Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Fahrschule und Faustball: Matthias Bogs Tage sind prallgefüllt

Faustball ist die große Leidenschaft von Matthias Bog. Seit 1988 engagiert er sich beim Turnerbund Oppau in der Sportart, zunäch
Faustball ist die große Leidenschaft von Matthias Bog. Seit 1988 engagiert er sich beim Turnerbund Oppau in der Sportart, zunächst als Spieler, ab 1998 auch als Trainer.

Matthias Bog gelingt der Spagat zwischen seinem Beruf als Fahrlehrer, seiner Trainertätigkeit bei den Faustballern des Turnerbunds Oppau und der Vorstandsarbeit.

Bei seinen Entscheidungen beweist Matthias Bog oft ein gutes Händchen. Etwa im Jahr 2008: Da hatte er gerade sein Studium für das Grund- und Hauptschullehramt beendet, als die Landesregierung die Abschaffung der Hauptschulen beschloss. Um auch in oberen Klassenstufen einer Integrierten Gesamtschule unterrichten zu können, wäre ein weiteres Studium notwendig gewesen – oder er hätte in einer Grundschule unterrichtet.

Als Fahrlehrer auch als Zuhörer gefragt

Durch eine glückliche Fügung ergab sich für ihn die Übernahme der Fahrschule Tamasi, in der er zunächst als Fahrlehrer gearbeitet hatte. Seit Januar 2019 leitet er sie. Den Schritt aus einem vorgezeichneten Beamtenleben in die Selbstständigkeit hat er trotz des Widerstands seiner Eltern nicht bereut. Der Situation als Zuhörer während der Fahrstunden kann er nur Positives abgewinnen: „Ich erfahre von den ersten Schmetterlingen im Bauch, wenn es Streit mit den Eltern gibt oder Probleme in der Schule“, sagt Bog und lacht. Als Fahrlehrer erfülle man auch eine pädagogische Aufgabe. „Ganz nebenbei bringe ich den Jugendlichen bei, was sie selbst wollen“, verrät der 42-Jährige und betont: „Schule ist ein Muss.“

Den sogenannten „Schnieder-Knick“, wie die Branche den starken Rückgang der Anmeldezahlen bezeichnet, spürte die Fahrschule Tamasi lediglich zum Ende des Jahres 2025. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte angekündigt, dass der Führerschein günstiger werden soll und eine Reform in Aussicht gestellt. Die Folge bekamen Fahrschulen direkt zu spüren, in Form von Fahrschülern, die erst abwarten wollten. „Statt der üblichen 25 Anmeldungen waren es im November lediglich acht“, berichtet Bog und verweist auf daraus resultierende Probleme: „Wir haben feste Kosten für Versicherungen, die Räume für den Theorieunterricht, Leasingraten, Strom, Gas und Tanksäulen.“ Jeder Arbeitgeber müsse kostendeckend kalkulieren, betont er. Und für den Mindestlohn setzten sich seine Mitarbeiter nicht ins Auto.

Schon mit 15 als Faustball-Trainer tätig

Die Idee sei an der Branche vorbei und ohne Gespräche mit Fahrlehrern und -verbänden geführt worden, sagt Bog. Zumal Führerscheinkosten von 4000 Euro realitätsfremd seien. Es gebe noch immer viele Schüler, die mit 2500 Euro hinkämen. „Drei Azubigehälter haben wir schon immer gerechnet, auch zu meiner Ausbildung damals. Das passt auch heute noch“, findet der 42-Jährige.

Schon in seiner Jugend erwies er sich als zielstrebig. Als jüngster Trainingsteilnehmer in der vom Großvater trainierten Faustballmannschaft sah er das Ende seines Sports im TB Oppau näher rücken. Kurzerhand wandte sich der damals 15-Jährige mit vorbereiteten Flyern an den Schulleiter der Oppauer Grundschule. Dieser ermöglichte ihm, mit einem Netz voller Faustbälle und unter Aufsicht von Sportlehrerinnen, Faustball zu unterrichten – während der eigenen Freistunden als Gymnasiast. Vier Schüler kamen daraufhin regelmäßig zum TBO zum Training. „Der Sohn unseres Vereinswirts war der fünfte Mann, ich konnte eine Mannschaft melden“, erinnert sich Bog und lacht.

Coach von gleich fünf Mannschaften

Irgendwann waren es zwischen 25 und 40 Spieler. „Ab da musste ich Hilfe holen“, erzählt er. Ein Anruf bei Thomas Blümbott lotste diesen von der TSG Friesenheim nach Oppau. Seitdem unterstütze er ihn als Trainer, freut sich Bog. Heute spielten 34 Faustballer von der Jugend über die Verbands- und Zweite Bundesliga im Verein. Der 42-Jährige trainiert fünf Mannschaften, um die jüngsten Sportler kümmern sich zwei erfahrene Spieler. Sowohl im Feld als auch in der Halle tritt die erste Mannschaft des TBO an – jeweils in der Zweiten Bundesliga. Wobei technisch jeweils eine völlig andere Spielweise notwendig sei, wie Bog erklärt.

Unter seinem Beruf als Fahrlehrer mit Theorieunterricht am Abend und Nachtfahrten habe schon manche Beziehung gelitten, räumt er ein. Hinzu kämen zwei bis drei Abende im Verein und die eine oder andere Sitzung durch die Vorstandschaft. Dennoch sind für Matthias Bog Verein und Faustball gleichbedeutend mit „Gemeinschaft, Freunden und Spaß“.

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