrenamtlichen politischen Engagement in seinem Heimatstadtteil widmen. Den Fokus will er in seinem zweiten Amtsjahr auf das Thema Verkehr legen.
Anwohner beschweren sich
Aus gutem Grund: Was der Ortsvorsteher bei seinen Runden durch Mundenheim immer wieder sieht und erlebt, macht ihn ziemlich sauer. Das fange schon im direkten Umfeld des Ortsvorsteherbüros an, beklagt er verärgert. Er beobachtet viele Leute, die ihre Autos zum Beispiel dauerhaft auf Flächen abstellen, auf denen nur zeitlich befristet geparkt werden darf, die Pkw in falscher Richtung parken oder auch viel zu nah an Kreuzungen. „Dazu haben mich in den ersten Monaten dieses Jahres auch viele Beschwerden von Anwohnern erreicht, die durch die Falschparker Unannehmlichkeiten erdulden müssen“, stellt er fest. Es frustriere viele Mundenheimer, dass es kaum Kontrollen der Ordnungsbehörde gebe und auf Hinweise an die Verwaltung keine Reaktionen erfolgten.
Eine Verkehrswende ist nach Ansicht des Christdemokraten in Mundenheim nicht in Sicht. Seiner Beobachtung nach gibt es vielmehr immer mehr Autos, „in manchen Familien sogar drei Fahrzeuge“, aber die Anzahl der Parkplätze ändert sich nicht. „Das schafft Probleme“, räumt er ein.
Regelung für Zedtwitzplatz gefordert
Auf dem Zedtwitzplatz zum Beispiel werde es für die Bürger immer schwieriger, einen freien Platz zu finden, weil dort viele Transporter und etliche Pkw mit ortsfremden Kennzeichen geparkt werden. Höptner wünscht sich hier von der Verwaltung eine Regelung. Ortstermine mit den zuständigen Behördenleitern hätten auch schon stattgefunden. „Ich verstehe nicht, warum es so kompliziert ist, hier endlich etwas zu verändern“, sagt Höptner und schüttelt den Kopf über die Bürokratie. „Wir brauchen hier eine schnelle Lösung für die Anwohner“, fordert der Ortsvorsteher.
Wie kommt er selbst von A nach B? „Ich habe kein Auto“, sagt der Student. Entweder geht er zu Fuß oder nutzt ein Leihfahrrad. „Das ist die beste Erfindung für kürzere Strecken“, ist der 25-Jährige überzeugt. Er appelliert an die Falschparker: „Jeder muss bei sich selbst anfangen, etwas zu verändern.“ Aber nötig seien auch mehr Kontrollen, bittet Höptner die Verwaltung um mehr Unterstützung für den Stadtteil Mundenheim.